St.Gallen Riethüsli–Wattbachtobel–Wolfganghof–Störgel– Gmünden–Kühnishaus–Zweibruggen–St.Gallen Haggen

Über viele Brücken musst Du gehn

Stadtwandern ist «in». Erst recht in einer Stadt, die sich gerne als solche «im grünen Ring» bezeichnet.
20. September 2012, 08:25
Wir erkunden deren südwestlichen Teil mit Abstechern ins Ausserrhodische, wandern durch das wild-romantische Wattbachtobel und überqueren zahlreiche Brücken und Brücklein; zunächst die fast 100 Meter hohe Ganggelibrogg, gefolgt von der Gmündertobelbrücke, zum Schluss die über 200 Jahre alten Hüslibrücken in Zweibruggen. So kurz und stadtnah die Wanderung auch ist, sie führt teils durch steil abfallendes Gelände. Gutes Schuhwerk wird daher empfohlen. Und kläffende Hofhunde sollte der Ausflügler auch nicht fürchten.
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: St. Gallen Riethüsli – St. Gallen Schlössli Haggen
Wanderzeit: 2 Stunden
Weglänge: 9 km
Gesamtaufstieg: 440 m
Gesamtabstieg: 642 m
Ausrüstung: Wanderschuhe
Gaststätten: Schwanen Niederteufen (bei der Gmündertobelbrücke), Mi/Do/Fr 11-14 und 17-24 Uhr, Telefon 071/333 17 25, Schlössli Haggen, Mo/Di geschlossen, Telefon 071/277 31 01
Parkplätze: Riethüsli und Wolfganghof (blaue Zone)
Öffentlicher Verkehr: Bus Nr. 5 ins Riethüsli; vom Zielpunkt Bus Nr. 4 zum Hauptbahnhof
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25 000, Blatt 1095 Gais
 
1 Wir starten unsere Wanderung an der Endstation Riethüsli. Die zahlreichen Pendler aus dem Appenzellerland tragen hier wesentlich zum regen Durchgangsverkehr bei. Stadtwärts dominieren die ARSchilder: Wohnen auf dem Land, arbeiten in der Stadt, das ist in Teufen beispielsweise besonders steuergünstig zu haben. Wer dem Strassenverkehr auf dem Weg ins Wattbachtobel wenigstens für 200 Meter ausweichen will, nimmt auf der Teufener Strasse Richtung Lustmühle den Abzweiger «Im Grund». Nach einem halben Kilometer ab Bushaltestelle ist es dann geschafft: Natur findet endlich Stadt.
 
2 Beim Restaurant Liebegg – nach drei (!) Tankstellen – führt der Wanderweg schnurstracks in den Wald, beim Schmutzwasserpumpwerk Liebegg vorbei an einem hübschen kleinen Skulpturenpark. Und schon rauscht nur noch der Bach: der Wattbach. Wir treten ein in ein wildromantisches und teils auch recht abschüssiges Schutzgebiet, wo sich’s am Bachufer vortrefflich bräteln, bei entsprechenden Temperaturen auch bädelen lässt. Nach einem knappen Kilometer, «I der Held», so heisst es da, beim Steg Richtung Tonisbüel und Gmünden, lädt ein kleiner Natur-Pool äusserst verlockend zum Bade. Wir halten Richtung Haggen, steigen aus dem Tobel und werden mit einem prächtigen Ausblick auf Alpstein und Hundwiler Höhe entschädigt.
 
3 Schnell ist das Tobel durchlaufen, und bereits langen wir nach einer Viertelstunde auf der Haggenstrasse im Wolfganghof an. Wir biegen links ab auf die imposante, fast 100 Meter hohe und 350 Meter lange Ganggelibrogg (ideal für solche, die ihre Höhenangst mittels Rosskur therapieren wollen), die über Störgel nach Stein AR führt. Seit der Totalsanierung vor drei Jahren «ganggelet’s» übrigens nicht mehr. Erstaunlich nur, dass das Stahlungetüm mit Baujahr 1936/37 noch nicht von der adrenalingetriebenen Bungee-Jump-Spass-Gilde entdeckt wurde. Zum Glück natürlich!
 
4 Wir verlassen die Ganggelibrogg und halten geradeaus Richtung Störgel, wo das berühmte «Weisse Schäfli» zur Einkehr lädt. Allerdings nur mehr an gewissen Tagen, sogenannten Thementagen, sonst (ab 12 Personen) auf Voranmeldung (071 367 11 90). Weiter geht’s geradeaus, wo am Strassenrand sogar Palmen (in Töpfen) und Trauben (an Stöcken) wachsen.
 
5 Bei der Postautohaltestelle Rämsen-Störgel links auf die Kantonsstrasse Richtung Niederteufen abbiegen. Ein kurzes Stück begleitet uns der Autoverkehr. Wir überqueren die Gmündertobelbrücke, die soeben saniert wurde, und lassen die STA (Strafanstalt) Gmünden gerne rechts liegen. Viel einladender wirkt der unmittelbar ennet der Brücke gelegene «Schwanen», bekannt für seine Mischtchratzerli und einen feinen Hackbraten.
 
6 Nach 200 Metern biegen wir links ab nach Schwantlen (Vorsicht: bellender Hund). Bald kommt ein prächtiger Reiterhof, danach überqueren wir das kleinste Brüggli auf unserer Wanderung.

7 Es folgt eine kleine Steigung über die Wiese hoch nach Kühnishaus, wo herausgeputzte und mit Blumenschmuck behangene Häuser den Weg säumen. Wir halten links Richtung Haggen, und kurz nach der Feuerstelle führt der Weg steil hinunter zurück ins Wattbachtobel.

8 Gutes Schuhwerk ist auf dem schmalen und rutschigen Grat im Gmünder Tobel zwingend. Wir halten links Richtung Zweibruggen. Nach ein paar steilen Metern sind wir wieder unten beim Wattbach, wo selbiger bei den zwei Hüslibrücken (Baujahr 1787 und älter) in die Sitter mündet. Auch hier lässt sich’s vor dem Wiederaufstieg zur Ganggelibrogg vortrefflich bräteln und baden.

9 Wer einkehren will, tut dies dann am besten auf der anderen Seite der Brücke, im stadteigenen Schlössli Haggen, von wo auch der Bus zum Hauptbahnhof fährt.



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