Weissbad–Wedhapfen–Untere Helchen–Ahorn–Leuenfall– Lehmen–Eugst–Wedhapfen–Weissbad

Unterwegs zum schönsten Wasserfall der Region

Von Weissbad geht es steil aufwärts, bevor der Weg bequem dem Hang entlang über Wedhapfen und Untere Helchen zur Ahornkapelle führt. Murmelnde Bäche und das Öhrli als optischer Fixpunkt begleiten auf der Wanderung durch das idyllische Wissbachtal.
10. Januar 2013, 10:17
Wer im Gasthaus Ahorn einkehren will, sollte sich im Winter zuvor über die Öffnungszeiten informieren. Von dort sind es ein paar Minuten bis zum Leuenfall. 34 Meter stürzt der Berndlibach in die Tiefe, was den St. Galler Felix Lämmler nicht hinderte, ihn mit dem Kanu zu befahren. Über Lehmen führt der Weg zurück nach Weissbad. Wer nicht mehr wandern mag, ruft den Publicar. (kl)
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Weissbad
Wanderzeit: 4 bis 41⁄2 Stunden
Weglänge: 12,7 km
Gesamtaufstieg: 690 m
Gesamtabstieg:  690 m
Ausrüstung: Wanderschuhe
Gaststätten: Hotel Weissbadbrücke, Weissbad, 0717991331, Gasthaus Ahorn 0717991221, Gasthaus Lehmen, 0717991348
Parkplätze: Parkplatzangebot in Weissbad beschränkt
Öffentlicher Verkehr: Appenzeller Bahnen, Lehmen–Weissbad: Rufbus Publicar 0848553060
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 2514 (Wanderkarte Obertoggenburg – Appenzell)
 
1 Weissbad liegt auf dem Weg nach Wasserauen, dem Ausgangspunkt für viele Alpsteintouren. Der Ort wirbt mit Gesundheits- und Wellnessangeboten, auf den ersten Wandermetern sind solche Hotels – samt entsprechenden Parkplätzen, öffentliche Parkflächen sind rar – nicht zu übersehen. Rasch gewinnt man an Höhe und sieht das Öhrli im Alpsteinmassiv vor, den Hohen Kasten hinter sich. Auf Rechböhl lädt die erste Kapelle zum kurzen Halt ein, nach einem weiterem Anstieg gabelt sich der Weg bei Wedhopfen.
 
2 Dem Hang entlang geht es, meist leicht aufwärts, manchmal abwärts, bis Untere Helchen. Oder, in Mundart: zum «Onde Hölche». In einem warmen Januar ist das eine schöne Wanderung auf laubbedeckten Wegen, aber es geht in «richtigen» Wintern auch mit Schneeschuhen. Die Sonne winkt zwischen Bäumen, Bächlein murmeln, Motorsägen kreischen um die Wette, und schön geschichtete Scheiterbeigen ziehen Blicke an. Linker Hand sind Bogartenlücke und Ebenalp zu sehen.
 
3 Nach «Onde Hölche» wird die Sicht kurz frei auf das Gasthaus Lehmen, das gegen 16 Uhr im Schatten liegt. Nach einem Abstieg und kurzem Aufstieg steht man vor der sonnenbeschienenen Ahornkapelle. Im Gegenlicht sind nur die Umrisse zu sehen. Dass die Kapelle in wärmeren Jahreszeiten offensichtlich rege benutzt wird, ist an den Sockeln für Bänke auf deren Vorplatz zu sehen. Daneben steht das stattliche Gasthaus.
 
4 Dann geht es, entlang einem Kreuzweg mit modernen Darstellungen des Passionsweges, zum Wissbach hinunter. Nach dessen Querung weist eine Tafel rechter Hand zum Leuenfall.
 
5 Nach ein paar Minuten steht man vor diesem Naturereignis. 34 Meter fällt hier der Berndlibach, der das Gebiet zwischen Öhrli und Schäfler entwässert. Kurz nach dem Wasserfall mündet der Berndlibach in den Wissbach. Bei kälteren Temperaturen ist der Leuenfall vereist, jetzt fliesst das Wasser ungehindert. Wer Zeit hat, kann von beiden Seiten des Baches zum Wasserfall vordringen, was unterschiedliche und sehenswerte Blickwinkel ergibt. Wie Christian Schwick und Florian Spichtig in ihrem Buch «Die Wasserfälle der Schweiz» schreiben, ist der Leuenfall ein «frei fallender Wasserfall», im Unterschied etwa zu kaskadenartigen Fällen wie dem Rheinfall. Sie bezeichnen das Wissbachtal mit dem Leuenfall als «traumhafte Voralpenlandschaft», die vom Schweizer Fernsehen zu Werbezwecken verwendet wurde. Ausserdem habe der Sankt Galler Felix Lämmler am 2. Januar 2007 das Unmögliche geschafft und mit einem Kanu den Leuenfall befahren. Was man sich tatsächlich nicht vorstellen kann, steht man vor dem Leuenfall. Damit übertraf Lämmler den damals geltenden Weltrekord im Wasserfallstürzen um vier Meter, später wurde seine Leistung aber zum Europarekord degradiert. Eine weitere Anekdote: Weil Felix Lämmler den Weltrekord alleine und ohne Zeugen unternahm, wurde er zunächst angezweifelt, und er befuhr den Leuenfall zehn Tage später ein zweites Mal vor laufenden Kameras. Beim Leuenfall besteht in der wärmeren Jahreszeit auch die Möglichkeit, ein Picknick samt Feuer abzuhalten.
 
6 Im Gasthaus Lehmen ist es möglich, einzukehren. Wer müde Füsse hat, kann zudem ab hier den Publicar rufen und so bequem nach Weissbad zurückkehren.
 
7 Wer sich aber anders entscheidet, wandert ein paar hundert Meter der Strasse entlang.

8 Beim gut signalisierten Abzweiger bei Eugst geht es hinunter an den Wissbach. Danach führt der Weg leicht aufwärts an der Kapelle Sieben Schmerzen Mariens vorbei Richtung Wedhopfen.

9 Nun geht es rasch: Bald ist der Verkehr wieder zu hören, und vor den Augen liegt Weissbad. (kl)




 
 

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