Arvenbüel – Heiggen – Altschen – Vorder Höhi – Altschen – Heiggen – Arvenbüel

Fast die ganze Ostschweizer Bergwelt auf einen Blick

Wenn im Unterland tagelang zäher Nebel das Gemüt trübt, dann bietet sich diese Flucht nach oben an. Arvenbüel, ein Ortsteil von Amden, liegt auf 1273 Metern über Meer. Ein einfacher Weg führt in einer guten Stunde zur Alp Vorder Höhi.
10. Dezember 2014, 12:14
Das grossartige Panorama mit den St.Galler, Glarner und Schwyzer Alpen und dem Nebelmeer im Rücken verleitet immer wieder zum Innehalten. Von Vorder Höhi geht der Blick auch über das Toggenburg auf den Alpstein. Angesichts der frühen Dämmerung und bei Nebel in den tieferen Lagen ist es ratsam, den gleichen Weg zurückzunehmen. Ortskundige empfehlen die kleine Tour im Winter auch mit Schneeschuhen. (Hn.)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Amden–Arvenbüel
Wanderzeit: 2 Stunden
Weglänge: 6,6 km
Gesamtaufstieg: 334 m
Gesamtabstieg:  334 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk
Gaststätten: Arvenbüel: Hotel-Restaurant Arvenbüel, Tel. 055 611 60 10 (Montag Ruhetag, Ferien bis 19. Dezember); Restaurant Monte Mio, Tel. 055 611 14 17 (bei der Skiliftbergstation, bei Skibetrieb täglich geöffnet). Weitere Restaurants in Amden
Parkplätze: Arvenbüel
Öffentlicher Verkehr: Buslinie Ziegelbrücke–Arvenbüel (80.650) bis Endstation
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1134 Walensee
 
1 In Ziegelbrücke und Weesen ist es grau und trüb, auf der Bergstrasse hinauf nach Amden taucht der Bus so richtig in den dicken Nebel, kaum sieht man von einer Strassenseite zur andern. Beim kurzen Aufenthalt an der Haltestelle Amden Post ist die Hoffnung eine Zahl: Arvenbüel, die Endstation, liegt 300 Meter höher, auf 1273 Metern über Meer. Es reicht nicht. Nach kurzer Versuchung, sitzenzubleiben und wieder ins Tal zu fahren, steige ich aus und peile die nächste Strasse an, Hauptsache, sie führt bergwärts. Sie steigt gleich nach dem Bus-Wendeplatz links hoch. Ich halte mich an die Wegweiser-Destinationen Altschen und Vorder Höhi.
 
2 Das Strässchen führt an Ferienund Bauernhäusern vorbei, links gehen bäumige Strassen ab, Arvenstrasse, Fliederstrasse, Ginsterstrasse. In der Wiese tauchen rechts die Umrisse eines Pistenfahrzeugs aus dem Nebel auf. Dann geschieht das Wunder: Von oben fällt helles Licht ein, gelblich und bläulich, nach einigen weiteren Schritten strahlt vor und über mir ein blauer Himmel, rechts treiben Nebelschwaden über den Hang. Das geteerte Strässchen führt entlang dem Skilift, noch stehen dessen Masten und hohe, schlanke Stangen (Wasser für die Pistenpräparierung?) in der grünen Wiese, das Restaurant Monte Mio bei der Bergstation ist geschlossen; bei Skibetrieb hat es jeden Tag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Knapp daneben steht eine Reihe von Aussichtsbänken, ein schöner Picknick-Ort, aber der Nebel drängt langsam von unten herauf, also schiebe ich die Rast auf, bis ich in sonniger Sicherheit bin.

3 Bei den Bänken geht der Weg von der Strasse ab; diese macht eine Linkskurve, der Wanderweg führt weiter den Hang hinauf. Vorbei an einer letzten Ansammlung von Ferienhäusern erreiche ich ein Wäldchen. Über Stock und Stein geht es nun, der Weg ist mustergültig markiert mit dem gelben Rhombus an Baumstämmen und Felspartien. Hinter dem Wäldchen komme ich auf eine Lichtung, in der es rechterhand in sanftem Anstieg weiter geht.
 
4 Die Alp Altschen liegt in einer Senke an einer Wegkreuzung. Ich marschiere gerade weiter, Destination Vorder Höhi, und nun ist es soweit: Vor der obersten Hütte der kleinen Ansammlung steht ein knorriger Holztisch mit Bänken, die Hütte schirmt ihn vom Wind aus Norden ab. Der ideale Platz für die Mittagsrast, das ganze Bergpanorama mit Nebelmeer als Kulisse. Und eine Ruhe wie aus dem Paradies, jetzt, wo nicht einmal mehr Kühe und Sennen für Betrieb auf der Alp sorgen.
 
5 Das nun wieder geteerte Strässchen läuft in stetem Anstieg dem Hang entlang, praktisch während des ganzen Wegs habe ich zuoberst die Hütten der Vorder Höhi vor mir. Rechts geht der Blick über das Tal des Beerenbachs zum Altschechopf, Flügespitz und Leistchamm, links über mir thront der Gulmen.
 
6 Die Ankunft auf Vorder Höhi ist ein Highlight. Die Alp liegt auf 1536 Metern auf der Krete zwischen der Amdener Terrasse und dem Toggenburg. Auch dieses liegt im Nebel, darüber einige der Churfirsten, der Altmann, der Säntis und der Hinterfallenchopf, links drei markante Bergzacken, deren Namen ich nicht kenne. Ich mache Rast auf einem Bänklein, wieder geschützt vom Nordwind – vor mir dieses grandiose Bergwunder der St.Galler, Glarner und Schwyzer Alpen. Und da wird so richtig klar, warum man der Nebelsuppe im Tal Nebelmeer sagt. Wie gebirgige Inseln ragen die Bergspitzen daraus hervor. Ohne Nebel böte sich von hier die Fortsetzung hinunter nach Stein im Toggenburg (eineinhalb Stunden) an, im Talnebel aber wäre das zu heikel. Also nehme ich den gleichen Weg zurück nach Arvenbüel.
 
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