Stutheien–Schloss Steinegg–Staanegger Weier–Nussbaumen– Nussbaumersee–Ruine Helfenberg–Hüttwilersee

Römer, Ritter und viel Wasser

Von den Resten der römischen Villa Hüttwilen-Stutheien gelangt man durch ein dichtes, schluchtiges Wäldchen zur nächsten Sehenswürdigkeit Schloss Steinegg.
02. Mai 2013, 16:05
Auch wenn sich dieses in privatem Besitz befindet, lädt es doch von aussen zum Träumen ein. Danach gelangt man durch das malerische Nussbaumen zum Nussbaumersee. Dieser geht fast nahtlos in den Hüttwilersee über. Beide laden zum Bade. Zuerst wird ein Abstecher zur mittelalterlichen Ruine Hüttwilen-Helfenberg gemacht. Durch eine Moorlandschaft gelangt man schliesslich zum Vogelbeobachtungsturm, der einen traumhaften Blick übers Wasser gewährt. (kar)
 




 

 

 

 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Hüttwilen, Stutheien
Wanderzeit: ca. 3 Stunden
Weglänge: 12,7 km
Gesamtaufstieg: 251 m
Gesamtabstieg:  251 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Badesachen
Gaststätten: Hüttwilen: Eintracht, 0527471113, Hirschen, 0527471121, Besenbeiz Seehalde 0527471212; Nussbaumen: Freihof, 0527451262, Löwen, 0523170880
Parkplätze: Bei der Römersiedlung Stutheien und der Badi Hüttwilen
Öffentlicher Verkehr: Frauenfeld–Wil-Bahn (FW), Postauto Linien Frauenfeld – Hüttwilen und Frauenfeld – Diessenhofen
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1052, Andelfingen
 
1 In gemütlichem Tempo fährt man mit der Frauenfeld-Wil-Bahn von Wil nach Frauenfeld. Das Postauto bringt einen dann nach Hüttwilen, Stutheien. Von dieser Haltestelle ist es nur noch ein Katzensprung zu den Überresten der römischen Villa aus dem Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus. Den Informationstafeln des Amts für Archäologie ist viel Wissenswertes über die ehemalige Siedlung zu entnehmen. Etwa wie die Römer, die eine ausgeprägte Badekultur hatten, ihr Badewasser ableiteten und mit einer Bodenheizung wärmten. Der Wiler Maler Karl Peterli hat die Villa rekonstruiert und dank dieses Bilds kann man sich lebhaft vorstellen, wie es hier vor langer Zeit aussah.
 
2 Dem Wanderweg folgend, geht es nun in Richtung Schloss Steinegg. Der Weg führt in einen dichten Wald. Munter plätschert einem das Steinegger-Bächli entgegen, welches die Römer für ihre Heiss und Kaltbäder ableiteten. Durch ein malerisches Tobel steigt man zum Schloss Steinegg hinauf. Dieses ist zwar in Privatbesitz und darf nur von aussen bestaunt werden, aber ein Blick auf das im Neorenaissance- Stil umgebaute Schloss aus dem 13. Jahrhundert lohnt sich auch von dort.
 
3 Nun macht man kehrt und folgt dem Wanderweg in Richtung Nussbaumen. Auf diesem Weg geniesst man einen herrlichen Ausblick auf die Seen, wie auch auf die Churfirsten. Kurz vor Nussbaumen kommt man am fast versteckten Staanegger Weier vorbei.
 
4 Dann erreicht man das schmucke Nussbaumen, welches mit seinen stattlichen Fachwerkhäusern und den schönen Dorfbrunnen fast wie aus einem Bilderbuch aussieht. Wer sich hier stärken will, kann sich zwischen dem «Freihof» und dem «Löwen» entscheiden.
 
5 Von weitem sah man ihn schon, und nun kommt man dem Nussbaumersee endlich näher. Der Natursee verfügt über einen Sprungturm, und an mehreren Stellen kann gebadet und grilliert werden.
 
6 Entlang des verwachsenen Ufers gelangt man über Stege und Brücken zur Ruine Helfenberg. Zuerst geht es aber durch den idyllischen Moorwald. Dann ist man bei der mittelalterlichen Ruine, welche 1331 als Wasserburg, ein Lehen des Klosters St. Gallen, zum erstenmal erwähnt wurde. Bereits anfangs des 15. Jahrhunderts war die Burg nicht mehr bewohnt, das zugehörige Land wechselte aber mehrfach die Besitzer, zu denen auch das Kloster Ittingen gehörte. 1978 übernahm der Kanton Thurgau die Ruine zum symbolischen Preis von einem Franken. Heute ist sie ein gut erhaltenes und beliebtes Ausflugsziel und verfügt sogar über Feuerstellen im Innern.

7 Um wieder auf den Wanderweg zu gelangen, muss man nach dem Burg-Besuch umkehren und kommt nun auf die Wanderwege zum Hüttwilersee. Einer führt durch sumpfiges Gebiet, der andere nicht. Wer sich für den Weg durch den Sumpf entscheidet, darf sich nicht über durchnässte Schuhe, tiefschwarze Socken und dreckige Hosen wundern. Als Entschädigung führt der Pfad aber durch ein herrlich verwachsenes und märchenhaftes Naturparadies. Über einen Holzsteg gelangt man an den Hüttwilersee. Oberhalb des Sees befindet sich eine Besenbeiz und am östlichen Ende liegt ein Strandbad mit Sprunganlage, Floss, Spielplatz, Grillstelle und Restaurant. Auf dem Weg zum Strandbad kommt man an einem Vogelbeobachtungsturm vorbei. Der kurze Aufstieg lohnt sich, um einen wundervollen Ausblick über das tiefblaue und von Bäumen umgebene Gewässer zu bekommen.
 
8 Vom Hüttwilersee ist man entweder schnell wieder an der Posthaltestelle Stutheien, oder man macht noch einen Abstecher ins nahe Dorf Hüttwilen und kehrt dort zum krönenden Abschluss in eines der Gasthäuser Eintracht oder Hirschen ein.
 
 

Dateigröße : 190.79 KBytes.
Download : Jetzt herunterladen!

Leserkommentare

Anzeige: