Uesslingen–Iselisberg–Uesslingen

Ein Spaziergang durch die Iselisberger Reben

Diese Wanderung ist so kurz, dass man sie als verlängerten Spaziergang bezeichnen könnte. Sie hat dennoch etwas von einer Bergtour, denn man überwindet relativ viel Höhe und wird mit einer prächtigen Aussicht belohnt.
30. Mai 2013, 10:33
Diese Wanderung ist so kurz, dass man sie als verlängerten Spaziergang bezeichnen könnte. Sie hat dennoch etwas von einer Bergtour, denn man überwindet relativ viel Höhe und wird mit einer prächtigen Aussicht belohnt. Vom Dorfzentrum Uesslingen folgen wir den gelben Wegweisern Richtung Iselisberg. Am Dorfende biegen wir bei einem Blockhaus links auf einen Feldweg ab. Bald gelangen wir in die Reben, wo der viel gerühmte Iselisberger wächst. Steile Treppen führen durch Rebberge zum Weiler Iselisberg, wo das Restaurant Aussicht eine ebensolche bietet. Beim Abstieg besuchen wir die mongolischen Kamele des Winzers Biolenz. (wu)



 

 

 

 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Uesslingen
Wanderzeit: 11⁄2 Stunden
Weglänge: 2,8 km
Gesamtaufstieg: 134 m
Gesamtabstieg:  134 m
Ausrüstung: Turn- oder Wanderschuhe
Gaststätten: Restaurant Aussicht, Iselisberg, Telefon 052 746 10 90, weitere in Uesslingen
Parkplätze: Bei der Ara in Uesslingen (ausserhalb des Dorfs Richtung Neunforn) und bei der Landi (ausserhalb der Ladenöffnungszeiten)
Öffentlicher Verkehr: Von Frauenfeld fahren Postautos nach Uesslingen und nach Iselisberg
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1052 Andelfingen
 
1 Wir starten unsere Wanderung im Zentrum von Uesslingen, das von der paritätischen Kirche dominiert wird. Wir gehen bergan Richtung Iselisberg. Gelbe Wanderwegweiser zeigen uns den Weg an. Wir passieren eine Villa, deren Tor von zwei steinernen Löwen bewacht wird.
 
2 Bei einem Blockhaus am Dorfende biegen wir nach links auf einen Schotterweg ab. Durch grüne Wiesen traversieren wir den Hang ins Rebgebiet hinüber. Wir passieren eine Ruhebank, die von der Bürgergemeinde Uesslingen zur Verfügung gestellt wird. Steile Treppen führen durch Rebberge hinauf.
 
3 Beim schmucken Rebhäuschen mit den rot bemalten Riegeln lockt eine Sitzbank zum Ausruhen. Am Brunnen kann man den Durst stillen. Das Rebhäuschen ist nicht so alt, wie es aussieht; es stammt aus dem Jahr 1950. Über der Tür steht der Spruch: «Was Du erstrebst, trefflich gelinge, was Du vollbracht, Segen bringe.» Unterhalb des Weilers Iselisberg zeigen Wegweiser Möglichkeiten auf, die Wanderung beliebig zu verlängern. Zur Kartause Ittingen sind es beispielsweise nur 50 Minuten. Vom Wegweiser gehen wir nicht den direkten Weg bergauf, sondern biegen nach links ab in Richtung der beiden Pappeln.

Wir kommen am Weingut Hausammann vorbei, der einen geräumigen verglasten Pavillon für Anlässe vermietet. Zu den Spezialitäten des Hauses gehört der Eiswein, der am frühen Morgen bei minus neun Grad gelesen wird. Danach erreichen wird die Strasse auf der Krete des Iselisbergs. An schönen Tagen begegnet man hier zahlreichen Velofahrern, bei denen der Iselisberg ebenso beliebt ist wie bei Spaziergängern und Wanderern. Treibhäuser reflektieren das Sonnenlicht; im Hintergrund sind die verschneiten Alpen zu sehen. Am Wegrand erregt ein kurioses Gefahrensignal mit einem Schaf die Aufmerksamkeit; darunter hängt die Erklärung «Achtung, dä Maier». 2003 ist sie von Freunden Urs Maiers aufgestellt worden, der im Bauernhof am Eingang nach Iselisberg wohnt. Früher pflegte er, mit seinen vierhundert Milchschafen die Strasse zu überqueren. Inzwischen macht er das wegen der Verschmutzung der Strasse nicht mehr. Anfangs hatte es zwei derartige Schafstafeln gehabt. Eine davon ist eines Tages verschwunden, vermutlich von einem Sammler entwendet.
 
4 Das Restaurant Aussicht in Iselisberg stellt den Höhepunkt unserer Wanderung dar. Die Aussicht von der «Aussicht» ist bei klarer Sicht grandios. Die Alpenkette ist auf grosser Länge zu sehen. Im Vordergrund liegt das untere Thurtal, wo die Thur die Grenze zum Kanton Zürich bildet. Den Zvieriteller serviert die Wirtin Brigitte Wiesmann bei angenehmen Temperaturen im Garten, wo man unter alten Kastanienbäumen gemütlich sitzt. Wenn es kühl ist, kann man sich in der holzgetäferten Gaststube mit Kachelofen aufwärmen. Beim Abstieg kommen wir nochmals am Rebhäuschen mit den roten Riegeln vorbei. Wir gehen nicht mehr nach links Richtung Blockhaus wie beim Aufstieg, sondern steigen auf steilen Rebtreppen weit hinab Richtung Thurebene.
 
5 Ein Rundzelt und tibetische Gebetsfahnen zeigen das Weingut Biolenz an. Guido Lenz und Marlen Karlen bilden Jugendliche aus, die auf dem Arbeitsmarkt sonst wenig Chancen haben. Am Wegrand mustern die beiden mongolischen Kamele Bora und Niniveh neugierig die Passanten. Die Tiere mit dem dicken Fell und den zwei Höckern sind Halbschwestern; sie sind 2007 im Wallis und in Graubünden geboren worden. Ihr Vater ist noch in der Mongolei geboren worden. Eine Infotafel fordert dazu auf, die Kamele nicht über den Zaun zu füttern, sondern Äpfel, Bananen oder Brot in einen Kasten zu legen.
 

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