Sternen–Rotbach–Höchfall–Kloster Wonnenstein–Niederteufen

Kurz, aber heftig

Kurz, aber heftig. So ist der Wanderweg vom «Sternen» über den Höchfall nach Niederteufen am besten zu beschreiben. Kurz, weil er nur 2,5 Kilometer lang ist. Heftig, weil 225 Höhenmeter zu bewältigen sind.
20. Februar 2014, 09:19
Über steile, gut in den Wald integrierte Treppen geht es zuerst runter an den Rotbach. Nach kurzer Zeit hört man das Rauschen des 20 Meter hohen Höchfalls; ein einladender Grillplatz und im Sommer ein geheimer Badeort. Danach führt der Weg aufwärts, bis eine offene Wiese erreicht ist. Über eine Ebene führt der Weg zum Kloster Wonnenstein. Zum Schluss warten noch einmal einige Treppenstufen bis nach Niederteufen. (ren)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: «Sternen», Niederteufen
Wanderzeit: 1 Stunde 5 Minuten
Weglänge: 2,5 km
Gesamtaufstieg: 225 m
Gesamtabstieg:  225 m
Ausrüstung: Trekking- oder Wanderschuhe
Gaststätten: Pizzeria Alter Zoll, Niederteufen, 0713331606
Parkplätze: -
Öffentlicher Verkehr: Mit der Appenzeller Bahn von St.Gallen in Richtung Teufen (S 22). Rückreise mit der Appenzeller Bahn von Niederteufen nach St.Gallen. Die Anreise ist auch von Appenzell her möglich.
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1095 Gais
 
1 Die Haltestelle Sternen ist eine typische für das Appenzellerland. Ein kleines Wartehäuschen ist das einzige Zeichen dafür, dass hier die Bahn hält. Die ersten Meter führt der Weg durch eine Siedlung. Nach wenige Minuten Gehweg sieht man den dichten Wald.
 
2 Das letzte Haus hinter sich gelassen, findet man sich kurz im Grünen. Doch der Schein trügt, denn als nächstes führt der Pfad unter der Umfahrungsstrasse hindurch. Für Autoliebhaber befindet sich oberhalb der Strasse eine Sitzbank mit bester Aussicht über den Teer mit dem Alpstein im Hintergrund. Wem das Abgas nicht taugt, der folgt dem Weg unter der Brücke hindurchgehen.
 
3 Nun wartet ein Abstieg durch den Wald – über Wurzeln, Steine und gut gebaute Treppenstufen. Da der Hang steil ist, ist der Wanderweg besser bei trockener Witterung zu absolvieren. Nach den ersten Kurven ist das Quietschen der Autoreifen nicht mehr zu hören. Dafür klingt das Rauschen des Rotbachs, dem Grenzuss zwischen Inner- und Ausserrhoden.
 
4 Nach 20 Minuten wartet bereits die erste Feuerstelle, direkt am Wasser gebaut. Hier läuft der Bach noch ruhig, und der Platz eignet sich vor allem für Familien mit kleinen Kindern.
 
5 Der Weg führt weiter entlang des Rotbachs. Auch in diesem Abschnitt müssen einige Höhenmeter absolviert werden. An einer Wegkreuzung kann man sich entscheiden, ob man direkt weiter in Richtung Kloster Wonnenstein läuft, oder ob man einen Abstecher zum gut 20 Meter hohen Höchfall macht. Dieser Abstecher ist zu empfehlen, nicht nur weil er lediglich fünf Minuten in Anspruch nimmt.
 
6 Der Höchfall überrascht mit seiner Höhe und der Wassermasse, die über die Kante fliesst. Im Sommer ist der Wasserfall ein geeigneter Badeort. Weil er in einer kleinen Lichtung liegt, scheint die Sonne direkt auf ihn. Unter dem Wasserfall befindet sich ein gut zwei Meter tiefes Becken. Gleich nebenan bendet sich eine weitere Feuerstelle. Tief im Wald, scheinbar weit weg von jeglicher Zivilisation, kann gut ein ganzer Tag verbracht werden. Auch im Winter liefert der Höchfall ein Naturschauspiel: Riesige Eiszapfen scheinen den Felsen zu verpacken.
 
7 Die Reise geht zurück zur Wegkreuzung und über eine kleine Brücke. Nun müssen alle Höhenmeter, die anfangs abwärts gingen, hinaufgewandert werden. Auch hier vereinfachen Treppen den steilen Aufstieg. Trotzdem ist der Weg nichts für Menschen mit Höhenangst.
 
8 Oben angekommen, geht es rund eine Viertelstunde über eine offene Wiese, vorbei an einem Kuhstall zum Kloster Wonnenstein. Vor dem Stall steht eine Sitzbank mit schöner Aussicht über das gesamte Alpsteinmassiv.
 
9 Das Kloster Wonnenstein erreicht, dünkt man sich in einer vergangenen Zeit. 1381 beschenkte der St.Galler Abt Kuno von Stoffeln einige Waldschwestern mit einer Hofstatt. Die Schwestern, die ab dem 15. Jahrhundert unter der Leitung der Franziskaner-Konventualen standen, verloren in der Reformation für kurze Zeit ihr Kloster. Anna Wäspi von Jonschwil, 1596 aus dem Kloster Pfanneregg bei Wattwil nach Wonnenstein geschickt, stellte das Kloster unter den Einuss der Kapuziner. Nach der 1597 erfolgten Teilung Appenzells war die territoriale Zugehörigkeit umstritten, bis 1870 ein Bundesbeschluss festlegte, dass alles Gebiet innerhalb der Klostermauern zu Appenzell-Innerrhoden gehöre. In der Klosterapotheke können Medikamente gekauft werden, die seit 1924 gesetzlich anerkannt sind.
 
10 Mit neuen Medikamenten eingedeckt, geht der Weg nochmals über einige Treppenstufe hinauf nach Niederteufen.
 
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