Stein (AR)–Badeplatz Strom–Strafanstalt Gmünden–Kloster Wonnenstein–Höchfall–Bächli–Teufen

Mit Wanderschuh und Badehose der Kultur auf der Spur

An der relativ kurzen Wegstrecke locken kulturelle Kleinode und Badeplatz – man darf also ruhig einen ganzen Tag einplanen, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist (die Strecke ist nicht kinderwagengängig!). (Julia Nehmiz)
An der relativ kurzen Wegstrecke locken kulturelle Kleinode und Badeplatz – man darf also ruhig einen ganzen Tag einplanen, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist (die Strecke ist nicht kinderwagengängig!).
21. Juni 2012, 13:29
Julia Nehmiz
In Stein bieten Appenzeller Schaukäserei und Volkskunde-Museum Einblick in Tradition und Handwerk. Gegenüber lassen Kaninchen und exotische Vögel in der netten Kleintieranlage Kinderherzen höher schlagen. Am Heubauernhaus vorbei der Abstieg ins wild romantische Sittertobel zum Badeplatz Strom. Übers Kloster Wonnenstein mit einem Abstecher zum Höchfall nach Teufen ins neu eröffnete Zeughaus.
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start: Stein AR
Ziel: Teufen. Die Wanderung kann selbstverständlich auch in umgekehrter Richtung gemacht werden.
Wanderzeit: 2 1⁄2 Stunden
Weglänge: 7 km
Gesamtaufstieg: 422 m
Gesamtabstieg: 409 m
Ausrüstung: robustes Schuhwerk, Badehose
Gaststätten: verschiedene Gasthäuser in Stein und Teufen, keine entlang der Route
Parkplätze: bei der Schaukäserei Stein
Öffentlicher Verkehr: Mit dem Postauto 180 nach Stein; ab Teufen mit S11
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1095, Gais
 
1Stein AR: Schaukäserei (www.schaukaeserei.ch), Volkskunde-Museum (www.appenzellermuseum-stein.ch), Spielplatz und Kleintieranlage laden zum Verweilen ein. Gegenüber der Schaukäserei ist ein Wegweiser – die «Kulturspur Appenzellerland» genannte Route trägt die Nummer 22 und ist bestens ausgeschildert. Der Weg führt von der Post (Bushaltestelle) durchs Dorf zur Kirche, am Friedhof vorbei auf eine Wiese.
 
2 Über die Wiese geht’s leicht bergab, dann quert man die Hauptstrasse zum ehemaligen Heubauernhaus im Schnädt. Dieses Kleinod gehört zum Typ Heubauern-Heimet, welche im Winterhalbjahr Sennen aufnahmen. Die Doppelställe boten Platz für das Vieh des Hauseigentümers und für rund 20 Kühe eines Sennen. Gegen Entgelt konnte dieser seinen Tieren Heu füttern und Wohnräume nutzen. War der Heuvorrat verfüttert, musste er weiterziehen. Von dort geht es stetig bergab, über Wiesen in den Wald hinein, bald hört man Wasser rauschen. Über die Lichtung «Wissenboden» wieder in den Wald und dann bergab zum tiefsten Punkt der Wanderung, ins Sittertobel. (Achtung, nach Regen rutschig)
 
Unten im Tobel landet man direkt an einem «Strand». Dem Weg ein wenig nach rechts folgend gelangt man zu einer kleinen, wilden Brätelstelle. Doch zum Badeplatz Strom wandert man den Weg nach links, flussabwärts, über Brücken, Stege und Felsen. Ein Angler hofft auf Bachforellen, ansonsten begegnen wir niemandem. Der Badeplatz Strom bietet keine Bade-Infrastruktur (Bräteln möglich) und ist nur auf eigene Verantwortung zu benutzen. Warntafel beachten. Nach viel Regen ist zudem die Strömung relativ stark.
 
4 Über zwei Brücken über Sitter und Rotbach, dann geht’s gut zehn Minuten steil bergauf, viele Treppenstufen hoch wieder aus dem Tobel heraus nach Gmünden. Über eine Wiese gelangt man zur Jugendstrafanstalt. Zwischen den Werkstattgebäuden hindurch, nach rechts auf eine Schotterstrasse, wieder bergauf. Bei schönem Wetter kann man das Alpstein-Panorama sehen. Am Kuhstall rechts Richtung Kloster Wonnenstein – über die Weide geradeaus hoch, das Drehkreuz passieren. Weiter über die Weide, am Waldrand entlang, bis man erste Stallungen erreicht – hinter den Baumwipfeln grüsst der Turm der Klosterkirche.
 
5 Das Kloster Mariä Rosengarten Wonnenstein kann nicht besichtigt werden, die Schwestern leben in Klausur. Doch ein Blick in Kirche oder Klosterapotheke ist empfehlenswert. Seit 1870 sind die Klostermauern auch Kantonsgrenze, der Boden innerhalb der Mauern ist eine Innerrhoder Exklave.

6 Laut Wegweiser vor dem Kloster sind es noch 45 Minuten bis Teufen. Auf einem geteerten Weg geht es den Hügel rauf, bei klarer Sicht böte sich ein herrlicher Blick auf den Alpstein. Dann geht es der Autobahn entlang, links rauscht der Verkehr, rechts weit unten im Tal rauscht der Rotbach. Unter Autobahnbrücken durch hält man sich Richtung Teufen Dorf – oder man nimmt den ausgeschilderten Abstecher zum Höchfall, der sich über eine 20 Meter hohe Stufe stürzt (10 Minuten Abstieg ins Rotbachtobel lohnen sich).
 
7 Durch Wald, über Bäche, an einem kleinen Wasserfall vorbei (dann der letzte Aufstieg) erreicht man Teufen. Hier folgt man den Wegweisern ins Dorfzentrum, wo sich auch der Bahnhof befindet. Lohnenswert der Rundgang «Kulturpfad Teufen», der im Zentrum beginnt. Gartenfreunden sei der A. Vogel Heilkräuter Schaugarten empfohlen (www.avogel.ch).
 
8 Für Kunstfreunde lohnt ein Besuch des neu eröffneten Zeughauses (www.zeughausteufen.ch) mit Grubenmann-Museum, Bildern von Hans Zeller sowie Sonderausstellungen.




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