Bischofszell–Kradolf-Schönenberg–Bürglen–Weinfelden

Frühlingswanderung am Fluss

Dem Fluss entlang, der dem Kanton seinen Namen gab: Der Thurgauer Thurweg ist besonders im Frühling schön zu gehen, wenn die Temperaturen lau sind und das Wasser kühl. Auch Kinder schätzen die Wanderroute.
18. Mai 2016, 16:20
Sie ist eben und es gibt von Bischofszell bis nach Weinfelden einiges zu bestaunen. Da wären das Museum für Bleisatz und Buchdruck, die Krumme Brücke oder die Kletterhalle mit 16 Meter hohen Wänden. Gwundrige freuen sich ob dem Nachtwächter-Rundgang, bei dem Stadtkundige Einblick in ein lange vergessenes Berufsbild geben. Unterwegs warten zahlreiche Restaurants. Zurückfahren kann man bequem mit öV. (tva)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Bischofszell, Weinfelden
Wanderzeit: 4 1⁄2 Stunden
Weglänge: 18,5 km
Gesamtaufstieg: 34 m
Gesamtabstieg: 109 m
Ausrüstung: eine Flasche Wasser, Früchte für den kleinen Hunger, gute Wanderschuhe
Gaststätten: Hotel & Taverne zur Linde, Bischofszell (0714221610); Restaurant Ochsen, Bürglen (0716331142); Gasthaus zum Trauben, Weinfelden (0716224444)
Öffentlicher Verkehr: S-Bahn ab den Stationen Bischofszell Stadt und Weinfelden Bahnhof
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1054 Weinfelden und 1074 Bischofszell
1 Dunst hängt in der Luft, die Sonne scheint schwach. Wir machen uns vom Bahnhof Bischofszell auf in die nahe gelegene Altstadt. In wenigen Minuten gelangen wir zum Bogenturm, wo ein Schild an das ehemalige Nachtwächter- Lokal erinnert. Besucher können Rundgänge buchen und Gruselgeschichten zu den sagenumwobenen Silhouetten hören, die sich jeweils am Abend vor Neumond durch dunkle Gassen aufmachen. Als wir den Turm passieren, erblicken wir auf einer Anhöhe das Museum für Bleisatz und Buchdruck «Typorama». Es ist einerseits ein Produktionsbetrieb, andererseits stellen Mitarbeiter Druckerzeugnisse nach der alten Bleisatz-Technik her.
 
2 Links daran vorbei gelangen wir zur Alten Thurbrücke, umgangssprachlich «Krumme Brücke» genannt. Sie erhielt ihren Spitznamen wegen der Knicke im achtjochigen Grundriss, die entstanden, als Arbeiter die Pfeiler auf dem Nagelfluhfelsen im Flussbett verankerten. Mit Baujahr 1487 ist sie die längste erhaltene Natursteinbrücke der Schweiz.

3 Wir überqueren dort das erste Mal die Thur und erreichen das Thurfeld. Gen rechts wandern wir dem leise rauschenden Fluss entlang. Das Wasser ist blau, Wiesen, Ahorn und Haselnussbäume spiegeln sich darin grün.
 
4 Vorbei an Wiesen mit grasenden Ziegen und Kühen erhaschen wir einen Blick auf den Weiler Heidelbärg. Auf der Strecke nach Halden münden Bächlein in die Thur und Obstplantagen säumen den Weg. Wir lassen die Häuschen in den kleinen Quartieren zurück und spazieren erneut der Thur entlang. Abwechselnd über Kieswege und Waldboden erreichen wir knapp zwei Stunden später die Gemeinde Kradolf-Schönenberg.
 
5 Dort überqueren wir die Thur ein zweites Mal und gelangen nach Kradolf. Im örtlichen Feuerwehrmuseum Kradolf-Schönenberg sind mehr als zweitausend Sammelgegenstände ausgestellt. Das älteste Exponat stammt aus dem 17. Jahrhundert. Wir passieren das Museum und gehen nördlich der Thur entlang, bevor wir nach einer Häuserreihe links abbiegen und eine weitere Brücke überqueren. Da hat man einen schönen Ausblick auf den Fluss, auf Bäume, die das Ufer säumen, und auf die Weite des Horizonts. Hie und da tun sich Wölkchen auf. Frühling ist es noch nicht recht.
 
6 Wir wandern beständig geradeaus wieder der Thur entlang. Zuerst sichten wir auf der linken Seite das Dorf Buhwil, dann Istighofen. Dazwischen ziehen wir an Naturwiesen und Waldstücken vorbei, bevor wir unfern eines Rapsfeldes und nach dem Passieren noch einer Brücke Bürglen erreichen. Dort machen wir im Restaurant Ochsen kurz Rast. Schliesslich dauert es noch eine Stunde bis nach Weinfelden, und der kleine Hunger macht sich allmählich bemerkbar. Dem rechten Thur-Ufer entlang und vorbei an dichtem Grün bestreiten wir anschliessend eine gleichförmige Strecke, zeitweise direkt am Fluss, zeitweise durch Wiesen und Bäume davon getrennt. Im Augenwinkel taucht wenige hundert Meter entfernt das Dorf Rothenhausen auf. Einige Minuten später gelangen wir zu einem Strässchen, das uns Richtung Norden nach Weinfelden führt.
 
7 Dort zieht es uns zum Thurbad, obschon die Temperaturen noch etwas kühl sind. Wir beschliessen, uns an warmen Tagen eine Abkühlung zu gönnen. Ausserdem lockt uns die örtliche Kletterhalle. Die Freizeitanlage mit ihren teils 16 Meter hohen Wänden sorgt für einen abwechslungsreichen Abschluss der Wandertour. Ganz in der Nähe fährt schliesslich ab dem städtischen Bahnhof jede halbe Stunde eine S-Bahn, die uns bequem nach Bischofszell zurückbringt.
 
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