Kradolf–Götighofen–Buchackern–Biessenhofer Weier–Schocherswil– Amriswil

Rebberge, ein idyllischer Weiher und ein Naturstadtpark

Diese leichte Frühlingswanderung führt auf einem kleinen Hochplateau südlich der Hauptverkehrsachse von Kradolf nach Amriswil. Der mustergültig markierte Weg führt über Wiesland und entlang von Rebbergen via Götighofen und Buchackern zum Biessenhofer Weier.
29. April 2015, 15:15
Das um 1650 künstlich angelegte Gewässer liegt mitten im Wald und ist heute ein Amphibien-Laichgebiet von nationaler Bedeutung. Nach Schocherswil führt der Weg durch ein verlassenes Bachtälchen und in sanftem Abstieg Richtung Amriswil. Das letzte Wegstück durchquert einen eigentlichen Naturstadtpark und endet beim Friedhof und der Kirche am Marktplatz. (Hn.)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Kradolf, Amriswil
Wanderzeit: 2 1⁄2 Stunden
Weglänge: 10 km
Gesamtaufstieg: 192 m
Gesamtabstieg:  197 m
Ausrüstung: Bequeme Laufschuhe
Gaststätten: Linde, Götighofen, 071410 0155 (Mo/Di Ruhetag); Hecht, Schocherswil, 071411 1184 (Mo Ruhetag); ausserdem in Kradolf und Amriswil
Parkplätze: Bahnhof Kradolf
Öffentlicher Verkehr: nach Kradolf mit S5 (St.Gallen–Weinfelden), ab Amriswil mit SBB oder Bus 942 nach Muolen (Anschluss an SOB)
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1054 Weinfelden und 1074 Bischofszell
 
1 Beim Bahnhof Kradolf ist der Zielort Amriswil schon auf den Wanderwegweisern angegeben, am andern Ende der Unterführung ist bereits die erste gelbe Markierung sichtbar. Das wird zum guten Omen für die ganze Wanderung: Die Wanderwege sind mustergültig signalisiert.
 
2 Der erste Fixpunkt ist der Silo der einst legendären Teigwarenfabrik Ernst. Noch prangt der Schriftzug auf der Fassade – wie er in den Anfängen der Trikotwerbung vor Jahrzehnten auch die Leibchen des FC St.Gallen geziert hatte. Die Nudelmarke lebt in Frauenfeld weiter, das alte Areal in Kradolf wird heute von mehreren Kleinunternehmern genutzt.

3 Hinter dem Industrieareal steigt das Strässchen steil an zum Hochplateau, auf dem wir nach einer Spitzkehre nach rechts in Richtung Ostnordost weiterziehen.
 
4 Es geht durch von Wald eingerahmtes Wiesland, beim ersten Weiler mit dem Namen Braateloo zweigt unser Weg links ab, und wir haben die erste Überraschung vor uns. Entlang eines Hügelrückens erstreckt sich ein Rebberg, mittendrin steht ein schmuckes Winzerhäuschen. Ideale Lage, gegen Norden sind die Rebstöcke durch Wald und Baumbewuchs vor kalten Winden geschützt.
 
5 In einer Talsenke nähern wir uns Götighofen, das wir erst links, dann gleich rechts wendend durchqueren. Ein prächtiges Bauernhaus zur Linken lässt uns innehalten, ein paar Schritte weiter bewundern wir grüne, orange und blaue Sittiche in einer Voliere, bevor wir wieder das offene Feld erreichen. Und wieder an Rebbergen vorbeiwandern, die sich links den Hügel hochziehen.
 
6 In der S-Kurve vor dem Thalacker lohnt es sich, vorerst ein paar Schritte geradeaus auf die Krete hinauf zu machen, wo ein rotes Bänklein grüsst. Von da geht der Blick links zum Ottenberg und thurtalabwärts, über die Verkehrsachse Sulgen–Amriswil hinweg zu den sanften Hügeln über dem See – und zurück in Richtung Alpstein.
 
7 Im Thalacker (oder Taalaggere, denn der Thurgau führt die meisten Flurnamen in ihrer Dialektfassung) steht ein schmuckes Gehöft mit einem Glockentürmchen, das dem Weingut den Namen gegeben hat, es gibt hier Türmliwy im Direktverkauf.
 
8 Nach Buchackern streifen wir das Areal des Golfplatzes Erlen und erreichen in einer weiten S-Kurve den Wald, der ein Naturjuwel verbirgt: den Biessenhofer Weier. Er wurde um 1650 künstlich angelegt und ist heute ein Amphibien- Laichgebiet von nationaler Bedeutung. Im ruhigen Wasser spiegeln sich Schilf, Sträucher, Tannen, Bäume und das Blau des Himmels.
 
9 Nach einem schönen Stück im Wald erreichen wir Schocherswil. Einige Schritte gehen wir auf der Durchgangsstrasse, beim «Hecht» biegen wir links ab. Hier öffnet sich nun auch die Sicht nach Osten, vom Alpstein über die Vorarlberger Berge bis zum Bodensee und den sanften Hügeln auf der deutschen Seite.
 
10 Ein paar Schritte nach der alten Käserei zweigen wir links ab in ein vergessenen Bachtälchen. Beim Aufstieg auf der anderen Seite sehen wir den Amriswiler Aussichtsturm, den wir aber links liegen oder viel mehr stehen lassen. In sanftem Abstieg geht es Amriswil entgegen.
 
11 Dort erwartet uns eine weitere Überraschung. Anstatt wie erwartet durch öde Blocksiedlungen über Teerstrassen ins Zentrum zu gelangen, spazieren wir einem lauschigen Weiher und Bächlein entlang. Es gibt Sitzbänke und Feuerstellen, ein regelrechter Naturstadtpark. Gleich dahinter erreichen wir Friedhof und Kirche – und stehen auch schon auf dem Marktplatz, wo der Bus nach Muolen fährt. Ein paar hundert Meter weiter, und wir wären am Bahnhof.
 
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