St.Gallen-Rotmonten–Erlenholz–Bernhardzeller Wald– Tannenberg–Hohfirst–Tal–Sonnenberg–Abtwil Dorf

Von der Sitter hoch zum Tannenberg

Unsere Wanderung startet bei der «Sonne» in Rotmonten und endet in Abtwil. Über das Erlenholz geht’s von der Sitter hoch durch den fast unberührten Bernhardzeller Wald (deshalb fühlen sich Wildschweine hier so sauwohl) auf den knapp 900 Meter hohen Tannenberg.
14. Februar 2013, 08:44
Unsere Wanderung startet bei der «Sonne» in Rotmonten und endet in Abtwil. Über das Erlenholz geht’s von der Sitter hoch durch den fast unberührten Bernhardzeller Wald (deshalb fühlen sich Wildschweine hier so sauwohl) auf den knapp 900 Meter hohen Tannenberg. Der Aufstieg fährt je nach Fitness mehr oder weniger in die Glieder, doch der Ausblick – bei guten Sichtverhältnissen auf Bodensee und Säntis – entschädigt für die Strapazen. Hinunter stechen wir in den Weiler Hohfirst quer über die Hochebene Richtung Sonnenberg, bis es wieder anfängt zu «städtelen». Die Tour eignet sich übrigens auch für Velofahrer mit dicken Pneus. (an.)
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: St. Gallen-Rotmonten–Abtwil Dorf
Wanderzeit: 3,5 Stunden
Weglänge: 13,7 km
Gesamtaufstieg: 516 m
Gesamtabstieg:  509 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk
Gaststätten: Hohfirst, Waldkirch, Di ab 14 Uhr und Mi geschlossen, 0714331149; Säntisblick, Abtwil, 0713132525; Sonnenberg, Abtwil, Mi/Do geschl., 0713111744
Parkplätze: Stadt St. Gallen (Leitsystem), «Säntispark» Abtwil
Öffentlicher Verkehr: Ab HB St. Gallen Bus Nr. 5 bis «Sonne»; vom Zielpunkt Bus Nr. 7 zum HB
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25 000, Blatt 1074 Bischofszell, 1075 Rorschach.
 
Rotmonten. Die Wanderung startet auf 750 Metern Höhe bei der «Sonne» Rotmonten. Auf der Kirchlistrasse den ersten Abzweiger links nehmen, der über die Strebelstrasse in den Bruggwald führt. Nach einer lauschigen Waldpassage betreten wir bereits Wittenbacher Boden, wo wir dem Wanderweg folgen und links die Wiese hinunter zum Erlenholz wandern.
 
2 Erlenholz. Bei der Schiessanlage überqueren wir die Erlenholzbrücke, die über die Sitter führt, und auf rund 550 Meter liegt. 200 Höhenmeter sind wir abwärts marschiert, jetzt liegen deren 300 aufwärts vor uns, die sich mit einer ersten giftigen Steigung ankündigen. Vor den Gewächshäusern (bei der Migros- Tafel) biegen wir links ab und langen im Weiler Grütt an. Wir kreuzen bald die Verbindungsstrasse zwischen Engelburg und Bernhardzell und erreichen den dichten Bernhardzeller Wald. Hier hausen die berühmten Waldkircher Wildschweine, die den Bauern zuweilen etwas zu schaffen machen. Wir treffen jedoch ausschliesslich auf Hunde und Hündeler. Im Zickzack (immer dem Wanderweg nach) geht’s hoch zum Tannenberg, wo sich bei guten Sichtverhältnissen ein grandioser Rundblick auf Bodensee und Säntis bietet.
 
Tannenberg. Die Höhendifferenz ist geschafft. Beim Restaurant Tannenberg, wo uns ein kläffender Bless-Mischling ziemlich unfreundlich begrüsst, geht’s geradeaus auf der Krete nach Obergrimm, dann weiter Richtung Hohfirst, einem der zahlreichen Waldkircher Weiler.
 
Hohfirst. Vom Hohfirst etwa 100 Meter der Strasse entlanglaufen und dann links auf den Wanderweg einbiegen. Auf diesem Hochplateau drehen im Winter Langläufer ihre Runden. Traumhaft, und die Stadt ist nur ein paar Kilometer entfernt. Ross und Reiter kommen uns entgegen, hier oben ist ein kleines Paradies erhalten geblieben.
 
Rötelbach. Der Weg führt weiter über die Weiler Rötelbach und Tal zum Anschwilerwald. Die Spaziergänger werden mehr. Auch Stadtpolizeikommandant Pius Valier, der uns strammen Schrittes entgegenkommt, hat sich diese Gegend offenbar zum Refugium auserkoren. Am Horizont sieht man nun die Stadt schimmern, bald folgt linker Hand der Abzweiger zum Panoramahotel Säntisblick. Ein rotes Bänkli am Wegrand lädt auch ohne Konsumationszwang zur Rast. Sofern einen der Gestank des Schweinestalls in der Nähe nicht stört.
 
Sonnenberg. Wir erreichen den Sonnenberg und das gleichnamige Restaurant, seit über 100 Jahren von Fischbachers geführt. Auch von hier sieht man den Säntis, aber noch besser hinunter aufs wachsende Abtwil. Für Stadtentwickler ein spannender Anblick, Einheimische mögen das anders sehen.

Abtwil. Kurz nach dem «Sunneberg» biegt der Wanderweg rechts ab, steil den Hang hinunter, weshalb hier auch vortrefflich geschlittelt werden kann. Ein Anwohner scheint weniger gegen die Schlittler zu haben als gegen Pferdeäpfel, die offenbar gerne vor seiner Haustür fallen. Eine Tafel samt Schüfeli weist Pferdehalter höflich aber bestimmt darauf hin, dass hier Pferdeäpfel-Aufnahmepflicht gilt. Wir stechen hinunter nach Abtwil, Land geht nun definitiv über in Stadt, der Verkehrslärm ist wieder da, Wohnsilos beherrschen ausser an den bevorzugten Hanglagen die Szenerie. Das neue Abtwiler Feuerwehrdepot vermag das Wanderherz nicht zu erwärmen. Trotzdem, man kann all dem auch als Städter innert nützlicher Frist entfliehen. St. Gallen, die Stadt im Grünen Ring macht ihrem Namen immer noch alle Ehre. – Die beschriebene Wanderung kann übrigens auch mit dem Velo zurückgelegt werden. Etwas dickere Pneus, namentlich für die Passagen im Bernhardzeller Wald, seien aber empfohlen. Da kann man sich bei einer Begegnung mit einer Wildsau erst noch schneller aus dem Staub machen.

 

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