Pfäfers – Naturbrücke – Calandaschau – Altes Bad Pfäfers – Taminaschlucht/Thermalquelle – Museen – Bad Ragaz

«Hier sein ist herrlich»

Der Besuch des Alten Bads Pfäfers hat Rainer Maria Rilke zum Ausspruch «Hier sein ist herrlich» bewegt. Er hatte recht.
25. Oktober 2012, 09:32
Der Weg von Pfäfers zu dem mystischen und inspirierenden Ort ist abenteuerlich, spannend und bietet wunderschöne Aussichten hinauf zu Bergen, hinunter in Schluchten. Der Weg führt einen über steile Zickzacktreppen, eine imposante Naturbrücke und durch den Wald. Das geschichtsträchtige Alte Bad wartet mit Museen, historischen Zimmern und Verpflegungsmöglichkeiten auf. Der Besuch der Taminaschlucht mit der Thermalquelle ist ein faszinierendes Erlebnis und verdient das Prädikat: Muss man gesehen haben. (kar)
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Pfäfers und Bad Ragaz
Wanderzeit: Marschzeit 3 Stunden, zusätzlich Zeit für Museum und Schlucht einrechnen
Weglänge: 9,5 km
Gesamtaufstieg: 577 m
Gesamtabstieg: 894 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, Regenschutz
Gaststätten: Bad Pfäfers: Restaurant des Alten Bads Pfäfers oder Selbstbedienungskiosk: 081 302 71 61
Parkplätze: Bad Ragaz/Pfäfers
Öffentlicher Verkehr: Zug nach Bad Ragaz, Postauto nach Pfäfers
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blätter 1155 Sargans und 1175 Vättis
 
1 Die Wanderung startet bei der Klinik Pfäfers, welche nach einer abenteuerlichen Postautofahrt ab Bad Ragaz erreicht wird. Dort oben wartet zum einen die schöne Sicht hinunter auf die Bündner Herrschaft, zum anderen die beeindruckende frühbarocke Kirche des ehemaligen Klosters. Die Wanderung führt danach ins Dorf hinein, an schmucken Schindelhäusern und einer malerischen Kapelle vorbei. Den Wegweisern folgt man dann nicht in die Taminaschlucht, sondern wandert entlang der Strasse in Richtung Vättis und folgt dem Wegweiser Richtung Valens. Zahlreiche Bänke und eine Feuerstelle laden zum Verweilen ein. Dabei kann man nicht nur den Geräuschen der Natur lauschen, auch das Summen der Stromleitungen ist hier beeindruckend laut. Dem Wegweiser noch immer folgend geht es nach dem sanften bisherigen Anstieg dann steil hinunter. Der Weg zum Bad Pfäfers ist nicht immer offen, Tafeln zeigen dies an, und wer den gut angelegten Zickzackpfad erblickt, wundert sich nicht. Zwar mutet die mit einem Geländer versehene Holztreppe wie ein kleines Kunstwerk an, aber bei Schnee und Eis wird sie zur Lebensgefahr. Auch herbstliches Regenwetter und Laub können den 15minütigen Abstieg erschweren.
 
2 Unten angekommen wird das Abenteuer Abstieg aber mit der gewaltigen Naturbrücke belohnt. Die Felsen der Taminaschlucht berühren sich zum Übergang, während tief unten das Wasser rauscht. Weiter führt der Weg in den Wald, eine Holztafel lockt zur Feuerstelle und zur Calandaschau. Dieser minime Umweg lohnt sich, der Ausblick zum Calanda ist nur einer der Vorteile dieses Aussichtspunkts.
 
3 Danach folgt der ruppige Abstieg zum Alten Bad Pfäfers. Den gewaltigen klösterlichen Bau im bewaldeten Nirgendwo sieht man schon von weitem. Hier kann man sich im Restaurant oder im Selbstbedienungsbereich stärken; bevor man diesen betritt, sollte man seine Hände unbedingt in den Brunnen vor dem Eingang halten. Platz nehmen kann man innen wie aussen.
 
4 Gestärkt kann man für fünf Franken die Taminaschlucht entdecken. Ein Regenschutz ist zwar von Vorteil, allerdings verstärken die Tropfen das Gefühl, ein Höhlenforscher zu sein. Der abenteuerliche Gang durch die düstere, wilde Schlucht mit der tosenden Tamina führt ins warme Felsinnere. Tafeln beschreiben, wie es damals war, als sich hier das Heilbad der Mönche versteckte. Zu schade, dass man die Badewanne der Natur nur durch eine Glasfront bestaunen und sich kein wohltuendes Bad genehmigen darf. Die Hände kann man sich immerhin wärmen und die Dämpfe sind wohltuend, besonders an einem kühlen Herbsttag.
 
5 Danach lohnt es sich, sich Zeit für das Bad Pfäfers zu nehmen. Kostenlos können alte Wannen oder die Kapelle besichtigt werden. Für zwei Franken kann man das Museum betreten. Dieses eröffnet einem fast das gesamte Haus, seine bewegte Geschichte, wie auch jene des Klosters Pfäfers. Ausstellungsstücke erzählen von berühmten Gästen wie Friedrich Nietzsche, Johanna Spyri oder Rainer Maria Rilke. Rilke bewegte der besondere Ort zum Ausspruch «Hier sein ist herrlich». Auch heute hat das Anwesen kaum an Reiz verloren. Auch wenn, wie die Ausstellung zeigt, es aufwendig renoviert werden musste.
 
6 Den Weg zurück nach Bad Ragaz kann man mit Postauto oder Kutsche zurücklegen. Der Weg entlang der Tamina durch den Wald lohnt sich allemal. Überall prasseln kleine und grosse Wasserfälle hinunter. Beim Schwattenfall gibt es eine weitere Feuerstelle. In Bad Ragaz können dann die müden Gelenke mit einem Bad in der Therme belohnt werden. Wer einkehren will, findet in einem der zahlreichen Caf ´es Platz. Warmes Quellwasser fliesst kostenlos in der Trinkhalle.



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