Amriswil/Hemmerswil–Mosmüli–Chatzerüti–Chlosterholz mit Wasserreservoir– Waldschenke Romanshorn–Spitz–Fehlwies–Hemmerswil/ Amriswil

Wald und Weiler zwischen Amriswil und Romanshorn

Zwischen Amriswil und Romanshorn ist ein grosses Waldgebiet, das es in sich hat. Zwei Schenken erwarten hier Gäste. Die Buschenschenke bei Chressibuch und die Waldschenke Romanshorn. Beide sind recht gut angeschrieben.
04. September 2014, 09:37
Man kann in beiden prima rasten und währschaft essen oder trinken. Diesmal ist das Ziel aber die Waldschenke Romanshorn. Der Weg führt zunächst schön durch den Wald, wird dann etwas teerlastig. Aber wieder im schattigen Wald und später über Wiesen, Felder und vorbei an idyllischen Weilern, wird man dafür entschädigt. (bor)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Amriswil: Schulhaus Hemmerswil oder Schrebergartensiedlung Amriswil
Wanderzeit: 3 Stunden
Weglänge: 11 km
Gesamtaufstieg: 80 m
Gesamtabstieg:  80 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk
Gaststätten: Waldschenke Romanshorn. Im April, Mai, Juni und September bei schönem Wetter täglich geöffnet ab 13.00 Uhr bis zur Dämmerung. Samstag und Sonntag ab 10.00 Uhr geöffnet. Saisonschluss im laufenden Jahr am 28. September. Telefon 071 461 27 64 oder Natel 079 364 57 08
Parkplätze: Schrebergartensiedlung, Vitaparcours Amriswil
Öffentlicher Verkehr: Postauto 941
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1055, Romanshorn
 
1 Schrebergärten haben ein eigenes Innenleben. So ist das auch bei der Siedlung in Amriswil, die zwischen der Hauptstrasse und der Bahnlinie am Ortsende Richtung Steinebrunn liegt. Es wird fleissig gearbeitet in den Gärten. Andere faulenzen oder pflegen die prächtigen Blumenbeete. Hier ein Zuruf, da ein Schwatz über den Zaun oder ein Fluch, wenn der Spaten auf einen Stein stösst, mit dem man gerade ein Loch für eine neue Pflanzung graben will. Just hier am Vitaparcours oder am Schulhaus Hemmerswil startet unsere leichte Wanderung. Der Vitaparcours wird zwar hin und wieder gekreuzt, aber der Weg führt erst einmal nördlich durch den Wald bis zur Bahnunterführung und vorbei an der ARA Hefenhofen. Weiter geht es auf der Strasse dem alten Wanderweg entlang. Man sieht noch, wo die Zeichen früher waren.
 
2 An der Mosmüli lässt man die etwas mühsame Teerphase langsam und den maroden Charme eines kleinen Industriegebietes hinter sich. An Obstgärten vorbei geht es Richtung Norden. An der Kreuzung, wo rechts die Buschenschenke Chressibuch angeschrieben ist und links Sonnenberg, gehen wir geradeaus, und die nächste Abzweigung führt dann nach Chatzerüti.

3 Hier steht ein historisches Gebäude. Noch vor ein paar Jahren war die Liegenschaft in einem desolaten Zustand. Rita Kohn schreibt dazu im Tagblatt: «Wenn Walter Keller vor seinem Haus in Chatzerüti steht, gerät er ins Schwärmen. ‹Das Haus wurde 1626 gebaut›, sagt er und streicht sanft über die Jahreszahl am Türrahmen. Dass er und seine Frau Angelika im kleinen Hefenhofer Weiler Chatzerüti ein Bijou gefunden haben, erfüllt ihn mit Stolz. Und weiter: Als er die Stube zum erstenmal sah, standen in der Ecke mehrere Gelten, die das Tropfwasser vom Dach auffingen. ‹Es war ein nasskalter Wintertag›, erinnert sich Walter Keller. Wo andere dezent abgewinkt hätten, griff er zu. Nach einer weiteren Besichtigung der Liegenschaft mit seiner Frau Angelika kaufte er den heutigen Chatzerütihof im Hefenhofer Weiler Chatzerüti. Das Dach ist längst dicht, und von den fauligen Balken zeugen heute nur noch die Nahtstellen im Gebälk. Dort, wo das morsche Holz nicht mehr zu retten war, ersetzte Restaurator Alois Kühne es durch alte, aber intakte Balken. So konnte der Charakter des 1626 gebauten Gebäudes weitgehend erhalten werden. Inzwischen gibt es dort auch eine Ferienwohnung, die über die ‹Stiftung Ferien im Baudenkmal› angeboten wird.»
 
4 Nach Chatzerüti führt der Weg in das Waldreservat Chappehuser Hau, das sich auf einer Fläche von 27 Hektaren ausbreitet. Der Weg führt geradeaus in Richtung Westen. Nach drei Querungen stehen wir vor dem Wasserreservoir der Genossenschaft Energie und Wasser Romanshorn. Gross prangt an der Front die Jahreszahl 1894. Das war ein entscheidendes Jahr. In diesem sind der Bau des Seewasserwerks mit einer Seeleitung, dem Reservoir und den erforderlichen Versorgungsleitungen abgeschlossen worden. 1943 übrigens war die Stromproduktion im Seewasserwerk nicht mehr rentabel und wurde deshalb aufgegeben. Heute befindet sich neben dem Reservoir ein schöner Grillplatz mit Brunnen.
 
5 Vom Reservoir ist es nicht mehr weit zur gemütlichen und urigen Waldschenke Romanshorn. Hier lässt es sich gut rasten.
 
6 Gestärkt verlassen wir den Wald in Richtung Spitz.
 
7 Von Spitz folgt man dem Wanderweg vorbei an Feldern und Wiesen nach Struubehus, unter der Bahnlinie durch und über die Romanshorner Aach nach Praliswinden. Schliesslich geht es nach Amriswil zurück. (bor)
 

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