Kreuzlingen Kapelle Bernrain–Kaserne Bernrain–Jungholz–Nüwiler Wald–Tägerwiler Wald–Ruine Castell–Tägerwilen–Saubachtobel Kreuzlingen– Kapelle Bernrain

Wunder, Bunker, Burgruine

Start der Wanderung ist die erste Wallfahrtskapelle auf dem Jakobsweg von Konstanz nach Einsiedeln, die Kapelle Bernrain oberhalb Kreuzlingen. 1384 geschah hier ein Wunder. Noch heute werden demnach missratene Buben als Bernrainer Kind bezeichnet.
22. Mai 2014, 09:17
Die Wanderung benutzt alte Pilgerwege und führt streckenweise entlang des Kreuzlinger Festungsgürtels durch Tobel, Wälder und über Felder. Neben dem Start und Zielpunkt ist die Ruine Castell oberhalb von Tägerwilen ein Höhepunkt. Die Aussicht von der Turmplattform ist atemberaubend. Der Weg zurück führt über den Girsbergtunnel und durch Saubachtobel wieder zur Kapelle. (bor)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Kapelle Bernrain
Wanderzeit: 3 Stunden
Weglänge: 11 km
Gesamtaufstieg: 253 m
Gesamtabstieg:  253 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk
Gaststätten: diverse in Kreuzlingen und in Tägerwilen
Parkplätze: bei der Kapelle Bernrain und Pendlerparkplatz neben der Hauptstrasse gegenüber
Öffentlicher Verkehr: Bahnhof SBB Thurbo Bernrain ca. 10 Min. Fussmarsch; Postauto, Linie 921
Kartenmaterial: Landeskarte Swisstopo 1:25000 Blatt 1034 Kreuzlingen, 1:50000: Blatt 207, 216, 217; Thurgauer Wanderkarte 1:50000
 
1 Diese Wanderung ist für jede Jahreszeit geeignet. Oberhalb von Kreuzlingen an der Kapelle Bernrain geht’s los. 1384 soll hier ein Wunder geschehen sein. Ein Konstanzer Lausbub, der kaum zu bändigen war, wurde von der geplagten Mutter öfters in den Wald oberhalb Kreuzlingen-Emmishofen geschickt, um Holz für den Winter zu sammeln. Einmal, es soll am Tag der Heiligen Agnes, am 21. Januar 1384 gewesen sein, kamen Schappeler und seine Kumpanen auf ihrem Streifzug nach Bernrain. Sie warfen die Holzbüschel zu Boden und ruhten sich beim dortigen Wegkreuz aus. Dem Lausbub wurde es schon bald zu langweilig. Er stellte sich vor das Kruzifix, griff dem Christusbild an die Nase, die ob der winterlichen Nässe einen Tropfen hängen hatte, und rief übermütig: «Herrgott, lass dich einmal schneuzen!» Nach dieser Verhöhnung bekam der Bub seine Hand von der Nase nicht mehr los. Seine Kumpane rannten nach Konstanz zurück und erzählten aufgeregt, was beim Bernrainer Kruzifix geschehen war. Schon bald bewegte sich eine Prozession mit Konstanzer Geistlichen und vielen Leuten vom Stadttor hinauf nach Bernrain. Als die Mutter ihren Buben so sah, kniete sie nieder und rief die Hilfe des lieben Gottes und der Mutter Maria an und versprach sieben Wallfahrten nach Einsiedeln. Plötzlich löste sich die Hand des Frevlers vom Kruzifix. Allein der Bub geriet weiter auf die schiefe Bahn. Zwei Jahre später liess ihm der Konstanzer Rat wegen Messerstecherei die Zunge herausschneiden und verbannte ihn auf Lebzeit aus der Stadt. Seither nennt man in der Gegend einen ungeratenen Burschen «Bernrainer Kind».
 
2 Gegenüber der Kapelle geht es auf dem Schwabenweg in den Wald. Nach der zweiten Abzweigung biegt der Weg rechts ab. Bevor er dann auf einen weiteren Waldweg trifft, wenden wir uns nach Westen und überqueren oberhalb des Schwaderlohkreisels die Hauptstrasse.

3 Nun führt der Weg in einem Bogen um die Kaserne Bernrain. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport hat beschlossen, dass die Armee die Kaserne Bernrain wegen mangelnder Auslastung aufgibt. Einzig die Militärpolizei führt in Bernrain noch Ausbildungskurse durch. Parallell zur Autobahn geht es weiter.
 
4 Immer Richtung Westen wird auf einer langen Geraden der Nüwiler Wald durchquert. Nach der vierten Abzweigung westwärts führt der Weg gen Süden durch den Tägerwiler Wald.
 
5 Am Ende trifft er auf eine Landstrasse, die zum Schloss Castell führt. Nach wenigen Metern wird die Strasse rechts Richtung Tobel verlassen. Auf eher unwegsamem Pfad geht es abwärts. Im Tobeltal steht häufig auch im Hochsommer noch Feuchtigkeit und so ist der Weg am Bunker Casteltobel vorbei eher matschig und beschwerlich. Der Bunker gehört zum Festungsgürtel. Der Kampfraum des Infanteriestandes war mit einem Maschinengewehr ausgestattet. Nach dem Tobel geht es aufwärts in Richtung Ruine Castell. Zu ihr führt der Gripspfad.
 
6 Die Burgruine Castell war einst eine der grössten Anlagen im Bodenseeraum. Sie entstand im 12. Jahrhundert. Von der Aussichtsplattform auf dem Turm, die seit 2008 begehbar ist, hat man eine grossartige Fernsicht. Eine Feuerstelle lädt zum Grillieren ein.
 
7 Von der Ruine geht es abwärts nach Tägerwilen. Am Ortsrand beim Aronia-Hof biegt man rechts ab und wandert über den Girsbergtunnel zum Saubachtobel Kreuzlingen.
 
8 Dieser ist mit einem Weg gut befestigt. Nach dem Aufstieg aus dem Tobel entlang des Kreuzweges kommt man über den Friedhof wieder zurück zur Kapelle Bernrain. (bor)
 

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