Rieden – Bergli – Wielesch – Breitenau – Ober Bächen – Bächen – Undermüslen – Ebnat-Kappel

Voralpenwanderung zwischen See und Schneebergen

(Katrin Meier)
Mit Aussicht über die Linthebene und den Zürichsee nimmt man von Rieden den steilen Aufstieg zur Alp Wielesch unter die Füsse. Gemächlicher geht es über den Grat weiter nach Breitenau, dem höchsten Punkt der Wanderung.
31. Mai 2012, 10:44
Der Zürichsee ist verschwunden, dafür öffnet sich ein imposantes Gipfelpanorama. Kurz vor der Alp Ober Bächen taucht der Säntis auf und jenseits der Hügellandschaft des Toggenburgs lässt sich der Bodensee erahnen. Wenn Ober Bächen nicht mehr schneebedeckt ist, lädt die Alpwirtschaft zum Verweilen ein. Dann führt der Weg abwärts über Wiesen und Moorlandschaften bis nach Ebnat-Kappel.
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Rieden bis Ebnat-Kappel
Wanderzeit: 3,5 Stunden
Weglänge: 8,7 km
Gesamtaufstieg: 573 m
Gesamtabstieg: 664 m
Ausrüstung: Schuhwerk
Gaststätten: Alp Wielesch, Telefon: 079 471 64 66 Alp Oberbächen, Telefon: 071 993 10 35 (beide Mai bis Oktober)
Parkplätze: Rieden Dorfplatz
Öffentlicher Verkehr: Postauto von Bahnhof Uznach bis Rieden Post. Von Ebnat-Kappel mit Bus, S-Bahn, Postauto über Wattwil und Uznach zurück nach Rieden Post.
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25 000, Mittleres Toggenburg-Gasterland
 
1 Vom Dorfplatz Rieden, neben der hübschen Kirche, führt der Wanderweg durch betulpte Vorgärten steil hinauf. Eine Tafel ermahnt die Wanderer, dass sie sich in einem Lebensraum bewegen mit Wildarten wie Hirsch und Reh, aber auch dem gefährdeten Auerhuhn. Dessen kleine Bestände brauchen während der Brut- und Aufzuchtzeit bis Juli Ruhe.
 
2 Der Aussichtspunkt Bergli bietet sich an, sich umzudrehen und den herrlichen Ausblick über die Linthebene und den Zürichsee zu geniessen. Leicht gerät man ins Philosophieren angesichts der bewohnten Ebene, die man verlassen hat und der kargen Schneeberge die einen erwarten. «Rette deine Seele » steht passend auf dem Holzkreuz.
 
3 Immer weniger Blumen blühen, bis sie im kurzen Waldstück oberhalb von Chirnenberg ganz verschwinden. Dort machen die Laubbäume immer mehr Nadelbäumen Platz und der Waldweg führt wie durch einen Tunnel hinauf auf die Ebene oberhalb der Baumgrenze. Statt dem Waldrand zu folgen, hält man links und gelangt auf den Grat.
 
4 Auf der Alp Wielesch kann man von Mai bis Oktober in der Alpwirtschaft einkehren. Der Weg führt links am Gasthaus vorbei und einem Holzzaun entlang. Nach heftigem Regen wird der Wiesenweg etwas sumpfig.
 
5 Unterwegs zum höchsten Punkt der Wanderung auf der Breitenau dominieren die verschneiten Gipfel. Das Panorama ist überwältigend. Erst recht, als am Ende des Grats auch der Alpstein auftaucht. Im Hintergrund, jenseits der Toggenburger Hügellandschaft, lässt sich der Bodensee erahnen. Kurz nach Breitenau biegt der Weg nach rechts ab und folgt einem pittoresken Steinmäuerchen, das zu einem Picknickhalt einlädt. Hier eröffnet sich die Aussicht weit über das Toggenburg und der Weg wird allmählich etwas abfallend.

6 Dem Waldrand entlang gelangt man zur Alp Ober Bächen. Auch hier lohnt sich ein Halt. Sei es zum Einkehren im Alpstöbli, das während der Zeit der Viehsömmerung offen ist, oder draussen an den Tischen und dem Spielplatz hinter dem Haus. Hier können sich Kinder, die vom Aufstieg noch nicht müde sind auf der Rutschbahn, im Sandkasten oder auf der Schaukel austoben.
Falls man hier «verhockt», kann man auf der Alp Ober Bächen auch übernachten: Im Massenlager oder sogar im Stroh. Anfang Frühling liegen hier am sonnenabgewandten Hang noch die letzten Schneefelder. Hohe Wanderschuhe reichen aber, um trockenen Fusses zum Waldrand auf der anderen Seite zu gelangen.

7 Durch ein kurzes Waldstück, das wieder eine ganz andere Landschaft offenbart, wandert man gemächlich auf Naturstrassen über Untere Bächen nach Bächen. Dort führt der Weg nicht der Strasse entlang, sondern links über die Wiese.

8 Zwischen Undermüslen und Relis spaziert man durch mooriges Gebiet. Hier wachsen je nach Jahreszeit Knabenkräuter, Wollgras, Büschel von Binsengräsern und andere Moorpflanzen. Auch ein kleiner Marder beäugt die Wanderer neugierig, bevor er hinter einer Holzbeige verschwindet. Danach wird die Umgebung immer bewohnter. So tauchen auch immer öfter Bänkchen am Wegrand auf, wo man sich kurz erholen kann. Durch ein Tobel hindurch und schon hat man Ebnat-Kappel unten im Tal direkt vor sich.

9 In Eich führt der Weg vorbei an typischen Toggenburger Holzhäusern sowie Kuh- und Schafweiden.
 
10 Nach der Brücke über die Thur biegt man nach links ab und gelangt zum Bahnhof Ebnat-Kappel. Dort nimmt man den Bus oder Zug über Wattwil und Uznach zurück zum Anfangspunkt in Rieden.




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Mal spaziert man durchs Quartier, dann durch den Wald oder über die Wiese, und wieder durchs Quartier. Mal ist es der Alpstein, dann der Bodensee, der das Auge des Wanderers erfreut.


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