Auf- und Abstiege im Herbstlaub

(Laura Widmer)
WANDERPARADIES ⋅ Eine abwechslungsreiche Wanderung auf den Spuren des Mönchs Gallus, der im Jahr 612 von Arbon nach St.Gallen kam.
09. November 2017, 05:00
Laura Widmer

Die Wanderung im Überblick

Start: Arbon
Ziel: St.Gallen
Strecke: 15 Kilometer
Wanderzeit: rund 4 Stunden 
Aufstieg: 692 Meter
Abstieg: 354 Meter
Ausrüstung: Wanderschuhe sind nötig. Die Wanderung ist für Kinderwagen nicht geeignet.
Gaststätten: Einkehrmöglichkeiten gibt es in Arbon, Steinach, Mörschwil und St.Gallen.
Parkplätze: Sind beim Bahnhof Arbon vorhanden.
Öffentlicher Verkehr: Man erreicht den Bahnhof Arbon mit Postauto und Zug.
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1075 Rorschach. (lw)
1 Arbon Die Wanderung beginnt beim Bahnhof Arbon und führt nach Steinach. Wer möchte, kann allerdings auch einen kleinen Umweg machen, um die Galluskapelle zu besuchen. Dort ist der Gallusstein ausgestellt, auf dem die Fussabdrücke des Mönches zu sehen sein sollen. Dafür den Wegweisern in Richtung Adolf-Sauer-Quai folgen. Ansonsten führt der Weg nach Überquerung der Strasse am See entlang in Richtung Steinach. Die Kastanienbäume werfen ihr Laub auf den Kiesweg ab und Enten und Haubentaucher zupfen Seegras aus dem Wasser. Wer mit Kindern unterwegs ist, legt falls nötig beim Spielplatz in Arbon eine Pause ein. In Steinach führt ein Teil des Wegs der Strasse entlang durch das Dorf. Wer den Wegweisern folgt, erreicht die Glinzburg in wenigen Minuten. Mit den spitzen Türmchen und den bemalten Fensterläden ist sie schon von weitem sichtbar. 

2 Obersteinach Der Wanderweg führt von der Glinzburg hinab und über die Steinach. Ein kurzes Wegstück führt steil hinauf. Bei einem kunstvoll bemalten Wohnhaus folgt man dem Wegweiser über die Brücke. Einige Minuten später lockt die von Efeu überwucherte Burgruine, die Anfang des 13. Jahrhunderts hauptsächlich aus Findlingen erbaut wurde. Sie zu entdecken, fordert im herbstlichen Wetter gute Koordination, sind die Steine durch die Luftfeuchtigkeit doch recht rutschig .Durch die Scharten hat man einen Blick auf den daneben liegenden Bauernhof. Gleich neben der Ruine gibt es die Möglichkeit zum Grillieren und sich auszuruhen.

3 Gallussteg Der Beschilderung folgend, geht es danach steil bergab. Gutes Schuhwerk ist auf dem weichen und laubigen Untergrund notwendig. Immer wieder blitzen Sonnenstrahlen durch das lichte Geäst der Bäume. Ein gutes Stück der Wanderung führt durch den Wald. Auch einige Treppenstufen sind zu erklimmen. Wer ohne Kondition gestartet ist, kommt zuweilen mächtig ins Schnaufen. Zum Glück ermuntern blau-gelb-rote Bänke immer wieder zum Ausruhen. Nur wenige Menschen kreuzen den Weg.

4 Mörschwil Nach Verlassen des Waldes führt der Weg rechts entlang der Gleise nach Mörschwil. Eine Brücke neben der Villa Viktoria macht das Überqueren möglich. Vom Bahnhof Mörschwil führt der Weg einige Minuten durchs Dorf, bevor er in die Wiesen abzweigt. Wer eine Pause braucht, kann in einem Restaurant in Mörschwil einkehren. Bei frischer Luft und an Bauernhöfen vorbei, passiert man auch Schimishus. Kühe und Ziegen stehen auf der Weide und kauen bedächtig Gras. An Bauernhöfen vorbei führt der Wegweiser hinein ins Galgentobel. Den Namen hat das Tal von einem Hochgerichtsgalgen, der sich einst an der Stelle der heutigen evangelischen Kirche Heiligkreuz befand. Auf einer Seite des Wanderwegs ist die Steinach zu erspähen, auf der anderen rattern Züge vorbei.

5 Espenmoos Die Wanderung, die in der Stadt eher zum Spaziergang wird, führt am Espenmoos vorbei, dem ehemaligen Fussballstadion des FC St.Gallen. Heute ist die Anlage für den Breitensport freigegeben. Danach gelangt man ins Neudorf.

6 St.Gallen Ist St.Gallen erreicht, gibt es mehrere Wegmöglichkeiten. Wer weiterhin Gallus’ Spuren folgen möchte, der spaziert durch St.Fiden bis zur Talstation der Mühleggbahn. Der Legende nach soll der heilige Gallus am Fuss der Mülenenschlucht in einen Dornbusch gefallen sein. Er wertete dies als Zeichen Gottes und gründete an dieser Stelle eine Einsiedelei. Diese ist zur Stadt St.Gallen geworden. Heute bietet sie viele Einkehrmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten, um den Tag abzuschliessen.

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