Brülisau–Resspass–Zapfen–Unter Kamor–Stofel–Kamor–Kastensattel–Hoher Kasten

Über den Kamor zum Kasten

Der eigentliche Höhepunkt dieser Wanderung ist der Kamor, jener Gipfel mit dem Namen, der so gar nicht zum Alpstein passen will. Kamor geht zurück auf das romanische «ganda mora» und heisst schwarzer Fels. Fast möchte man den Gipfel in einem Atemzug mit Samarkand nennen – der legendären Oasenstadt an der Seidenstrasse.
11. September 2014, 08:57
Der Hohe Kasten ist der touristisch bestens erschlossene Gipfel mit modernem Drehrestaurant. Der Kamor ist der wilde Bruder – sein Gegenentwurf. Diese Wanderung verbindet beide Welten. Wer es wagt, an einem bewölkten Tag aufzubrechen, wird von der Natur mit besonderen Wetterstimmungen belohnt.
 








 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Brülisau
Wanderzeit: 3h 24 min
Weglänge: 7,8 km
Gesamtaufstieg: 1032 m
Gesamtabstieg:  175 m
Ausrüstung: Trekking- oder Wanderschuhe
Gaststätten: Diverse Restaurants in Brülisau; Drehrestaurant Hoher Kasten, 071 799 11 17, täglich vom 1. April 2014 bis 28. Februar 2015 geöffnet
Parkplätze: Bei der Talstation der Luftseilbahn Hoher Kasten in Brülisau
Öffentlicher Verkehr: Mit den Appenzeller Bahnen und dem Postauto bis nach Brülisau
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1115, Säntis
 
1 Die Wanderung startet in Brülisau auf dem Parkplatz der Talstation der Luftseilbahn Hoher Kasten. Vor der katholischen Kirche Brülisau folgen wir dem Wegweiser in Richtung Hoher Kasten. Auf der asphaltierten Rossbergstrasse geht es geradeaus bis zur nächsten Wegkreuzung. Eine Gruppe von  Trottinettfahrern flitzt vorbei. Beim Berggasthaus Ruhsitz haben sie sich die Zweiräder gemietet. In Richtung Resspass-Forstseeli weitergehen, die Strasse verläuft nun leicht abwärts. Nach dem Überqueren des Horstbachs nach der Brücke rechts abbiegen und dem Wegweiser Richtung Resspass folgen.
Der Weg steigt langsam an und führt durch ein Waldstück, den Horstbach sehen wir nun von oben. Der Abschnitt über die Weide endet auf einer asphaltierten Strasse. Hier dem Wegweiser Richtung Ruhesitz und Resspass folgen. Nach 150 Metern zweigt ein Weg links ab und geht steil hinauf zu einem Stall. Nach 20 Metern den Weg verlassen und den gelben Markierungen folgen. Wir durchqueren ein Waldstück, eine sumpfige Wiese und gelangen bei Chratten auf eine asphaltierte Strasse. Beim nächsten Wegweiser der Strasse in Richtung Resspass folgen.
 
2 Nach einem kurzen, steilen Aufstieg erreichen wir die Passhöhe. Der Weg zum Hohen Kasten führt nun bis zu einem Aussichtspunkt, wo sich eine Bank befindet. Durch einen Wald und über eine rötliche Moorwiese führt der Wanderweg zum erstenmal wieder leicht bergab.

3 Das Gebiet Zapfen gehört zur Gemeinde Altstätten, bis zum Hohen Kasten verläuft der Wanderweg nun auf St.Galler Kantonsgebiet. Über Alpweiden geht es langsam, aber stetig bergan.
 
4 Beim Unter-Kamor gelangen wir auf die Militärstrasse. Markant sind die Lawinenverbauungen direkt oberhalb der Strasse, die wir gleich wieder verlassen und weiter dem Wanderweg folgen.
 
5 Zum erstenmal folgen wir der Militärstrasse und machen einen Abstecher zur Alp Stofel. Dort kommt uns ein Biker entgegen. Die Strecke von Appenzell über den Kamor nach Brülisau gehört zu acht markierten Mountainbike-Routen rund um Appenzell.
 
6 Auf der Strasse gehen wir weiter und tauchen ein in den Nebel. Wir schauen zum Kamor empor und erblicken eine Festung, auf der Antennen und Kommunikationsgerät angebracht sind. Die Schweizer Armee betreibt im Innern des Berges eine militärische Anlage. Wir folgen dem Strässchen weiter und werfen einen neugierigen Blick auf den Eingangsbereich, vor dem ein grüner Militärjeep parkiert ist.
Wir nehmen eine Abkürzung und folgen dem Zaun steil nach oben. Nach kurzem Aufstieg erreichen wir den Kamm und folgen dem schmalen Weg bis zum Gipfelkreuz. Der Name Kamor gehört zu den Namen, die direkt einem Fantasy-Roman entspringen könnten. Kamor stammt aus vordeutscher Zeit und geht zurück auf das romanische «ganda mora», das für «schwarze Gand» steht (Geröllhalde, Fels).
 
7 Dem Kamm entlang steigen wir zum Kastensattel hinunter. Hier befinden sich mehrere Startplätze für Deltasegler. Bei guten Wind und Wetterverhältnissen kann man ihnen hier beim Abheben zusehen. Der Gipfel des Hohen Kastens ist nun in greifbare Nähe gerückt.

8 Auf 1794 Metern über Meer haben wir unser Ziel erreicht. Gegenüber erhebt sich der grün überzogene Gipfel des Kamor. Im Drehrestaurant lassen wir uns um die eigene Achse drehen und geniessen die «rondom»-Aussicht. Gerade noch rechtzeitig bevor der Nebel den Gipfel erreicht und es zu regnen beginnt. Mit der Luftseilbahn schweben wir zurück zum Ausgangspunkt nach Brülisau.
 

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