Vättis–Langwies–Unter Kunkels–Eggwald–Ober Kunkels–Kunkelspasshöhe– Ober Kunkels–Langwies–Hüttenwis–Vättis

Tierische Streifzüge unter dem wilden Calanda

Die Wanderung von Vättis zur Kunkelspasshöhe und zurück führt durch das Streifgebiet der Calanda-Wölfe. Wer früh aufbricht, kann Glück haben und Wildtiere sehen.
14. Oktober 2015, 14:42
Darunter Gemsen, Rehe, Füchse und vielleicht einen von der Stiftung Pro Bartgeier Schweiz im Calfeisental ausgewilderten Vögel. Die Bartgeier stammen aus dem Natur- und Tierpark Goldau, wo es die einzige Bartgeierzucht-station der Schweiz gibt. Der Weg ist geeignet für Kinderwagen, wenn man der Strasse folgt. Hunde sollte man im Wolfsgebiet immer an der Leine führen. (bor)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Vättis
Wanderzeit: 5 Stunden
Weglänge: 16,5 km
Gesamtaufstieg: 610 m
Gesamtabstieg: 608 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk
Gaststätten: Restaurants in Vättis Unterwegs: Bergrestaurant Eggwald, offen jeweils von 11 bis 18 Uhr, Mai bis November, abends auf Anmeldung, Montag, Dienstag Ruhetag, Tel.: 081641 111 9; Berggasthaus Überuf, Kunkelspass, täglich ab 10.30 Uhr bis 20 Uhr, 26./27.10. geschlossen, Saisonende 1. November, Tel.: 081641 1162.
Parkplätze: Vättis, Parkplatz Langwies vor gesperrter Strasse.
Öffentlicher Verkehr: Postauto Linie 80.451
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 1175 Vättis, 1195 Reichenau, Sardona 1:50000 247T
1 Es ist noch dunkel beim Start der Wanderung ab dem Dorfzentrum Vättis und nicht immer hat man mit dem Wetter Glück. Vättis ist das südlichste Dorf des Taminatales und des Kantons St.Gallen. Es ist ein idealer Ausgangsort für tierische Streifzüge zu Füssen des Calanda-Massivs. Im Tal und an den Berghängen leben zahlreiche Wildtiere. Hin und wieder lohnt sich ein Blick zum Himmel, denn die Stiftung Pro Bartgeier Schweiz hat im nahegelegenen Calfeisental Bartgeier ausgewildert. Sie stammen aus dem Natur- und Tierpark Goldau, der einzigen Bartgeierzuchtstation der Schweiz. Drei Meter beträgt die imposante Flügelspannweite. Und noch eine sehr beeindruckende Tierart lebt hier. Es ist eine Familie Wölfe. Die scheuen Tiere bekommt ein Wanderer indessen wohl kaum zu Gesicht. Wie den Bartgeiern schlägt auch den Wölfen nicht nur Sympathie entgegen. Wer einen Hund auf diesen Ausflug mitnimmt, sollte den stets an der Leine führen. Die Wanderung ist ab Vättis grundsätzlich gut ausgeschildert. Variationen unterwegs sind möglich. Das Wahrzeichen von Vättis ist der 2808 m hohe Calanda. Für ein Hochtal hat Vättis ein recht mildes Klima. Im Tal und in den Bergen trifft man neben einer artenreichen Tierwelt auch auf eine reichhaltige Vegetation. Ausserdem ist Vättis mit dem Chrüzbachtobel und den Gipfeln Sardona und Ringelspitz Teil des Unesco-Welterbes Tektonikarena Sardona. Im 950 Meter hoch gelegenen Bergdorf betreiben Hans Ulrich Frey und Stephan Burkhardt seit 2001 die «Offizin Parnassia». Was als Faszination für alte Bücher begann, ist in kurzer Zeit zu einer Gesamtwerkstatt (Offizin) gewachsen, in der in alter Handwerksart Bleilettern gegossen werden. Mit diesen Buchstaben wird auf Handpressen gedruckt bis die Bücher dann in klassischer Art gebunden werden können. Ein Besuch bei den leidenschaftlichen Buchliebhabern ist wie eine Zeitreise und lohnt sich unbedingt. Am besten man meldet sich an (Telefon: 0813061470).
 
2 Für die Wanderung hoch hinauf zum Kunkelspass sollte ein bisschen mehr Zeit als auf den Wegweisern angegeben veranschlagt werden. Immer wieder bietet sich nämlich die Gelegenheit die steinigen Berghänge etwa nach Gemsen abzusuchen. Streckenrekorde gilt es nicht zu brechen, wenn man das eine oder andere Wildtier vor die Kamera oder den Feldstecher bekommen will. Dann ist Ruhe und Geduld gefragt. Der Weg führt zunächst am rechten Ufer des Görbsbaches ein Stück den Hang hinauf und trifft dann wieder auf die Talstrasse. Schon gleich nach dem Ortsausgang zeigen sich in der Morgendämmerung zwei Rehe. Zwei weitere direkt nach der Kantonsgrenze schon auf Bündner Boden unterhalb der Langwies. Hier endet auch die offizielle Strasse. Ab jetzt braucht es für den Kunkelspass eine Sonderbewilligung; für Fussgänger natürlich nicht. Die wiederum rasten im gemütlichen Bergrestaurant Eggwald, wo Lucia ihre Gäste herzlich empfängt.

3 Über die Passstrasse führt nun der Weg hinauf zum Kunkelspass mit dem Berggasthaus Überuf. Funde legen nahe, dass der Saumweg über den Kunkelspass schon zur Römerzeit überquert wurde. Der Kunkel diente lange als Ausweichroute, wenn das Rheintal bei Hochwasser nicht begehbar war, oder zur Umgehung der dortigen Zollstationen. Der Kunkelspass verbindet Vättis im Kanton St.Gallen mit Tamins im Bündnerland.
 
4 Der Rückweg nach ausgiebiger Rast führt rechterhand oberhalb der Talsohle durch den Wald am Hang entlang. Nach Langwies hält man sich bei Hüttenwies erneut rechts und folgt dem Waldpfad.
 
5 Dieser endet schliesslich wieder im Dorfzentrum Vättis. (bor)
 
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