Kaltbrunn – Maria Bildstein – Benkner Büchel – Giessen – Schloss Grynau – Schmerikon

Durch Kurt Guggenheims Roman «Riedland» wandern

Die Wanderung vom Bahnhof Kaltbrunn in einem weiten Bogen zum Bahnhof Schmerikon führt durch die reizvolle Landschaftsarena der Linthebene. Darüber hinaus ist es quasi eine Themenwanderung mit zwei Aspekten: einem sakralen und einem literarischen.
13. Juni 2013, 09:31
Die Wanderung vom Bahnhof Kaltbrunn in einem weiten Bogen zum Bahnhof Schmerikon führt durch die reizvolle Landschaftsarena der Linthebene. Darüber hinaus ist es quasi eine Themenwanderung mit zwei Aspekten: einem sakralen und einem literarischen. Auf dem Benkner Büchel stehen mitten im Wald die Wallfahrtskirche Maria Bildstein, gesäumt von mehreren Kapellgrotten, und die Meinradskapelle. In der Ebene wandelt man auf den Spuren des Schweizer Schriftstellers Kurt Guggenheim: Zwischen Kaltbrunn, Benken, Tuggen und Schmerikon ist sein Roman «Riedland» über die Erdölbohrungen von 1927 angesiedelt. (Hn.)



 

 


 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Kaltbrunn, Schmerikon
Wanderzeit: 31⁄2 Stunden
Weglänge: 14 km
Gesamtaufstieg: 195 m
Gesamtabstieg:  256 m
Ausrüstung: Turnschuhe, stabile Stadtschuhe
Gaststätten: Benkner Büchel: «Kapelle», 055 283 12 41 (Mo Ruhetag), «Bretzelstube», 055 293 50 93 (Mo Ruhetag), «Sternen», 055 293 31 11 (Di Ruhetag); Uznach/Tuggen: Schloss Grynau, 055 285 85 15 (Di/Mi Ruhetag)
Parkplätze: Bahnhof Kaltbrunn
Öffentlicher Verkehr: Südostbahn und SBB, Linie Wattwil–Rapperswil
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25 000, Blätter 1113 Ricken und 1133 Linthebene
 
1 Die markante Kastanienbaumreihe beim Bahnhof von Kaltbrunn sieht man meist nur vom Voralpen-Express aus (der hier nicht hält). Diesmal haben wir die S4 (St. Gallen–Uznach) genommen und sind in Kaltbrunn ausgestiegen. Wir folgen dem Wanderweg nach Maria Bildstein und werden am Dorfkern vorbei durch Wohnquartiere geleitet. Hin und wieder ist ein Wegweiser verbogen, deshalb Achtung: Wanderscharfsinn walten lassen.
 
2 Nach einem scharfen Linksschwenker passieren wir das Industriegebiet von Kaltbrunn, wo die jetzt verlassene «Blue Bar» munteres Wochenendtreiben ahnen lässt. Über die Strasse Kaltbrunn–Benken geht es aufs offene Feld hinaus.
 
3 Unmittelbar nach der Überquerung des Steinenbachs verlassen wir die Strasse und biegen rechts in einen hübschen Feldweg ein, der uns bald in ein Wäldchen führt. Nach dem Bahnübergang der Linie Uznach–Ziegelbrücke beginnt der kleine Anstieg hinauf auf den Benkner Büchel.
 
4 Mit dem Gewinn an Höhe wird auch die Aussicht in die Berge zwischen Toggenburg und Linthgebiet, die Dörfer am Abhang des Rickens und über den östlichen Teil der Linthebene weiter. Im Weiler Gsäss lockt ein schönes Restaurant, das die Nähe der Wallfahrtskapelle Maria Bildstein verkündet: Es heisst Restaurant Kapelle.
 
5 Umgeben von hohen Bäumen steht auf der Anhöhe die Wallfahrtskirche Maria Bildstein. Die Geschichte erzählt, dass der Meisterknecht des Damenstiftes Schänis, Heinrich Jud, 1519 eine Statue der Gottesmutter Maria, die er so liebte, auf den Hügel brachte. Die Äbtissin des Stiftes Schänis liess für die Statue einen Bildstock errichten, wovon der Wallfahrtsort den Namen «Bildstein» erhalten hat. Die heutige Kirche wurde 1966 eingeweiht. In ihrer Umgebung befinden sich einige Kapellgrotten.
 
6 Durch den Wald wandern wir weiter in Richtung Giessen oder Reichenburg. Linker Hand öffnet sich für eine Weile eine schöne Weitsicht über die Ebene in Richtung Glarnerland und Walensee. Nach einer scharfen Rechts- und Linkskurve erreichen wir ein Ruhebänklein, von dem aus ein Schild 200 Meter tief in den Wald zur Meinradskapelle führt. Das verwunschene Kapellchen wurde 1909 an der vermuteten Stelle des ehemaligen Benediktinerklosters Babinchova (Benken) erbaut.
 
7 Durch eine Talsenke absteigend erreichen wir den Weiler Giessen. Da gibt es zweierlei Attraktionen: das reichhaltig bestückte Bäckereimuseum mit der «Bretzelstube» und auf der anderen Strassenseite den höchst empfehlenswerten Landgasthof Sternen.
 
8 Ab Giessen gilt die Destination Schmerikon, der Weg führt auf dem Damm zwischen Linth und Nebenkanal. Wir geniessen den Ausblick in die weite Arena mit den Hügeln der March, des Zürcher Oberlandes und – im Rücken – des Glarnerlandes. Auf beiden Seiten liegen die verschiedenen Riete. Wir befinden uns nun mitten im Schauplatz des Romans «Riedland» von Kurt Guggenheim (1896–1983), der 1938 erschien und die Erdölbohrungen von 1927 in diesem Gebiet zum Thema hatte. 1976 wurde er von Wilfried Bolliger verfilmt.
 
9 Nach einer langen Geraden erreichen wir das Schloss Grynau, welches an den alten Wegkreuzungen des Jakobswegs St. Gallen–Einsiedeln und der Route Zürich–Chur liegt: ein markantes Turmschloss, daneben ein urchiges Restaurant.
 
10 Ein Stück nach der Unterquerung der A53 führt eine Brücke über den Nebenkanal, und vorbei an Sportanlagen erreichen wir die gedeckte Brücke über den Aabach, die wie ein kleines Lusthäuschen über dem Wasser aussieht.
 
11 Schmerikon: Nach einem kurzen Rundgang durch das hübsche Dorf nehmen wir den Voralpen-Express zurück durch den Ricken.
 

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