Wasserauen–Hüttentobel–Bogartenlücke–Marwees–Widderalpsattel– Bötzel–Meglisalp–Seealpsee–Rässenaueli–Wasserauen

Gratwanderung inmitten des Alpsteins

Die Überschreitung der Marwees ist ein Alpstein-Klassiker für geübte Berggänger. Von Wasserauen her gewinnt man über das Hüttentobel und die Bogartenlücke rasch an Höhe.
19. Juni 2014, 10:34
In rund zwei Stunden ist der höchste Punkt der Wanderung auf knapp 2000 m ü.M. zu erreichen. Vom Gipfelkreuz auf der Marwees aus öffnet sich der Ausblick über den gesamten Alpstein, weiter ins Rheintal und nordwärts Richtung Bodensee. Die Überschreitung nimmt bei gemächlichem Tempo eine 3/4 Stunde in Anspruch. Beim Widderalpsattel beginnt der Abstieg, der vor der Meglisalp und vor dem Seealpsee nochmals etwas steilere Passagen aufweist. (rh)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Wasserauen
Wanderzeit: Circa 61/2 Stunden
Weglänge: 13 km
Gesamtaufstieg: 1450 m
Gesamtabstieg:  1450 m
Ausrüstung: Robuste Bergschuhe
Gaststätten: Wasserauen, Gasthaus Alpenrose, 071 799 11 33; Berggasthaus Meglisalp, 071 799 11 28; Berggasthaus Seealpsee, 071 799 11 40; Berggasthaus Forelle, 071 799 11 88
Parkplätze: Zwischen Bahnhof Wasserauen und Gasthaus Alpenrose
Öffentlicher Verkehr: Mit den Appenzeller Bahnen nach Wasserauen
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000; Blatt 1115; Säntis
 
1 Die Wanderung für geübte Berggänger startet in Wasserauen. Vom Parkplatz hinter dem Restaurant Alpenrose links beginnt der direkte Aufstieg durchs Hüttentobel. Zwischen Buchen und Fichten ist die Temperatur am Vormittag noch angenehm, was den steilen Aufstieg ohne Aufwärmphase etwas kompensiert. Ein kühles Bergbächlein trägt seinen Teil dazu bei. Nach rund 40 Minuten verlassen wir den Wald und schreiten über die Weide der Hüttenalp. Beim Wegweiser zweigen wir links ab und steigen auf Richtung Bogarten. Nach einigen Minuten erreichen wir erneut ein kleines Waldstück, das Schatten vor der erstarkenden Sonne bietet. Gegen oben hin lichtet sich das Wäldchen und die Fichten weichen den staudigen Legföhren. Dazwischen mischt sich zu dieser Jahreszeit ein Blumenteppich in gelb und weiss.
 
2 Nach einem Geröllfeld erreichen wir die Baumgrenze auf der Passhöhe in der Bogartenlücke. Kletterer können hier das rund zehn Meter hohe Bogartenmannli besteigen. Ein fix montiertes Seil erleichtert den Abstieg. Von der Bogartenlücke aus führt der Weg ein kleines Stück hinunter bis zum Abzweiger zur Marwees. Ab hier beginnt der blauweiss markierte Alpinwanderweg. Es folgt ein steiler Aufstieg durch eine felsige Rinne. Hier liegt häufig bis im Frühsommer Schnee, ein Eispickel kann hilfreich sein. Doch zurzeit ist dies nicht nötig, da der Schnee über die warmen Pfingsttage beinahe komplett geschmolzen ist. Auf die schattige Rinne folgt ein weniger steiles Stück über die nunmehr trockene Route auf hochalpiner Wiese. Hier lassen sich häufig scheue Schneehühner blicken. Meist sieht man die fasanartigen Vögel im graubraunen Sommerkleid aber erst, nachdem sie aufgeschreckt wurden und gackernd davonflattern.

3 Nach einem kurzen, letzten Aufstieg auf felsigem Grund ist der der Ostgipfel der Marwees auf 1991 m ü.M. erreicht. Eine Gruppe junger Männer der Kolpingfamilie St.Gallen hat die zwei Balken für das Gipfelkreuz 1958 von Wasserauen hinaufgetragen. Der damalige Domvikar Fidelis Scherrer weihte das Kreuz ein. 1991 beschlossen Mitglieder der Kolpingfamilie zum 125-Jahr-Jubiläum, das von einem Blitz beschädigte Kreuz zu ersetzen. 1994 wurde das Material per Helikopter auf die Marwees geflogen. Aus dem Holz des alten Kreuzes zimmerten sie eine Sitzgelegenheit. Am 19. Juni wurde das neue Marwees-Kreuz vom damaligen Präses der Kolpingfamilie Flawil und heutigen Bischof Markus Büchel eingeweiht. 2006 ersetzten junge Innerrhoder die bestehende Sitzgelegenheit durch eine massive Lärchenholzbank, die sie von Hand hoch getragen hatten. Ein Blick ins Gipfelbuch gibt Aufschluss darüber, wer die Marwees schon vor uns überquert hat.
 
4 Der Pfad auf dem schmalen Marwees-Grat ist nichts für Wanderer mit Höhenangst. Der Weg ist zwar technisch nicht schwierig zu meistern, doch fällt der Hang beidseitig steil ab. Kurz vor dem Widderalpsattel treffen wir auf drei Steingeissen, keine Seltenheit in diesem Gebiet. Beim Widderalpsattel betreten wir wieder den rotweiss markierten Bergwanderweg. Wir passieren die Alp Bötzel (mittelhochdeutsch für Tränke) etwas links oberhalb des kleinen Talbodens und überqueren ein Schneefeld.
 
5 Es folgt der erste etwas steilere Abstieg zur Meglisalp, die in diesen Tagen in voller Blütenpracht erstrahlt. Ein schöner Ort für Rast und Einkehr.
 
6 Nun geht es wieder zurück Richtung Wasserauen. Etwa zehn Minuten nachdem wir die Meglisalp verlassen haben, entscheiden wir uns gegen den direkteren Schrennenweg und für einen kleinen Abstecher zum Seealpsee.
 

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