Müllheim–Egg–Büel–Homburg–Euggerschwil–Dietehuuse–Steckborn

Über Wiesen, durch Wälder und ans Wasser

Wer beim Wandern die Abwechslung mag, ist mit dem Thurgauer Seerückenweggut bedient. Die Route von Müllheim nach Steckborn führt durch Wälder, vorbei an Weilern mit Kulturland bis hin zur anmächeligen Seelandschaft.
04. November 2015, 11:53
Auch für Kinder ist die Strecke geeignet, da sie eben ist und nicht allzu lang. Durch den Eggwald wandert man bergaufwärts zur historischen Schlossanlage Klingenberg, bevor man das 1500-Seelen-Dorf Homburg erreicht. Es folgt ein Panoramaweg, der bei schönem Wetter den Blick frei gibt auf die Berner Alpen. Nach einem Restaurantbesuch im Haidenhaus beim höchsten Punkt der Wanderung gelangt man in Kürze durch den Heidenwald an den Untersee. Am Zielort Steckborn hat man via Rundwanderweg die Möglichkeit, an den Ausgangspunkt zurückzukehren. (tva)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Müllheim, Steckborn
Wanderzeit: 2 1⁄2 Stunden
Weglänge: 10 km
Gesamtaufstieg: 331 m
Gesamtabstieg: 343 m
Ausrüstung: eine Flasche Wasser, Grillwürste, gute Wanderschuhe
Gaststätten: Restaurant Haidenhaus, Homburg (052 761 15 39)
Öffentlicher Verkehr: Postauto ab Müllheim Dorf, Rosengasse; S-Bahn ab Bahnhof Steckborn
Kartenmaterial: Landeskarte 1: 25000, Blatt 1033 Steckborn und Blatt 1053 Frauenfeld
1 Der Nebel ist dicht. Durch feuchte Luft und schwaches Licht machen wir uns auf von der Postauto- Haltestelle Rosengasse in Müllheim. Bergaufwärts durchqueren wir schmale Quartiergässchen und biegen einmal links, einmal rechts ab, bevor wir vorbei an einem Phacelia-Feld zum Eggwald gelangen. Dort sind die Blätter der Bäume rostrot und gelb, einige noch grün. Pilze säumen den Waldrand. Wir biegen rechts ein und gehen auf dem Hauptweg, das Laub raschelt unter unseren Füssen. Auf Höhe des Tannenwaldes wirds dunkler, Nadeln mischen sich mit dem Laub.
 
2 Nachher lichtet sich der Wald. Als wir ihn verlassen, wandern wir über einen Kiesweg Richtung Büel. Einige Kühe schauen uns auf dem Feld dabei zu. Leicht ansteigend tauchen Bauernhäuser auf. Auf dem höchsten Punkt erblicken wir das Schloss Klingenberg. Ein Burggraben voll Wasser umschliesst die Anlage, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Nach einem raschen Stop biegen wir wieder ein in den Wald, aber nur kurz, schon durchqueren wir wieder weite Wiesen bergab, bergauf. Auf einem Hügel sehen wir bis nach Müllheim, an klareren Tagen würde man auch die Berge dahinter erblicken. Wegen des Nebels haben wir kein Glück.

3 Auf die andere Seite hin erhaschen wir einen Blick auf Homburg mit seiner katholischen Kirche. Bis dorthin ist es abermals eine längere Strecke über Kies vorbei an brachen Feldern. Im Dorf angekommen passieren wir die Quartiere und treffen auf ein Paar Reiter auf dem Weg über die Hügel.
 
4+5 Weiter über Weiler, vorbei an Wiesen und an Bauernhäusern – ein Hund bellt und rennt uns entgegen, der Besitzer ruft ihn zurück – kommen wir zu einem steilen Hang. Der Panoramaweg führt uns zum höchsten Punkt der Wanderung. Von dort aus sieht man bei guter Witterung nicht nur Steckborn, sondern auch bis zu den Berner Alpen. An dem Tag leider nicht. Zum weissen Film in der Luft gesellt sich schon bald die Dämmerung, obwohl erst Nachmittag; weiter unten im Restaurant Haidenhaus brennen bereits die Lichter.
 
6 Nach kurzer Rast – an dem kalten Tag kehren ein paar Wanderer ein, gehüllt in dicke Socken, Schals und Mäntel – betreten wir den Heidenwald gleich neben dem Restaurant. Der Weg hindurch ähnelt jenen des Eggwaldes. Aber wir gehen in Kürze nicht mehr auf der Hauptstrecke, sondern folgen gelben Pfeilen auf eine schmale Abzweigung. Nasse Blätter, wieder rostrot, gelb und einige grün, verdecken hohe Wurzeln und spitze Steine. Auch mit guten Schuhen fällt es schwer nicht zu rutschen. Als wir auf eine geteerte Strasse gelangen, taucht bei einer Lichtung ein Grillplatz auf. Dahinter biegen wir ein letztes Mal ein in den Wald. Nach weiteren Schritten über Laub und Geröll sehen wir über offene Felder auf Steckborn und auf den Untersee. Alpakas grasen dort. Sie starren uns neugierig an, als wir das Schild mit der Aufschrift «Rundwanderweg» bemerken.
 
7 Wir haben die Möglichkeit, die knapp drei Stunden über einen runden Feldweg nach Müllheim zurückzukehren. Da die Strecke leicht zu gehen ist und grosso modo eben, erwägen wir es kurz, entscheiden uns aber zuletzt ins Tal zum See zu gehn.

8 Auf halber Höhe nach Steckborn sichten wir die Insel Höri und auch das rote Logo der Nähmaschinen- Firma Bernina. Bei einigen Häusern stehen noch Kürbisse, bei anderen liegen lediglich noch die Blätter auf dem Kompost. Ein Passant gibt uns den Tip, das Museum Turmhof zu besichtigen. Wir verzichten. Stets bergabwärts erreichen wir den Bahnhof, wo uns die S-Bahn heimfährt.

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