Kurhaus Voralp–Vorderstöcken–Schwanz–Gafler–Gamsalp–Sattel–Alt Hütte–Vorderstöcken–Kurhaus Voralp

Rund um den Gamserrugg

Oberhalb des Voralpsees im Alviergebiet gibt es viele relativ unbekannte Wandermöglichkeiten. Wer etwa vom Kurhaus Voralp aus über den Schwanz Richtung Gamsalp läuft, findet keine abgetretenen Wanderpfade vor.
17. Juli 2014, 09:00
Daher muss auch gut auf Wanderwegmarkierungen geachtet werden. Bei der Umrundung des Gamserruggs wird man immer wieder mit schöner Aussicht belohnt: Zuerst auf den Voralpsee, dann auf das Rheintal und schliesslich auf das Toggenburg. Auffällig in diesem Teil des Ostschweizer Wanderparadieses sind die teils vulgären Namen. Hier trifft man auf Mutterloch, Schwanz, Seichberg oder Sauboden. (ses)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Kurhaus respektive Berggasthaus Voralp
Wanderzeit: 4 Stunden 38 Minuten
Weglänge: 12,4 km
Gesamtaufstieg: 935 m
Gesamtabstieg:  932 m
Ausrüstung: Feste Trekkingschuhe oder Wanderschuhe
Gaststätten: Berggasthaus Voralp 081 771 38 48, Berggasthaus Gamsalp, 071 999 12 24
Parkplätze: Oberhalb oder hinter Kurhaus Voralp
Öffentlicher Verkehr:Von Buchs mit dem Rheintaler Bus nach Grabs Post (Linie 410); umsteigen auf Bus Richtung Kurhaus Voralp (Linie 412)
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1135 Buchs
 
1 Das Wanderparadies Ostschweiz kennt auch ein ziemlich vulgäres Vokabular. So etwa im Alviergebiet rund um den Voralpsee. Östlich der Churfirsten gelegen, kommt es in dieser Gegend oft zu Niederschlägen. Vielleicht verleitete das Feuchtgebiet zur anrüchigen Namensgebung, vielleicht sind aber Bezeichnungen wie Schwanz, Mutterloch, Sauboden und Seichberg einfach nur der Einsamkeit der Sennen geschuldet. Die Wanderung rund um den Gamserrugg beginnt beim Kurhaus Voralp. Der Flurweg führt zuerst mit leichtem Anstieg vorbei an artenreichen Wiesen, vereinzelten Laubbäumen und Tannenwäldern. Nach den ersten Sennhütten nimmt die Steigung zu. Dafür taucht auf der linken Seite immer wieder der Voralpsee zwischen den Hügeln und Tannen auf. Bald erreicht man die Weggabelung bei den Vorderstöcken. Dort zweigt man rechts Richtung Schwanz ab.
 
2 Der Weg wird langsam steiniger. Beim Schwanz angekommen, eröffnet sich dem Wanderer ein schöner Ausblick auf das Rheintal – ideal, um vor den weiteren Anstiegen kurz zu rasten. Beim Schwanz gibt’s wieder eine Verzweigung. Ein Weg führt in den Wald, der sich dort aber verliert. Zu den Sennhütten namens Schleipftobel und Mutterloch gelangt man nur mit Glück oder mit guter Orientierung. Ohnehin ist der Weg, der direkt den Berg hinauf führt, zu wählen.

3 Es geht über Stock und Gletscherstein Richtung Gafler. Umgefallene Bäume, die langsam zersetzt werden, zeugen davon, dass diese Gegend wild und relativ unberührt ist. Auch der Weg ist nicht gut abgetreten und schwierig zu erkennen. Leicht kann er mit Trampelpfaden der Kühe verwechselt werden. Wichtig ist darum, gut auf die Wanderwegmarkierungen zu achten. Beim Gafler auf 1659 Metern über Meer ist man der Baumgrenze schon nahe.
 
4 Der Weg ist nach wie vor stark ansteigend und nach wie vor schlecht zu erkennen. Doch mit der abnehmenden Vegetation verbessert sich zugleich die Orientierung, und man erkennt gut den langen Rücken des Gamserruggs. Seinem Fuss entlang und unterhalb des Gaflerbüels führt der Weg zum Inggadells. Nun ergibt sich ein ganz neuer Ausblick: Der Säntis zeigt sich und vor ihm das Toggenburg.
 
5 Es dauert nicht lange, bis man zu einer Wegkreuzung oberhalb der Gamsalp gelangt. Sie befindet sich mitten auf dem Rücken des Gamserruggs. Sesselbahnen, Skilifte und ein grosses Bergrestaurant sind zu sehen, und man stellt rasch fest, dass man plötzlich in ein Touristengebiet gelangt ist. Entsprechend sind jetzt auch die Wanderwege besser zu erkennen. Von der Gamsalp geht es ein Stück weit dem Schlepplift entlang, entsprechend muss eine weitere Steigung hingenommen werden. Wer es noch steiler mag, kann auch auf die Spitze des Gamserruggs wandern. Denn auch vom Berggipfel gelangt man zum Sattel, der nächsten Station. Die Wanderung rund um den Gamserrugg führt aber in die Schlucht zwischen Seichberg, Chäserrugg und Gamserrugg. Stellenweise geht es der Skipiste entlang.
 
6 Nach dem Sattel folgt ein relativ steiler, steiniger Abstieg. Bemerkenswert sind die teils grossen Gletschersteine und auch die Kühe und Kälber, die hier weiden. Sie sind gegenüber Zweibeinern ziemlich neugierig. Viele von ihnen tragen Hörner.
 
7 Nächster Punkt ist die Alt Hütte. Und dieser Name ist diesmal wortwörtlich gemeint. Denn hier begegnet man nur noch Überresten eines alten Berghauses.
 
8 Später läuft man wieder auf einem Flurweg. Und spätestens bei den Vorderstöcken kommt einem die Gegend oberhalb des Voralpsees wieder bekannt vor.
 

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