Krinau–Unteres Älpli–Schwämmli–Chrüzegg–Oberer Zrick–Burstel– Lourdes-Grotte–Libingen

Vom Bräker-Dorf zur Lourdes-Grotte

Vom Bräker-Dorf zur Lourdes-Grotte (Daniel Klingenberg)
Steil geht es vom 270-Seelen-Dorf Krinau, wo einst Ulrich Bräker zur Schule ging, aufwärts Richtung Unteres Älpli.
26. April 2012, 09:45
Daniel Klingenberg
Der grandiose Blick auf das Säntismassiv von der Beiz mit einer Freiluft-Kegelbahn entschädigt für den Aufstieg. Auf dem Weg Richtung Schwämmli haben Bergschlipf Hügel, deren Entstehung von Geoweg-Tafeln erklärt werden, eine verwunschene Gegend gestaltet. Entlang von Nagelfluh-Landschaften bieten sich mit Schwämmli und Chrüzegg zwei weitere Pausen an. Danach geht es, mit Blick auf das Wanderziel Libingen, steil hinunter. Bevor man das Postauto besteigt, lohnt sich der Abstecher in die mystische Lourdes-Grotte.







 



Die Wanderung im Überblick

Start: Krinau
Ziel: Libingen
Wanderzeit: 3 bis 31⁄2 Stunden
Weglänge: 10,3 km
Gesamtaufstieg: 595 m
Gesamtabstieg: 529 m
Ausrüstung: Wanderschuhe
Gaststätten: Unteres Älpli, 071 988 27 05, Schwämmli, 071 983 32 71, Chrüzegg, 055 284 54 84
Parkplätze: Öffentliche Parkplätze in Krinau und Libingen
Öffentlicher Verkehr: Postauto-Linien 772 und 765
Kartenmaterial: Landeskarten 1:25000 Blatt 1113 Ricken und Blatt 1093 Hörnli, besser: Blatt 2513, Wanderkarte Mittleres Toggenburg - Gasterland

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 1 Der Weg beginnt auf dem Dorfplatz Krinau, wo ein Wegweiser die verschiedenen Wanderziele zeigt. Ein paar Schritte entfernt findet sich das «Tätschhaus», auf dem eine Tafel auf Ulrich Bräker hinweist, der «Arme Mann vom Tockenburg », der dort einst zur Schule ging. Die erste Etappe der Wanderung ist die steilste. Wer beim Anstieg an den Himmel schaut, kann einen oder mehrere Milane kreisen sehen. Der Blick zurück zeigt das 270-Seelen-Dörfli Krinau mitsamt seiner Streusiedlung, weiter entfernt sind Wasserfluh und Köbelisberg sichtbar.

2 Das Restaurant Unteres Älpli ist vom 1. April bis 15. November bewirtet. Anni und Kurt Breitenmoser empfangen die Gäste, der Blick aufs Säntismassiv beeindruckt. Man sitzt gemütlich an den Holztischen und versucht sich an der Holzkegelbahn. Wer sich für eine Übernachtung entschliesst, findet in einem Massenlager Platz.

3 Nach dem leichten Aufstieg zum Oberen Älpli beginnt, dem Hang entlang, eine der schönsten Abschnitte dieser Wanderung. Darum fällt der Entscheid leicht, die Aussichtspunkte Chellen- und Älplispitz links liegen zu lassen. Durch Bergschlipfe entstandene Hügel – auf Geoweg-Tafeln lehrreich erklärt – haben eine verwunschene Landschaft entstehen lassen. Es würde wenig überraschen, wenn plötzlich hinter einem der zahlreichen Hügeli eine Schar Zwerge auftauchte.

4 Bei der Einkehr im «Schwämmli », das vom Skiclub Bütschwil betrieben wird, lohnt sich ein Blick ins Hüttenbuch. Danach führt der Weg mit leichtem Anstieg dem Hang entlang zur «Chrüzegg». Erstmals wird auch der Blick frei auf das Wanderziel Libingen, wo die Gallus geweihte Kirche breit in der Dorfmitte thront. Die «Chrüzegg» ist der höchste Punkt der Wanderung. Die Aussicht in die Region Toggenburg, Zürich- und Bodensee sowie in die St. Galler Oberländer-, Glarner-, Innerschweizer- und Berneralpen ist an sichtigen Tagen grandios.

5 «Libingen 1 Stunde und 25 Minuten » gibt der Wegweiser an. Der Abstieg ist steil. Eigenartig ist der Blick geradeaus und links: Wie Nadeln von Zahnbürsten erscheinen die Bäume am Horizont auf dem Grat Richtung Schnebelhorn. Unterwegs findet man wieder eine Infotafel, diesmal zur Entstehung von Tuffstein. Libingen hatte in früheren Zeiten einen Steinbruch, von wo Steine für Kirchen in Lommis und Andelfingen und auch die St. Leonhards-Kirche in St. Gallen geliefert wurden. Beim Oberen Zrick zweigt man rechts ab und wählt den Weg dem Bach entlang.

6 Denn der sehr schöne Bachlauf, der Wasser für den späteren Dietfurterbach liefert, lädt mit viel Nagelfluh und Moos zum Staunen ein. Wieder gibt eine Geoweg-Tafel interessante erdgeschichtliche Hinweise über das Geschehen der vergangenen 15 Millionen Jahre im «Hohl». Wer Zeit hat, klettert in einem Felsenbalm, einer Art Höhle, umher oder macht bei komfortablen Feuerstelle Rast.

7 Die Lourdes-Grotte, die auf den bekannten Kräuterpfarrer Künzle zurückgeht, ist der spirituelle Höhepunkt der Wanderung. Darum lohnt sich der kurze Abstecher vom Jonenholz aus. Kreuzweg-Stationen führen zur Grotte. Wo zwei Bergbäche zusammenfliessen, steht eine Marienstatue und eine Kapelle. Ein Innehalten tut gut. Die Lourdes- Grotte ist ein beliebter Hochzeitsort.

8 Ein paar Minuten noch mit einem kleiner Anstieg, und das Wanderziel Libingen, wo einst ein Kloster war, ist erreicht. Wer Zeit hat, kehrt in einer Gaststätte ein, oder bestaunt an einer Hauswand in der Dorfmitte einen riesigen Spitzbuben. Da die Kirche derzeit renoviert wird, ist keine Besichtigung möglich. Der Blick zurück zeigt die «Chrüzegg». Und bei der Fahrt mit dem Postauto nach Bütschwil öffnet sich langsam die Landschaft und wird flacher.




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