Wasserauen–Klein Hütten–Ma–Obere Mans–Alp Sigel–Bergstation Luftseilbahn Alp Sigel–Pfannenstiel–Brülisau

Steil bergauf ins Alpglück

Schnappschuss auf der Route (Julia Nehmitz)
Am Bahnhof Wasserauen heisst es auf dem Wanderwegschild «Alp Sigel 2:15h». Doch diese gut zwei Stunden haben es in sich, 837 Höhenmeter wollen bewältigt werden.
18. Oktober 2012, 08:20
Aussicht und Panorama lohnen die Mühen – immer wieder eröffnen sich spektakuläre Aussichten auf Ebenalp, Säntis, Bodensee, Seealpsee oder Sämtisersee. Zu Beginn der Tour teilt man sich den Weg mit den vielen Ausflüglern, die zum Seealpsee wandern. Doch ab der Weggabelung bei Klein Hütten keucht man fast allein bergauf. Runter geht’s gemütlich mit der 2011 eröffneten Luftseilbahn, die auf Knopfdruck an der senkrechten Felswand vorbei ins Tal schwebt. (miz)
 

Das Höhenprofil der Wanderung

Das Höhenprofil der Wanderung









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Von Wasserauen über Alp Sigel nach Brülisau
Wanderzeit: 3 Stunden
Weglänge: 7,8 km
Gesamtaufstieg: 837 m
Gesamtabstieg: 139 m
Ausrüstung: Festes Schuhwerk
Gaststätten: Wasserauen: Hotel Wasserauen 071 799 11 55; Gasthaus Alpenrose 071 799 11 33; Brülisau: Hotel Krone 071 799 11 05; Gasthaus Rössli 071 799 11 04
Parkplätze: Wasserauen, Pfannenstiel, Brülisau
Öffentlicher Verkehr: Appenzeller Bahn bis Wasserauen, Postbus von Brülisau nach Schwende, von dort Appenzeller Bahn
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25 000, Blatt 1115 Säntis
 
Karte der Wanderung Zoom

Karte der Wanderung

 Mit der Appenzeller Bahn direkt ins Wandergebiet: Gleich beim Bahnhof Wasserauen zeigen die gelben Wegweiser Richtung Alp Sigel. Doch die darauf angegebenen 2.15 h gelten für Bergfexe – sporadische Freizeitwanderer benötigen deutlich länger. Über Wiesen geht es leicht bergan, an Schönwettertagen ist der Himmel voller Gleitschirmflieger, die direkt beim Bahnhof Wasserauen landen. Durch ein ausgetrocknetes Flussbett geht es links hoch in den Wald, viele Stufen hinauf. Zwischen den Bäumen hindurch eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf die Ebenalp gegenüber. An einem Wasserfall entlang, den Bach kreuzen – und hinaus auf eine Weide.
 
Kurz vor Klein Hütten teilt sich der Weg: der Grossteil der Wanderer folgt der Beschilderung zum Seealpsee. Nach links führt steil über eine Weide ein schmaler Pfad bergauf, Alp Sigel ist laut Schild noch 1.45 h entfernt. Der Pfad schlängelt sich über die Weide hinauf in den Wald, wieder geht es steil über viele Stufen, wunderschöne Ausblicke belohnen auch hier. Am Waldrand queren wir ein trockenes Bachbett, das schroffe Bogartenmannli vor uns.
 
Am Ma (1433m) teilt sich der Weg. Rechts geht es über die Bogartenlücke zum Fählensee. Wir halten uns links Richtung Mans, Alp Sigel. Flankiert von hohen Felsen schlängelt sich der Weg über eine steile Wiese. Schon verrückt, wo Kühe überall weiden können. Kurz bevor wir Obere Mans erreichen, sehen wir vom Säntis bis zur Ebenalp, später schimmert der Bodensee in weiter Ferne.
 
4 Vor der Oberen Mans verläuft der Weg das erstemal eben. Vorbei an den letzten Kühen, die neugierig am Wegesrand grasen und freundlich mit ihren Glocken bimmeln, zur Alp Obere Mans (1555m). Hinter dem Weidezaun öffnet sich der Blick, später blitzt tief unten der Sämtisersee zwischen den Bäumen, in der Ferne umkreisen Gleitschirmflieger den Hohen Kasten. Wir halten links in Richtung Alp Sigel, auf dem schmalen Weg geht es – wieder – bergauf.
 
Ein Trampelpfad an Weidezäunen entlang, über eine von Kühen zerfurchte Wiese. Die ersten Häuser der Alp Sigel tauchen auf. Die Ställe sind leer, die Tiere schon im Tal, keine Menschenseele unterwegs. Ein Gasthaus suchen wir vergebens, Rucksackverpflegung ist angesagt. Wohl noch ein Grund, warum sich nicht so viele Ausflügler auf die Alp Sigel verirren.
 
Von den Alphütten an laufen wir auf einem Fahrweg weiter, Alp Sigel Gondelbahn ist ausgeschildert. Es folgt der wirklich letzte und nur noch mässige Anstieg, die Strecke bis zur Bergstation der Gondelbahn (1598m) ist direkt gemütlich. Bis 1964 war die Alp Sigel nur zu Fuss erreichbar. Die Alpgenossenschaft baute eine Seilbahn, aus Kostengründen und mangels geeigneter Fahrzeuge erschien eine Strasse ungeeignet. 1995 erfolgte eine umfassende technische Erneuerung, die Fahrzeit konnte von 11 auf 7,5 Minuten verkürzt werden. Doch an einem Juniabend 2008 riss während eines Gewitters das Seil, die Kabine mit den leeren Milchkannen stürzte ab. Weil man im Tal Mehrverkehr vermeiden wollte, verzichtete man erneut auf eine Strasse. Im Mai 2011 wurde die neue Seilbahn eröffnet. Jeweils vier Personen finden in den zwei Kabinen Platz, die auf Knopfdruck losfahren. Innerhalb von fünf Minuten schwebt man an einer senkrechten Felswand entlang 657 Höhenmeter hinab. (täglich bis 31.Oktober, 8-18 Uhr)

Die Tickets (einfache Fahrt Erwachsene 17, Kinder 8 Franken) löst man nach der Fahrt am Automaten in der Talstation Pfannenstiel. Von dort folgt man der Strasse nach Brülisau.

Am Fusse des Hohen Kastens in Brülisau wartet das Postauto nach Schwende – oder im Gasthaus ein kühles Getränk. (miz)



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