Bendern – Malanser Wald – Lutzengüetle – Linnholz – Rennhof – Burgruine Oberer Schellenberg – Hinterschellenberg – Ruine Unterer Schellenberg – Loch – Büel – Gamprin – Bendern

Wo die Männer dem Fürst die Treue schworen

Der Historische Höhenweg um und auf dem Eschnerberg führt durch die Wiege Liechtensteins. Der Inselberg imUnterland weist die ältesten Funde menschlicher Besiedelung im heutigen Liechtenstein auf.
24. Oktober 2013, 09:38
Der Historische Höhenweg um und auf dem Eschnerberg führt durch die Wiege Liechtensteins. Der Inselberg imUnterland weist die ältesten Funde menschlicher Besiedelung im heutigen Liechtenstein auf. Der Startpunkt der Tour liegt in Bendern und führt direkt über den Schwurplatz, wo das heutige Fürstentum seinen Ursprung fand. Der Rundweg kann eigentlich zu jeder Jahreszeit begangen werden. Gut 40 Jahre nach seiner Einweihung durch die Fürstin Gina von Liechtenstein ist er runderneuert und mit neuen Tafeln versehen. Es empfiehlt sich, der neuen Beschilderung zu folgen. (bor)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Post in Bendern, Liechtenstein
Wanderzeit: ca. 4,5 Stunden
Weglänge: ca. 15 km
Gesamtaufstieg: 440 m
Gesamtabstieg:  442 m
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Gaststätten: Bendern: Hotel Deutscher Rhein, 00423 373 13 47, Ruhetag: Montag und Samstag; Gasthaus zum Löwen, Telefon 00423 373 36 88; Hinterschellenberg: Wirtshaus zum Löwen, Telefon 00423 373 11 62, Ruhtetag: Mittwoch u. Donnerstag.
Parkplätze: Post Bendern
Öffentlicher Verkehr: Liechtensteinbus Linie 35
Kartenmaterial: Wanderkarte Liechtenstein 1: 25000
 
1 Start und Ziel der Rundwanderung ist der Parkplatz bei der Post Bendern. Hier findet man an der Bushaltestelle auch schon den ersten Wegweiser zum Historischen Höhenweg. Der Weg, das vorab, ist abwechslungsreich zu gehen. Informationstafeln berichten über archäologische Fundstellen, aus der Geschichte der fünf Unterländer Gemeinden, von Flurnamen und Sagen sowie über naturgeschichtliche Ereignisse. Der Wanderweg führt durch den Wald nach Schellenberg, von wo aus sich der Blick ins Rheintal, auf die Berge des Rätikons, der Alviergruppe und den Alpsteins richtet. Wer sich allerdings intensiv den Infotafeln widmet, der braucht deutlich mehr Zeit, als die veranschlagten 41⁄2 Stunden. Und auf der Strecke lauern noch mehr Zeitfresser. So werden ortsunkundige Wanderer schon durch die Doppelbeschilderung verwirrt. Und so geschah es, dass eine Familie unterhalb des Lutzengüetle aus dem Gebüsch auf die Fahrstrasse sprang. Sie hatte sich aufgrund der alten Beschilderung und mehrerer umgestürzter Bäume, die Umwege notwendig machten, verlaufen. Der Rat des Vaters: «Folgt auf keinem Fall der alten Hinweistafel Lutzengüetle 20 Meter.» Tatsächlich wäre der richtige Weg nur wenige Meter entfernt gewesen. Mit grilliertem Cervela und einer ausführlichen Rast in der Burgruine Schellenberg, war die gute Laune rasch wieder gefunden.
 
2 Aber kehren wir zurück zur eigentlichen Wanderung. In Bendern führt der Weg hinauf zur Kirche und an der Lourdesgrotte vorbei. Diese hatte der Pfarrer Franz Häusle 1896 zu Ehren der Muttergottes Maria erbauen lassen. Auf dem Kirchhügel befindet sich auch der Schwurplatz. Fürst Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein kaufte am 18. Januar 1699 die Herrschaft Schellenberg von Graf Jakob Hannibal III. von Hohenems. Am 16.März 1699 fand vor der Benderer Statthalterei (heutiges Pfarrhaus) die Huldigung an den neuen Landesherrn statt: Die im Hof versammelten männlichen Untertanen schworen dem Fürsten Treue und Gehorsam; umgekehrt versprach ihnen die Herrschaft Schutz und Schirm sowie die Wahrung ihrer althergebrachten Rechte und Gewohnheiten. Die anfänglich verweigerte Huldigung erfolgte allerdings erst nach stundenlangen Verhandlungen über die Abzahlung der von den Grafen von Hohenems herrührenden Schulden, für welche die Bauern gebürgt hatten.
 
3 Auf dem Weg nach Schellenberg passiert man die prähistorischen Siedlungsplätze Malanser und Lutzengüetle. Seit mehr als 7000 Jahren, das beweisen die Funde dort, ist der Eschnerberg besiedelt.
 
4 Die Burgruine Oberer Schellenberg ist eine recht grosse Anlage mit Grillplätzen. Zwischen den Jahren 1200 und 1250 hatten die aus Oberbayern stammenden Herren von Schellenberg die beiden Burganlagen errichtet. Wobei die Obere Burg etwas älter ist als die Untere Burg auf der gegenüberliegenden Seite des Eschnerberges.
 
5 Weiter führt der Weg dann durch den Thoster Wald nach Hinterschellenberg. Im Wirtshaus zum Löwen angekommen, weiss man, dass nun die halbe Strecke geschafft ist.
 
6 Nun geht es zur Burgruine Unterer Schellenberg. Die geschützten Felsköpfe der Unteren Burg und des Borscht blieben bis in die Bronzezeit beliebte Wohnplätze. Im Ried weihten die Menschen zwischen 1600 und 1100 v. Chr. ihren Gottheiten Schmuckstücke.
 
7 Hinunter ins Loch führt der Weg dann über die Talsohle wieder in den Wald in Richtung Gamprin. Oberhalb des Ortes gelangt man über einen Grillplatz mit fliessendem Wasser nach Gamprin.
 
8 Etwas unromantisch folgt man dann der Strasse durch das Dorf zurück zur Post Bendern. (bor)
 

 
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