Degersheim – Hintertschwil – Talmühle – Wissbachschlucht – Schwänberg – Tobelmüli – Rüti – Mult – Gossau

Idylle in der Schlucht

Eine Schlucht mit Wasserfall, Staumauer und einer gedeckten Holztreppe versteckt sich zwischen Degersheim und Gossau. Der Weg zur Wissbachschlucht führt durch kleine Weiler, über Wiesen und im anschliessenden Naturschutzgebiet an idyllischen Grillplätzen vorbei. (Andrea Kern)
Eine Schlucht mit Wasserfall, Staumauer und einer gedeckten Holztreppe versteckt sich zwischen Degersheim und Gossau. Der Weg zur Wissbachschlucht führt durch kleine Weiler, über Wiesen und im anschliessenden Naturschutzgebiet an idyllischen Grillplätzen vorbei.
16. August 2012, 05:00
Nach dem Abstieg ins Tobel verläuft der Bach ruhig in erholsamer Natur weiter. Der Wanderweg steigt in die Höhe zum Weiler Schwänberg, einer der ältesten Siedlungen im Appenzellerland. Geschichtsträchtig sind das bald 400jährige Riegelhaus in der Ortsmitte und das noch ältere Rutenkaminhaus. Über die Tobelmüli, die Rüti und die Mult gelangt man zum Ziel Gossau.
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start: Bahnhof Degersheim
Ziel: Bahnhof Gossau
Wanderzeit: 2 1⁄2 Stunden
Weglänge: 8,8 km
Gesamtaufstieg: 253 m
Gesamtabstieg: 412 m
Ausrüstung: Festes Schuhwerk
Gaststätten: Degersheim (Hintertschwil), Restaurant Schäfli, 071 371 11 24; Herisau (Schwänberg), Restaurant Sternen, 071 351 19 16; Gossau (Muelt), Restaurant Traube, 071 385 13 05
Parkplätze: Degersheim, Gossau
Öffentlicher Verkehr: Start: S-Bahn Linie 2/4 oder Interregio Romanshorn–Luzern; Ziel: Intercity St. Gallen–Genf, S-Bahn Linie 1/5
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1094
 
«Wissbachschlucht» steht bereits am Bahnhof Degersheim auf dem gelben Wanderweg-Täfeli. Es zeigt die Strasse hinauf durch das Dorf, das einiges an Geschichte zu erzählen hat. Erstmals urkundlich erwähnt wird Degersheim im Jahr 837 unter dem Namen «Tegerasgai ». Daher kommt auch die Dialektbezeichnung «Tegerschen», die in der Bevölkerung heute noch zu hören ist. Jahrhundertelang lebte die Bevölkerung von Viehzucht und Ackerbau, wie in der Dorfgeschichte nachzulesen ist. Nachdem Herisau und St. Gallen im 18. Jahrhundert zu Zentren des Baumwollhandels wurden, gehörte auch Degersheim gegen Ende des Jahrhunderts zum Kerngebiet des Baumwollspinnens und Webens. Später kam die Stickerei hinzu. Mitte des 19. Jahrhunderts lebte ein grosser Teil der Bevölkerung von ihr. Es entstand eigens dafür ein Haustyp, der im Erdgeschoss Platz für die Stickmaschine bot. Noch heute erinnern Stickereihäuser an diese Zeit; der Weg in die Wissbachschlucht führt im Oberdorf an ihnen vorbei. Alternativ kann man auch links abbiegen, wo man schneller im Grünen ist. Die beiden Routen führen in Hintertschwil wieder zusammen.
 
Nach dem Überqueren der Strasse kommt man am Restaurant Schäfli vorbei. Es geht weiter auf einem Kiesweg, der nach rund 100 Metern links abzweigt und mitten über die Wiese den Strommasten entlang bis an den Waldrand führt. Das kann je nach Tau etwas nasse Füsse verursachen. Nach einem kurzen Strassenabschnitt links abbiegen und dem Bach folgen, der gesäumt ist von wilden Blumen.
 
3 In der Talmühle führt der Weg links auf die Strasse und nach einigen Metern rechts wieder von ihr weg. Ein Schild weist auf den Grenzweg der Gemeinde Flawil hin. Bei der Scheune geht es weiterhin geradeaus über die Wiese bis zum Naturschutzgebiet Glatt-Wissbach. Nach einem kleinen Waldstück führt eine Brücke über den Bach. Auf der anderen Seite befindet sich ein Grillplatz. Er ist der erste von vielen weiteren, die vor und nach dem Abstieg ins Tobel alle direkt am Wasser liegen. Es lohnt sich, Proviant und etwas zum Bräteln einzupacken.
 
4 Eine reichhaltige und idyllische Pflanzenwelt mit einem Wasserfall erwartet die Wanderer in der Wissbachschlucht. Die Staumauer und der Stausee mit Blumeninseln weisen auf das Wasserkraftwerk hin. Eine gedeckte Holztreppe führt ins Tobel hinunter, begleitet von einem dominanten rostigen Rohr. Nach der wilden Schlucht fliesst der Bach gemütlich weiter.
 
Der Weg führt nach einer Weile vom Wasser weg hinauf zum Schwänberg, der zur Gemeinde Herisau gehört. Wer direkt weiterwandern möchte, kann gleich links abbiegen. Ein Abstecher lohnt sich aber. Die Siedlung wurde ungefähr im Jahr 821 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten im Appenzellerland. Die Geschichte des Rutenkaminhauses geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Von auffälliger Schönheit ist das Alte Rathaus, das zwischen 1627 und 1630 gebaut worden ist. Das Gebäude kann für Feste gemietet werden. Gegenüber befindet sich das Restaurant Sternen, bekannt wegen seiner Spezialitäten auch als Fladenhaus und von Blumenfreunden gerühmt für seinen bunten und gepflegten Garten.
 
6 Durch die Tobelmüli führt der Weg über die Glatt und danach den Hügel hinauf zur Rüti, wo man beim Hof rechts abbiegen muss.

Oberhalb von Gossau befindet sich gegen Ende der Wanderung das Restaurant Muelt mit viel Platz unter den schattenspendenden Bäumen. Laut einer Hinweistafel wurde im 15. Jahrhundert auf dem Gelände eine Schlacht ausgetragen.

8 Von der Mult bis zum Bahnhof Gossau dauert es noch rund eine Viertelstunde. Die Wanderung, die auch im Winter zu empfehlen ist, eignet sich nicht für Kinderwagen.



 
 
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