Lömmenschwil – Ladhueb – Chesswil – Schmitten – Ruine Alt Ramschwag – Sitterufer – Häggenschwil – Lömmenschwil

Über Felder und durch Weiler zur Ruine Alt Ramschwag

DieTour beginnt im Grenzgebiet der Kantone St.Gallen und Thurgau in Lömmenschwil.
22. August 2013, 09:32
Der Weg folgt zunächst der «Alten Konstanzerstrasse» Richtung Muolen. Doch Muolen bleibt im Norden liegen. Im Weiler Chesswil biegt der Weg rechtwinklig nach Süden ab und trifft schliesslich in Rohrenmoos auf die gleichnamige Käserei von Meisterkäser Marcel Züger. Statt beim köstlichen Emmentaler zu verweilen, geht’s nun oberhalb der Sitter weiter bis zur Ruine Alt Ramschwag. Sie wurde um 1440 verlassen, als ein Teil davon in die Sitter stürzte. Nach einer kurzen Stippvisite am Sitterufer geht es zurück über Häggenschwil nach Lömmenschwil. (bor)



 

 


 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Wirtschaft Ochsen Lömmenschwil
Wanderzeit: 4 Stunden
Weglänge: 14 km
Gesamtaufstieg: 304,2 m
Gesamtabstieg:  304,2 m
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Gaststätten: Restaurant Landbau, Winden (071 290 21 22); Restaurant Traube, Rohrenmoos (071 298 53 30).
Parkplätze: gegenüber Ochsen
Öffentlicher Verkehr: Postauto Linie 205
Kartenmaterial: Wanderkarte 1:25000 St. Gallen und Umgebung; Landeskarte 1:25 000, Blatt 1075, Rorschach.
 
1 Der Start und Ziel dieser Rundwanderung ist die Wirtschaft zum Ochsen in Lömmenschwil. Hier kann man sich gutbürgerlich verpflegen lassen. Der Weg führt dann am Ortsmuseum und der Feuerwehr Häggenschwil vorbei. Er ist bezeichnet mit Alte Konstanzerstrasse. Und obwohl nicht durchgängig geteert, kann es schon sein, dass man Fahrzeugen begegnet und sei es, dass der Grossvater den kleinen Enkel auf dem Motoroller spazieren fährt.
 
2 Über Sonnenberg führt die alte Verbindung zwischen St. Gallen und Konstanz nach Unter Atzenholz, wo die Hauptstrasse überquert und links liegen gelassen wird. Wer jetzt eine Verschnaufpause braucht, der kann sich im Restaurant Landbau stärken.
 
3 Jetzt quert der Weg den grossen Hof Ladhueb. Und weiter geht es über Wiesen und durch Weiler.
 
4 In Chesswil schliesslich lässt man die Alte Konstanzerstrasse rechts liegen und biegt rechtwinklig nach Süden ab. Unterwegs trifft man immer wieder auf Weidevieh. Und da kann auch einmal eine Herde Wasserbüffel darunter sein. Ähnlich den schottischen Hochlandrindern geben diese auch ein sehr zartes und schmackhaftes Fleisch ab. Es gibt sie also noch die innovativen Bauern.
 
5 Besonders gut in seinem Job ist der Käser Marcel Züger. Er führt mit Yvonne Züger die Emmentaler-Käserei Rohrenmoos in der 4. Generation und hat es zum Meisterkäser gebracht. Aus der Milch, die umliegende Bauern hier anliefern, werden jährlich 200 Tonnen AOCEmmentalerkäse produziert.
 
6 Nachdem die Strasse bei der Käserei überquert wurde, steigt der Weg nun ab Schmitten etwas an und führt über Feld und Wald oberhalb der Sitter entlang.

7 In Finkenbach geht es nun in Richtung Sitter und Ruine Alt Ramschwag.

8 Die Ruine verfügt über eine grosse Feuerstelle, wo man im Schatten des alten Burgfrieds grillieren und neudeutsch ausgedrückt chillen kann. Die Ramschwager Burgherren verwalteten nicht nur allein sankt-gallisch-äbtisches Lehen, sie waren auch zuständig für benachbarten Besitz des Bischofs von Konstanz. Im 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Habsburger bildete sich in dieser Gegend ein neuer Adelsstand heraus, der Beamtenadel. Die Ramschwager bildeten ein besonders gutes Beispiel dieser «modernen» Ritterschaft, heisst es im Verzeichnis der Schweizer Schlösser. Aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind zwei bedeutende Ramschwager bekannt, welche absolut habsburgertreu waren: Ulrich und dessen Sohn Heinrich Walter. Im Streit um die Abtwürde von St. Gallen zwischen Wilhelm von Montfort dem rechtmässig gewählten, und Konrad von Gundelfingen, dem von König Rudolf (I) ernannten Gegenabt, stellte sich Ulrich auf die Seite Habsburgs und wurde an Stelle Heinrichs (II) von Sax als Klostervogt über die Abtei St. Gallen eingesetzt. Durch Heirat gelangte Alt Ramschwag an Rudolf von Rosenberg-Zuckenriet. 1427 von Rosenberg die Feste an Ulrich und Burkard von Helmsdorf, süddeutsche Adelige, welche im Thurgau grossen Besitz hatten. Alt Ramschwag blieb bis 1440 in Helmensdorfer Besitz. Damals stürzte ein Teil der Burg in das Sittertobel ab. Der letzte Besitzer, der Bauer Hans Rudolf Koller, verkaufte dann alles demontierbare Material.

9 Von der Ruine folgt der Weg oberhalb der Sitter. Nach einer kurzen Stippvisite am Flussufer geht es durch den Wald wieder hinauf nach Engelsbüel.

10 Von dort gelangt man über Täschlihusen schliesslich nach Häggenschwil. Vor der dortigen Raiffeisenbank steht ein 2006 an der Olma ersteigerter «Bankräubär». Am Ende des Dorfes hält man sich links und gelangt so wieder zurück nach Lömmenschwil. (bor)
 

 
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