Jakobsbad–Kronberg–Nusshaldensattel–Grossbetten–Hoch Petersalp– Petersalpsattel–Untere Petersalp–Blattendürren–Strüssler–Osteregg– Chräg–Bahnhof Urnäsch–Jakobsbad

Für Flankenwanderer, Kretengänger und Sterngucker

Ausblicke – zu Tag und zu Nacht – prägen diese Wanderung vom Kronberg nach Urnäsch: beim Start der 360-Grad-Panoramablick; fast am Schluss der Tour der Blick in den Sternenhimmel. Der Weg führt von der Bergstation über Wiesen, Kreten und Flanken entlang zur Petersalp – dem höchsten Punkt der Wanderung.
26. November 2014, 14:54
Danach geht es gemächlich talwärts, vorbei an Alphütten, kleine Bäche überquerend und einen Wasserfall entdeckend. Im Weiler Chräg dann ein Haus mit «Kuppel»: die Sternwarte Urnäsch – mit Fernrohren lässt sich nach den Sternen greifen. Wer mit leerem Rucksack losmarschiert: Unterwegs gibt es Einkehrmöglichkeiten. (rw)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Bergstation Kronbergbahn, Bahnhof Urnäsch
Wanderzeit: knapp 3 Stunden
Weglänge: 8,6 km
Gesamtaufstieg: 252 m
Gesamtabstieg:  1063 m
Ausrüstung: Wanderschuhe
Gaststätten: Tal- und Bergstation Kronbergbahn; Bergwirtschaft Blattendürren, November bis April Samstag/Sonntag offen und nach Voranmeldung; Skihaus Osteregg, Montag/Dienstag Ruhetag
Parkplätze: Talstation Kronbergbahn, Jakobsbad
Öffentlicher Verkehr: Appenzeller Bahnen
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1114 Nesslau, Blatt 1115 Säntis
 
1 Es soll gemütlich werden an diesem spätherbstlichen – oder besser frühwinterlichen – Wandertag. Kein Stresswandern. Und so ist der Entscheid in Jakobsbad schnell gefällt: Die ersten 800 Höhenmeter lassen wir uns «befördern», von der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg von 884 auf 1663 Meter über Meer – in gerade mal acht Minuten. Die Bahn fährt täglich, auch in den Wintermonaten.
 
2 «Der Kronberg ist berühmt für seine Aussicht auf die Berge des Alpsteins», verspricht die Werbung. An diesem Tag hundertprozentig zutreffend. Das Tagesziel: die Schwägalp. Nach hundert Metern die erste rote Bank – etwas gar früh, sie wird verschmäht. So wie auch der erste Abzweiger – in Richtung Lauftegg-Bömmeli und Blattendürren-Urnäsch – unbeachtet bleibt.

3 «Aussichtsreiche Gratwanderung» lobt Schweiz Tourismus die Tour vom Kronberg hinüber zur Schwägalp und krönt sie mit der Auszeichnung «12 schönste Wanderungen der Schweiz». Der Blick in die Landschaft lässt daran nicht zweifeln, doch die schattigen Streckenabschnitte lassen frösteln – aus Distanz. Der sonnige «Petersalp-Abbieger» beim nächsten Wegkreuz lässt wankelmütig werden – so sehr, dass die geplante Tour rasch vergessen ist. Das neue Tagesziel ist Urnäsch. Es geht hinunter zum Nusshaldensattel, 1496 Meter über Meer.
 
4 40 Minuten gibt die Marschtabelle zur Petersalp vor. Wenige Meter nach dem Sattel findet sich ein Grenzstein: Der Kronberg gehört zu Innerrhoden, der nächste Schritt führt den Wanderer auf Ausserrhoder Boden. Der Appenzeller Alpenweg – so seine Bezeichnung – führt erst über eine Nagelfluh-Krete leicht bergan, dann über einen engen Serpentinenweg hinunter auf Grossbetten, 1481 Meter über Meer. Der Brunnen neben der Alphütte plätschert, die Hand wird rasch zurückgezogen: Das Wasser ist eiskalt.
 
5 In weiten Schlaufen geht es nun bergan – der Puls kommt in Schwung. Auf halber Höhe «verkriecht» sich der Weg in den Wald und führt schliesslich die Flanke entlang zur Hoch Petersalp, 1589 Meter über Meer.
 
6 Beim Petersalpsattel, 1424 Meter über Meer, lassen die «exakten» Zeitangaben schmunzeln: Gschwendsattel 3 Minuten, Untere Petersalp 12 Minuten. Die Alp – sie gehört der Ortsgemeinde Widnau – lädt zum Picknicken; dann wechselt der Weg die Talseite – von sonnenhalb auf schattenhalb. Die Landschaft entschädigt dafür: ein mäanderndes Bächlein in der Ebene, ein Wasserfall, der über mehrere Kaskaden stürzt.
 
7 Der Weg nach Blattendürren – das nächste Etappenziel – führt die Flanke entlang, durch Runsen und über Wiesen. «Viehtränke» heisst es am Brunnen am Strassenrand – die durstigen Wanderer müssen sich noch ein wenig gedulden. Von November bis April ist die Bergwirtschaft Blattendürren an den Wochenenden offen – oder nach Voranmeldung. Hungrig muss niemand das Haus verlassen. Und für die «Lust» gibt es Käse von der Alp Hundslanden zu kaufen.
 
8 Der weitere Weg führt über Wiesen – grösstenteils weg von der Teerstrasse. Beim Strüssler geht es den Hang hoch zur Osteregg, 1047 Meter über Meer. Das gleichnamige Skihaus ist ab 10 Uhr geöffnet – ausser Montag und Dienstag, da wird geruht.
 
9 Laubraschelnd geht es durch den Wald, das Skilifttrassee überquerend, hinunter nach Chräg. Auf dem Plateau über Urnäsch steht nicht nur das Altersheim, hier fühlen sich auch Nachtschwärmer wohl: Die Sternwarte Urnäsch bietet Führungen, Informationen www.sternwarte-urnaesch.ch
 
10 Hinunter zum Bahnhof Urnäsch ist es nunmehr noch ein Katzensprung. Kurz auch die Zugsfahrt zurück nach Jakobsbad.
 
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