Wil – Wilen b. Wil – Ägelsee – Littenheid – Giessenfall – Altbach – Kirchberg

Sagenhafte Moorlandschaft und kühles Naturschauspiel

(Kathrin Reimann)
Vom Bahnhof Wil her führt die Wanderung durch einen wenig bekannten Stadtteil nach Wilen. Entlang des sagenumwobenen Naturschutzund Moorgebietes Ägelsee hört man Frösche quaken und findet Blumen und Schmetterlinge jeglicher Farbe.
28. Juni 2012, 16:17
Kathrin Reimann
Bald ist das malerische Dorf Littenheid erreicht, wo das Restaurant Wiesental zur Rast lädt. Von dort geht es hinauf in den kühlen Wald. Bächen und lehmigen Hängen entlang gelangt man über Brücken zum tosenden Giessenfall. Hier lässt es sich planschen und picknicken. Auf einem von Dachsbauten gesäumten Weg erreicht man dann Kirchberg mit seiner markanten Heiligkreuzkirche.
 








 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Wil Bahnhof, Kirchberg Post
Wanderzeit: 3 Stunden
Weglänge: 11,3 km
Gesamtaufstieg: 400 m
Gesamtabstieg: 235 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk
Gaststätten: Littenheid, Restaurant Wiesental, 071 923 40 80 Dietschwil, Restaurant Landhaus, 071 930 07 93
Parkplätze: Wil Bahnhof
Öffentlicher Verkehr: Diverse Verbindungen nach Wil, WilMobil ab Kirchberg Post nach Wil
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blätter 1073 (Wil) und 1093 (Hörnli)
 
Die Wanderung startet am Bahnhof Wil, den man mit Zug, Postauto oder Auto gut erreicht. Von hier geht es am Bergholz vorbei in Richtung Wilen. Dabei entdeckt man eine weniger bekannte Seite der Äbtestadt: Verschiedene freikirchliche Gemeinden haben sichhier niedergelassen; ein islamisches Zentrum befindet sich in Planung.
 
2 Unbemerkt überquert man die Kantonsgrenze und erreicht bald Wilen im Hinterthurgau. Hier lässt sich beobachten, wie sich die Agglomeration in die Landschaft frisst – Neubauten sind wie Pilze aus dem Boden geschossen oder noch im Bau.
 
Den Beton lässt man dann hinter sich und gelangt entlang eines lauschigen Waldrandes in das Naturschutzgebiet Ägelsee. Das Flachmoorgebiet bietet Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. So hört man Frösche quaken – Schmetterlinge fliegen durch die Luft, und Pflanzen verströmen ihre Düfte. Der Name des Ägelsees geht auf seinen ursprünglichen Inhalt zurück: Der einstige See von geringer Tiefe soll ein aussergewöhnlich grosses Vorkommen an Blutegeln beherbergt haben. Im Winter ist die Gegend bisweilen überflutet und findet so zurück in ihre Vergangenheit. Aus dieser erzählt die Sage von Soldaten, die einen ansässigen Bauern beraubt haben sollen. Dieser wies ihnen aus Rache den falschen Weg nach Littenheid, worauf sie alle kläglich im Moor umkamen.
 
4 An einem sonnigen Tag kann eine solche Sage keine Furcht schüren, und so folgt man frohen Mutes dem leicht erhöhten Naturweg ins malerische Littenheid, welches hauptsächlich aus Gebäuden der psychiatrischen Klinik besteht. Hier bietet sich, ausser am Donnerstag, die Möglichkeit zur Einkehr im Restaurant Wiesental. Gestärkt nimmt man den Aufstieg durch den Wald in Angriff. Vorbei an ausgedienten Munitionslagern führt der Pfad tiefer in den Wald, wo der abzweigenden Wanderweg Richtung Schönau rechts liegengelassen wird, um geradeaus über einen kleinen Pass in das Tal des Altbachs zu gelangen. Über hölzerne Brücken und Treppen kommt man dem Giessenfall näher. Kleinere Wasserfälle rauschen als Vorboten entgegen. Unterwegs findet man Feuerstellen und Bänke, um sich im kühlen Wald zu erholen oder den Anblick des Wassers und der lehmigen Hänge zu geniessen.
 
5 Weit ist es nicht mehr bis zum Giessenfall, bald ist sein Rauschen zu hören und das wunderschöne Naturschauspiel erreicht. Aus sieben Metern Höhe prasselt das Wasser ins Bachbett. Obwohl der Bach meist harmlos ist, kann er nach Gewittern Hochwasser führen. An heissen Tagen lässt es sich hier gut planschen und baden. Oberhalb des Giessenfalls findet sich eine einladende Feuerstelle mit Platz zum Spielen. Ein solider Zaun schützt vorwitzige Kinder und Hunde davor, es dem von Dietschwil kommenden Bach gleichzutun und in die Tiefe zu stürzen. Wer sich verpflegen möchte, ohne sich am Grill abzumühen, folgt dem Bach für einen kurzen Abstecher in sein Herkunftsdorf, wo das «Landhaus» Gäste bewirtet.

6 Danach führt der Weg weiter durch das Altbachtal in Richtung Kirchberg. Auf dem Letten entdeckt man Dachsbauten und ein imposantes Kieswerk.
 
7 Nach einer guten Stunde ist Kirchberg erreicht. Hier empfiehlt sich der Besuch der Heiligkreuzkirche, die um das Jahr 1000 durch das Kloster St. Gallen erbaut wurde und in der Barockzeit ihre heutige Gestalt erhielt. 1685 soll sich hier ein Wunder ereignet haben; Kirchgänger beobachteten, wie sich das mit drei Nägeln befestigte Kreuz von der Mauer weg bewegte. Wer hier kein Wunder erlebt, kann sich in einem der umliegenden Gasthäuser mit einer Einkehr trösten. Halbstündlich bringt einen dann der Bus zurück nach Wil.
 




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