Kradolf–Schönenberg–Heiligbrune–Buhwil–Hindermüli–Neukirch an der Thur–Heubärg–Schönenberg–Kradolf

Geschichtsunterricht auf dem Ruinenweg

(Andrea Kern)
Die Überreste von drei Burganlagen aus dem Mittelalter befinden sich auf dem Gebiet der Thurgauer Gemeinde Kradolf-Schönenberg.
19. April 2012, 09:45
Andrea Kern
Ein Rundweg ab dem Bahnhof Kradolf führt durch Wälder, Weiler und über Wiesen zu den Ruinen Anwil bei Buhwil sowie Heubärg und Last bei Schönenberg. Bei der früheren Wehranlage bei Buhwil, die im 15. Jahrhundert teilweise zerstört wurde, ist ein Teil des markanten Turms sichtbar. Am besten erhalten ist der Wohnturm der Burg Schönenberg, der heutigen Ruine Last, aus dem 13. Jahrhundert. Mehrere Grillplätze laden zum Verweilen ein. Mit Kinderwagen ist die Wanderung nicht geeignet.
 







 



Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Bahnhof Kradolf
 
Wanderzeit: 3,5 bis 4 Stunden
 
Weglänge: 11,4 km
 
Gesamtaufstieg: 339 m
 
Gesamtabstieg: 339 m
 
Ausrüstung: feste Turnschuhe oder Wanderschuhe
 
Gaststätten: Restaurant Sonne, Neukirch an der Thur, Tel. 071 642 13 83; Restaurant Mühle, Schönenberg, Tel. 071 642 33 33; Dancing Klein Rigi, Schönenberg, Tel. 071 642 49 49; Besenbeiz Klegi, Buhwil, Tel. 071 633 10 53
 
Parkplätze: am Ausgangspunkt und bei der Hindermüli
 
Öffentlicher Verkehr: Thurbo-Linie S5 und Postauto-Linie 932
 
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25?000, Blatt 1074

1 Der Ruinenweg beginnt beim Kiosk am Bahnhof Kradolf, wo ein Plan die drei Routen aufzeigt. Die kürzeste führt über die Ruine Last, und die mittlere macht eine Zusatzschlaufe über die Ruine Heubärg. Doch nur auf dem grossen und mit roten Tafeln beschilderten Rundweg können Wanderer auch die Überreste der Burg Anwil sehen. Nach dem Start überquert man die Thur über die Brücke nach Schönenberg. Am Ende des Dorfes zweigt eine Strasse rechts ab Richtung Neukirch an der Thur.

2 Der Weg führt an Riegelhäusern vorbei. Kurz danach muss man sich entscheiden, in welche Richtung man wandern möchte. Wer sich vor dem Geschichtsunterricht ausgiebig bewegen möchte, geht hier rechts und kurz danach links vorbei am Hof mit mehreren Hunden, drei Eseln und einem Pony. Beim Schlössli, das von Alpakas bewacht wird, riecht es nach frisch geschnittenem Holz. Der Lärm der Motorsäge wird kurz danach vom Wald verschluckt. Vogelgezwitscher begleitet die Wanderer auf dem Waldwiesenweg nach Buhwil.
 
3 Kurz vor dem Dorf führt der Waldweg auf die Strasse. Ein Schild weist auf die Besenbeiz zum Klegi hin. Wanderer ohne Durst biegen links ab. Am Ende des Weilers verlässt man die Strasse zwischen dem letzten und dem zweitletzten Hof. Es geht die Wiese hinunter und über den Bach. Danach muss man 80 Meter der Strasse ohne Trottoir folgen. Eine steile Treppe führt zur Ruine Anwil, die von weidenden Kühen bewacht wird.
 
4 Auf dem Hügel befinden sich die Überreste einer Burganlage, die im 13. Jahrhundert gebaut worden ist. Damals soll sie aus einem zwei- bis dreigeschossigen Wohnturm und mindestens einem Nebengebäude aus Holz bestanden haben. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Burg geplündert und teilweise zerstört. Im 17. Jahrhundert kam es zu mehreren Besitzerwechseln, die Burg war nicht mehr Wohnsitz und zerfiel. Neben dem Mauerwerk befindet sich eine Grillstelle mit Aussicht bis nach Sulgen. Zurück auf dem Rundweg führt die Route bei der Hindermüli in den Wald, wo sich der Rastplatz Dunkelhölzli befindet.
 
5 Kurz vor Neukirch an der Thur können sich müde Wanderer auf einem alten Stuhl unter dem Wegweiser ausruhen. Für eine längere Rast und mehrere Personen ist das Restaurant Sonne im Dorfzentrum besser geeignet. Hier biegt auch der Ruinenweg links ab. Es geht an jungen Geissen vorbei bis zum Büel, dann rechts und kurz darauf links auf den Feldweg.
 
6 Beim Weiler Aawachs zeigt das rote Schild links das Tobel hinunter zum Rütibach, der über eine besprayte Brücke überquert wird. Für eine Rast im kühlen Schatten bietet sich der Grillplatz am anderen Ufer an. Danach führt eine Treppe hinauf zur Wiese beim Heuberg.
 
7 Wie bei der Ruine Anwil gab es bei der Ruine Heubärg Funde aus der Bronzezeit. Weiteres über die Geschichte der Anlage ist kaum bekannt. Früher hatte man Blickkontakt zur Burg Schönenberg, der heutigen Ruine Last. Diese ist nach einem kurzen Spaziergang zu erreichen. Der Weg führt beim Haus mit den Kunstkatzen im Garten links über die Wiese zum Bach und vorbei an der Kneipp-Station.
 
8 Auf dem Hügel gelegen befindet sich die Ruine Last mit mehreren Bänkli, einer Grillstelle und der Aussicht über Schönenberg. Ins Jahr 1159 zurück geht die urkundliche Erwähnung des «castro Sconenberg», wo sich Dienstleistende des Bischofs von Konstanz aufhielten. Ab 1360 war die Burg nicht mehr besetzt, sie zerfiel. Vom benachbarten Hof erhielt die Ruine daraufhin den Namen Last. Noch sichtbar ist der Wohnturm, der aus dem 13. Jahrhundert stammen dürfte. Nach der dritten Geschichtslektion führt der Weg den Hügel hinunter nach Schönenberg und über die Brücke zurück zum Bahnhof Kradolf.




 

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