Amriswil – Räuchlisberg – Schloss Hagenwil – Hudelmoos – Räuchlisberg – Amriswil

Vom Wasserschloss ins Hochmoor Hudelmoos

Diese Wanderung führt weit zurück in die Vergangenheit: Zum Schloss Hagenwil, das im 13.Jahrhundert erbaut wurde, und ins Hudelmoos, das eine Landschaft zeigt, wie sie vor Hunderten von Jahren an manchen Orten in der Schweiz zu finden war.
11. Mai 2017, 06:48
Heute steht das Hochmoor unter kantonalem Schutz und ist Heimat einer artenreichen Flora und Fauna. Zwischendrin führt der Weg durch Apfelbäume, mit Aussicht auf Alpen und Bodensee. (sba)

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Bahnhof Amriswil
Wanderzeit: 2 Stunden
Weglänge: 8,5 km
Gesamtaufstieg: 130 m
Gesamtabstieg: 130 m
Ausrüstung: Wasserfeste Schuhe, nicht kinderwagentauglich
Gaststätten: In Amriswil hat es verschiedene Gaststätten. Es bietet sich an, Verpflegung mitzunehmen.
Parkplätze: Bahnhof Amriswil
Öffentlicher Verkehr: Ab Weinfelden und Romanshorn im Halbstundentakt
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1054 Weinfelden und Blatt 1074 Bischofszell.

1 Bahnhof Amriswil Aus dem urbanen Zentrum Amriswils geht’s vom Bahnhof bis zur Kirche der Strasse nach. Erst beim Gotteshaus mit dem höchsten Kirchturm des Kantons Thurgau, beginnt der eigentliche Wanderweg. Ab dort ist die Route sehr gut beschildert.
 
2 Evangelische Kirche Überraschend zeigt sich eine idyllische Natur bereits nach der ersten Kurve hinter der evangelischen Kirche. Der Bach rauscht und der Weg schlängelt sich durch eine Wiese hinauf an einem Feld vorbei, wo der Weg von jungen Hochstammbäumen geschmückt ist. Überhaupt zeigt sich das Thurgauer Wahrzeichen mit den schönen Blüten auf der ganzen Route immer wieder.
 
3 Verzweigung Räuchlisberg Nach dem Überqueren der Hauptstrasse stellt der Wegweiser die Entscheidende Frage: Links oder Rechts? Es kommt auf das Gleiche raus, diesmal gewinnt jedoch der linke Pfad, der direkt in den Wald hineinführt. Schon wenige Meter nach Betreten des Pfades vermischt sich das Rascheln der Bäume mit dem Rauschen der Zivilisation, die man hinter sich lässt. Der Aufstieg ist kurz und nicht allzu steil, die Aussicht trotzdem wunderbar. Der Weg führt nun auf dem Panoramaweg bis zum Schloss Hagenwil. Der Name macht dem Weg alle Ehre: Links der Bodensee, geradeaus der Säntis und rundherum liegen grüne Felder, Bäume und vereinzelt ein Bauernhof. Zu hören ist das Pfeifen der Vögel und das ferne Bellen eines Hundes.
 
4 Schloss Hagenwil Sobald der Weg wieder hinunterführt, kommt das Wasserschloss Hagenwil in Sicht. Es wurde anfangs des 13.Jahrhunderts erbaut, hat heute noch Wasser rund um das Gebäude, dient aber nicht mehr der Verteidigung, sondern beherbergt ein Restaurant. Kurz nach Hagenwil übertritt man die Kantonsgrenze. Dort beginnt eines der grössten Gebiete der Ostschweiz, dass noch eine intakte Streuobstwiese hat. Es ist ein letztes Refugium für den Gartenrotschwanz, der gerne in den Apfelbäumen brütet. Das Gebiet rund um Muolen ist das letzte und einzige Brutgebiet des seltenen Vogels in der Ostschweiz.
 
5 Hudelmoos Ein Wald wie jeder andere liegt nun als nächstes auf demWeg. Links abgezweigt ist der Boden plötzlich rot. Eine Tafel zeigt an: Hier beginnt das Hudelmoos. 1977 wurden die Reste des einst grossen Moores unter kantonalen Schutz gestellt. Seither konnte sich das Gebiet regenerieren. Über 40 Vogelarten, 200 Falterarten und fast 350 Gefässpflanzen leben im Hudelmoos. Hinzu kommen noch knapp 300 Pilzarten. Wer die Zeit hat, soll den Schritt in dieses märchenhaft anmutende Gebiet nicht unterlassen. Wasserfestes Schuhwerk ist hier sicherlich von Vorteil. Wer nicht genau darauf achtet, wo er hintritt, zieht schnell einen Schuh voll Moor raus. Der weiche Boden, das Zwitschern der Vögel, die vielen Birken und die verschiedenen Moosgräser machen den Besuch im Hudelmoos einzigartig. Eine Feuerstelle gibt es ebenfalls. Wer will kann aber auch am Weiher auf ein Bänkli sitzen und bei einem Sandwich den Lärm des Moores geniessen.
 
6 Räuchlisberg Nach dem Abstecher im Hudelmoos führt der Weg zurück durch den Weiler Räuchlisberg. Grosse Bauernhöfe und schöne Riegelhäuser prägen hier das Bild. Ein letzter Gang über eine Wiese führt wieder auf den Weg zurück an der evangelischen Kirche vorbei, bis zum Bahnhof. Nebst Motorenlärm gurren hier die Tauben um die Wette. (sba)
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