Aumühle–Murkart–Matzingen–Heiterschen–Wängi

Eine Wanderung im Reich des Bibers

Die Wanderung entlang der Murg ist selbst bei schlechtem Wetter ein Genuss. Trotz der Nähe zur vielbefahrenen Frauenfelderstrasse und der Frauenfeld-Wil-Bahn wandert man in Ruhe durch den Auwald. Der Strassenlärm wird übertönt vom Plätschern der Murg.
27. Februar 2014, 10:03
Immer wieder führen kleine Brücken über den Fluss. Und dort, wo der Biber lebt und seinen Damm baut, steht man mit einem Fuss fast selber im Wasser. Kurz vor Matzingen lädt der am Wanderweg liegende Minigolfclub zu einem Zwischenstop ein. In Matzingen überquert man später eine Hauptstrasse – um gleich wieder über Kieswege und Trampelpfade weiterzugehen nach Wängi. (nil)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start: Aumühle
Ziel: Wängi
Wanderzeit: 1 Stunde 45 Minuten
Weglänge: 7,045 km
Gesamtaufstieg: 97 m
Gesamtabstieg:  43 m
Ausrüstung: Turnschuhe oder Wanderschuhe, je nach Wetter.
Gaststätten: Im Sommer hat der Kiosk des Campings Aumühle geöffnet.
Parkplätze: Wenige Parkmöglichkeiten bei der Aumühle, nahe der Grillstelle an der Murg.
Öffentlicher Verkehr: Die Aumühle ist mit dem Bus ab Frauenfeld erreichbar. Von Wängi zurück nach Frauenfeld fährt die Frauenfeld-Wil-Bahn im Halbstundentakt.
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1053 Frauenfeld
 
1 Die Aumühle ist ein guter Ort, um die Wanderung entlang der Murg zu beginnen. Die Stadt Frauenfeld hat man hier bereits hinter sich. Hierhin kommt man mit dem Bus von Frauenfeld aus oder mit dem Auto. Beim Grillplatz nahe der Murg hat es wenige Gratisparkplätze. Von April bis Oktober hat der Kiosk des Campings Aumühle geöffnet – die letzte Chance, um Proviant für den ausgedehnten Spaziergang einzukaufen.
 
2 Kurz nach dem Start können Wanderer den Planeten Neptun entdecken – verkleinert im Verhältnis 1:1 Milliarde. Es ist der äusserste Punkt des Planetenwegs Frauenfeld. Der Murgweg führt weiter Richtung Wängi. Immer wieder führen kleine Brücken über den Fluss. Zwischen der geradegezogenen und mit vielen Schwellen gezähmten Murg und einem Kanal verläuft der Weg durch den Auwald.

3 Rund 500 Biber leben im Thurgau – und mindestens einer von ihnen baut seine Dämme hier bei Murkart in der Murg. Seinem Namen als Landschaftsgestalter macht er dort alle Ehren: Stattliche Bäume hat er bereits gefällt, andere stehen schwer angenagt am Wegrand. Überall verteilt liegen die abgenagten Holzspäne. Das Holz ist noch hell und noch nicht vom Regen aufgeweicht – die Späne scheinen noch ganz frisch zu sein.
 
4 Nach einer knappen Stunde passiert man die ARA Matzingen. Bei der Weberei Matzingen führt eine kleine Brücke zurück an das Westufer der Murg. Gleich beim Ortsbeginn kann, wer Lust und Zeit hat, beim Minigolf einen Zwischenstop einlegen. Der Murgweg führt nach dem Minigolfplatz hinter der Mühle Matzingen, deren Mühle früher selbst durch die Murg angetrieben wurde. Die Mühle Matzingen ist heute baufällig. Das rote Gebäude wird saniert, der grüne Silo muss allerdings in nächster Zeit einem Neubau weichen. Nach der Mühle Matzingen führt der Murgweg weiter auf einem schlecht gewarteten Trampelpfad vorbei an Einfamilienhäusern. Nach der Ortsausfahrt Matzingen muss die vielbefahrene und für Fussgänger nicht gesicherte Autobahnzubringer-Strasse überquert werden.
 
5 In Heiterschen steht ein Streckenposten des Wängener Brotwegs. Die «Kleine Schweizer Brotgeschichte» ist dort nachzulesen. Eine Anekdote bleibt besonders in Erinnerung. Der Posten beschreibt, wie es im Mittelalter Bäckern ergangen ist, welche die Qualitätsvorschriften nicht einhielten: «Wurden diese erwischt, konnten sie zur Strafe in einem Korb über eine Jauchegrube gehängt werden. Befreien konnten sich die Missetäter nur, indem sie – vor den Augen vieler Schaulustiger – aus dem Korb in die Grube sprangen.» Der Murgweg wird schmaler und führt hinter alten Lagerhallen vorbei an einem Grillplatz und künstlich angelegten kleinen Weihern.
 
6 Nach knapp zwei Stunden erreicht man Wängi. Im Dorfkern, nahe bei der Haltestation der Frauenfeld-Wil-Bahn erblickt man die Bäckerei Nafzger. Zeit für eine Tasse Tee oder einen Kaffee – oder für ein Stück der mehrfach prämierten «Nafzger’s Original Thurgauer Mosttorte». Die Bahn fährt auch am Wochenende im Halbstundentakt zurück nach Frauenfeld oder in die Gegenrichtung nach Wil.
 

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