Sommeri–Hefenhofen–Sonnenberg–Chatzerüti–Dozwil– Güttinger Wald–Sommeri

Winterwald, Weiler und weisse Landschaft

Nein, die Sonne wollte an diesem Tag nicht durch die Wolken brechen. Also ist eine Wanderung gefragt, die bei (fast) jedem Wetter funktioniert.
24. Januar 2013, 09:39
Und eine solche führt von Sommeri über die Weiler Hefenhofen, Sonnenberg und Chatzerüti nach Dozwil und durch den Güttinger Wald wieder zurück nach Sommeri. Der Vorteil ist, dass man in jedem Weiler urig einkehren kann und zur Not immer mit dem Postauto wieder zurück an den Ausgangspunkt, die Kirche in Sommeri, kommt. Unterwegs begegnet man garantiert anderen naturverbundenen Menschen. In Dozwil wird die riesige Kirche der sektenähnlichen Michaelsvereinigung passiert. (bor)
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start: Kirche Sommeri
Wanderzeit: 2,5 bis 3 Std.
Weglänge: 10,4 km
Gesamtaufstieg: 73 m
Gesamtabstieg:  72 m
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Gaststätten: in Sommeri, Hefenhofen, Sonnenberg und Dozwil. Tip für den Winter: Man kann sich vor der Wanderung im Hebbach-Stübli Sommeri für ein Raclette oder Fondue zum Abschluss anmelden (071 411 39 05)
Parkplätze: bei Kirche Sommeri
Öffentlicher Verkehr: Postauto, Linie 944
Kartenmaterial: Thurgauer Wanderkarte 1:50 000, Landeskarte Weinfelden Blatt 1054, 1:25000
 
1 Sommeri. Start der Winterwanderung ist die Kirche Sommeri. Warm eingepackt und die Wanderschuhe extra noch einmal eingefettet geht es los. An der Südseite der Kirche ist eine Sonnenuhr aufgemalt, die in besseren Tagen eine historische Episode aus den wilden Zeiten des Dorfes darstellte: 1712 führten die Reformierten aus Güttingen, Altnau, Herrenhof und weiteren Orten einen Sturmangriff auf Sommeri aus. Dabei wurden zwei Männer getötet. Die Kirche ist umringt und mit Äxten aufgebrochen worden. Drei Männer haben die reformierten Angreifer in der Kirche massakriert. Die Kirche selbst ist verwüstet und entweiht worden. Die Frau, die dieses Zifferblatt gestaltete, ist am Fuss der Sonnenuhr begraben. Ihr Name ist unbekannt.
 
2 Hefenhofen. Die erste Etappe führt nach Hefenhofen. Wir durchqueren den Weiler vorbei am Landgasthaus Sonne und gelangen an der Strassenkreuzung zum «Wirtshus zum rote Öpfel». Das ist ein prächtiger Riegelbau. Drinnen in den zwei urgemütlichen Wirtsstuben werden Fremde von den Stammgästen meist wortlos gemustert. Die Wirtin hingegen ist bekannt für ihre Schlagfertigkeit und ihre Käseschnitten.
 
3 Sonnenberg. An der Strasse geht es am Schulhaus vorbei weiter über die Obstgartenstrasse nach Sonnenberg. Im Sommer blüht entlang des Weges eine 2010 neu eingesäte Blumenwiese. Obstgärten und Alpenpanorama begleiten die Wandervögel. Im Weiler hält man sich leicht links und folgt dem Weg nach Chatzerüti.
 
4 Chatzerüti. Gleich nach dem Ortsschild biegt man rechts ab und gelangt am Rand des Weilers zum Wald. Aus einem Stall grüssen eine Handvoll Schweine und Ferkel. Der Weg durch den Wald führt ziemlich gerade nach Westen. Man passiert zwei Abzweigungen und widersteht der Versuchung, Richtung Buschenschenke oder Waldschenke Romanshorn zu wandern. Im Winter wäre das vergebliche Wandersmüh, denn beide eröffnen erst wieder Ende März. Der Weg endet am Punkt Chloosterholz. Rechts führt eine Flurstrasse in Richtung Spitz. Wir halten uns aber scharf links und streifen durch den Wald in Richtung Dozwil. Kurz nach Chatzerüti passiert man auch das 27 Hektaren grosse Waldreservat Chappehuuserhau. Der Weg führt im Bogen um das Waldreservat. Vier Abzweigungen, deren Wege in Richtung Uttwil und Bodensee führen, lassen wir rechts liegen und biegen bei der Hinweistafel auf das Waldreservat links ab, verlassen den Wald und wandern weiter in Richtung Norden nach Dozwil.
 
5 Dozwil. Dozwil verfügt, wie Sommeri und die umliegenden Weiler, über wunderschöne Riegelhäuser. In der Ortsmitte, am Gasthof Landhaus, halten wir uns rechts und gehen vorbei an der riesigen Kirche der sektenähnlichen Michaelsvereinigung. Deren Anhänger halten die Gärtnerei des Gründers Paul Kuhn für einen besonderen Gnadenort. Obwohl der Anführer schon lange nicht mehr lebt, existiert die Religionsgemeinschaft weiter. Rund 2000 Anhänger pilgern regelmässig in die Messen. Schlagzeilen machte die Gruppierung 1988, als ein Raumschiff in Dozwil hätten landen sollen, um die Anhänger der Michaelsvereinigung vor der Apokalypse zu retten.
 
6 Rütihau. Am westlichen Dorfausgang von Dozwil, Rütihau, geht der Weg westlich durch den Güttinger Wald.

7 Huefüse, Sommeri. Wenn in südöstlicher Richtung Hefenhofen nicht mehr zu sehen ist und die Kirche Sommeri am Wendepunkt Huefüse ins Blickfeld gerät, dann gehen wir ziemlich direkt auf den Kirchturm Sommeri zu. Am Ortsrand gelangen wir über das Hebbach-Stübli zum Ausgangspunkt zurück. Neben der Kirche befindet sich der «Löwen», ein Restaurant, das nur mit biologisch produzierten Lebensmitteln kocht. (bor)



 
 

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