Ebenalp–Wildkirchli–Äscher–Füessler–Ebenalp

Von der Ebenalp zum Äscher und im Bogen zurück

Ein beeindruckendes Panorama des Appenzellerlandes, eine geheimnisvolleHöhle, eine kleine Kirche ganz nah am Abgrund und eines der ältesten Berggasthäuser der Schweiz – all das kriegt man auf der kurzen Rundwanderung zu sehen.
20. Juni 2013, 09:03
Ein beeindruckendes Panorama des Appenzellerlandes, eine geheimnisvolle Höhle, eine kleine Kirche ganz nah am Abgrund und eines der ältesten Berggasthäuser der Schweiz – all das kriegt man auf der kurzen Rundwanderung zu sehen. DieWanderung, oder eher der Spaziergang, ist zwar kein Geheimtip. Doch in einem Sommer wie diesem lohnt es sich, die Route im Hinterkopf zu behalten. Denn der Weg ist auch an Regentagen gut begehbar. Bei Regen ist die mystische Atmosphäre der Eremitenhöhle sogar besonders eindrücklich. Zudem sind dann so wenig Menschen unterwegs, dass man im Restaurant gut Platz findet. (law)



 

 


 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Ebenalp
Wanderzeit: 50 Minuten
Weglänge: 2,0 km
Gesamtaufstieg: 290 m
Gesamtabstieg:  290 m
Ausrüstung: Trekkingschuhe
Gaststätten: Berggasthaus Ebenalp, Ebenalp, Telefon 0717991194; Berggasthaus Äscher-Wildkirchli, Äscher, Telefon 0717991142 oder 0717991449
Parkplätze: Bei der Talstation in Wasserauen
Öffentlicher Verkehr: Appenzellerbahn, Luftseilbahn Wasserauen-Ebenalp
Kartenmaterial: Landeskarte 1: 25000 Blatt 1115, Säntis
 
1 Mit der Luftseilbahn Wasserauen-Ebenalp schwebt man gemütlich auf 1644 Meter Höhe, vorbei an schroffen Felsen und Höhlen. Oben angekommen geht man rechts um die Bahnstation Ebenalp herum. Dort beginnt der Weg in Richtung Eremitenhöhle, der auch bei schlechteren Wetterverhältnissen gut begehbar ist. Von hier geniesst man einen wunderbaren Blick über das Appenzellerland bis zum Bodensee. Nach ungefähr zehn Minuten führt der Weg in die Eremitenhöhle. Im Innern der Höhle ist es kühl. Trotz Spotlampen müssen sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Zu Beginn ist die Höhle noch schmal, eher wie ein Tunnel. Im vorderen Teil weitet sich der Gang jedoch und die Höhle wird grösser. Sie diente bereits zahlreichen Lebewesen als Behausung. So entdeckte man etwa Spuren von Bären aus der Eiszeit, welche bis 50000 vor Christus zurückgehen. Neben den Bären haben aber auch Wölfe, Höhlenlöwen Höhlenhyänen oder Höhlenpanther hier gehaust. Und zu guter Letzt sogar Menschen. Davon zeugt das kleine Eremitenhäuschen, welches im vorderen Teil der Höhle steht. Das Häuschen wurde 1658 von Pfarrer Paulus Ulmann errichtet. Bis 1853 lebten hier Einsiedler, die zu den Betzeiten die Glocken läuteten und die Berggänger mit Fackeln durch die Höhlen führten. Das heutige Eremitenhäuschen und kleine Museum – hier sind zahlreiche Funde aus der prähistorischen Zeit ausgestellt, so auch das Skelett eines Höhlenbären – ist jedoch eine Nachbildung des ursprünglichen Häuschens aus dem Jahr 1972.
 
2 Ausserhalb der Höhle führt der Weg, durch ein Geländer gesichert, östlich einer Felswand entlang. Wer schwindelfrei ist, sollte einen Blick nach unten wagen. Auch hier bietet sich einem eine beeindruckende Aussicht. Nach wenigen Metern gelangt man zum kleinen Wildkirchli und der Höhlenkapelle. Grosse Beachtung fand das Wildkirchli in der epochalen Reisebeschreibung «Die Schilderung der Gebirgsvölker in der Schweiz» (1798) von Johann Gottfried Ebel. Die Höhlenkapelle wurde 1621 vom Kapuzinerpater Philipp Tanner gegründet und später von Pfarrer Paulus Ulmann – zusammen mit dem Eremitenhäuschen – zur Einsiedelei ausgebaut. Zur Erhaltung der Einsiedelei gründete Ulmann die Wildkirchlistiftung, der er sein Vermögen samt der Alp Oberbommen vermachte. Die Stiftung sorgt bis heute für den Unterhalt der Kapelle.
 
3 Nur ein kleines Stück hinter dem Wildkirchli steht das Berggasthaus Äscher. Bereits um 1800 begannen die Eremiten und Sennen auf der Alp Äscher einfache Getränke und Speisen zu verkaufen. Aus der Alphütte entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann nach und nach das Berggasthaus Äscher, welches zu den ältesten der Schweiz gehört. Wem nach dem Gang durch die Höhle und all den Informationen über frühere Höhlenbewohner und Eremiten der Magen knurrt, sollte hier eine Pause einlegen. Die hausgemachte Rösti schmeckt ausgezeichnet.
 
4 Vor dem Gasthaus führt der Weg nach rechts an einem kleinen Stall vorbei. Bei der nächsten Gabelung, nach ungefähr 200 Metern, geht der Weg rechts hoch. Her beginnt der Aufstieg, im Zickzack führt der Weg nach oben. Nur rund eine halbe Stunde dauert es, bis auf das Hochplateau Ebenalp. Zwischendurch ist ist der Weg jedoch etwas steil, so dass man das erste Mal auf dieser Route ausser Atem kommt.
 
5 Nach der kurzen Anstrengung wird man auf dem Hochplateau mit einem Blick auf die Berggipfel des Alpsteins belohnt. Dem Wegweiser Richtung Ebenalp folgend, gelangt man nach ungefähr fünf Minuten wieder zur Bergstation der Luftseilbahn Wasserauen-Ebenalp. Die Bahn fährt im Sommer jeweils von 7.30 bis 19 Uhr, in einem Takt von 15 Minuten.
 

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