Vorderhof–Langweid–Sennwaid–Egg–Altburg–Scheier–Vogtlüt–Vorderhof

Der Weihnachtsmarsch

Die Fahne der Gemeinde Untereggen ziert ein Rabe auf einem Dreiberg. Zum 600. Geburtstag hat das «rabenstarke Dorf» 2009 seinem Wappentier einen Weg gewidmet. Der Rabenweg ist zugleich ein Lehrweg, auf dem Wanderer Wissenswertes über Raben erfahren.
20. Dezember 2012, 09:02
Wer sich die Zeit nimmt, die Schilder zu lesen, sollte gute zwei Stunden für die sechs Kilometer einplanen. Liegt Schnee, lohnt es sich, einen Tellerschlitten mitzunehmen. Besonders schön ist der Weg während der Dämmerung, wenn die untergehende Sonne den Himmel über dem Bodensee goldgelb färbt – und die ganze Familie auf das Christkind wartet. (jhe)
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Untereggen
Wanderzeit: knapp zwei Stunden reine Gehzeit
Weglänge: 6,5 km
Gesamtaufstieg: 296 m
Gesamtabstieg:  296 m
Ausrüstung: Turnschuhe im Sommer, warmes und wasserdichtes Schuhwerk im Winter
Gaststätten: Eggersriet, Restaurant zur Höhe, 071 877 13 75 (Montag, Dienstag Ruhetag) und Untereggen, Waldschenke zur alten Burg, 071 841 66 46 (im Winter geschlossen)
Parkplätze: Schule Untereggen
Öffentlicher Verkehr: Postauto Linie 242
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1075, Rorschach
 
1 Vorderhof. Der Rabe weist den Weg. An jeder Gabelung empfängt er die Wanderer und dirigiert sie unmissverständlich in die richtige Richtung. Hier verläuft sich keiner, die Wanderkarte kann getrost gegen Notizblock und Stift getauscht werden. Auf dem Rabenweg erhalten die Wanderer viele Informationen über die schwarzen Vögel, sie werden das eine oder andere vielleicht aufschreiben wollen. An der Spielbühlstrasse geht es los. Der Weg steigt gleich ordentlich an, so dass den Wanderern auch bei eisigen Temperaturen nicht kalt wird.
 
2 Grillplatz. Bereits nach den ersten Kurven lockt rechter Hand ein liebevoll gestalteter Grillplatz zur Rast. Im Winter lädt er aber eher zur Betrachtung als zur Benützung ein, Tisch und Bänke sind schneebedeckt. Aus einem Baumstumpf schnitzte ein Künstler eine Hand, auf deren Fläche ein Vogelhäuschen steht. Auch die massive Feuerschale mit Hängegrill ruft nach einem Wiedersehen im Sommer. Die Informationstafel neben dem Sitzplatz erzählt vom zwiespältigen Verhältnis zwischen Menschen und Raben, das seit jeher stärker von Vorurteilen als von Tatsachen bestimmt sei. Gleich nach dem Grillplatz dringen wir in den Frauenwald ein. Es wird gleich dunkler, und je höher wir steigen, desto dicker wird die Schneedecke. Das Kies darunter gibt aber guten Halt. Da wir uns einen milden Wandertag ausgesucht haben, bahnt sich das Schmelzwasser eigenwillige Wege die Waldböschung hinunter. Zudem fallen aus dem Geäst über uns immer wieder schwere Tropfen auf unsere Mützen. Wir beschleunigen etwas – und erblicken auf einmal eine kleine Holzhütte im Wald. Ob hier der Samichlaus wohnt? Bald sehen wir aber anstelle eines Eselchens einen überlebensgrossen Holzraben vor der Tür. Knöpfe, Lautsprecher und Aufschrift schüren die Erwartung, verschiedene Vogelstimmen hören zu können. Auf Knopfdruck bleibt es aber still. Schade. Vielleicht macht die Vogelfigur Winterpause, während die gefiederten Kollegen in den Süden geflogen sind.
 
3 Langweid. In Langweid ist der Anstieg geschafft. Dort belohnt uns der Ausblick durch die hochgewachsenen Tannen auf den Mötteliweiher des Schlosses Sulzberg und auf den Bodensee hinab. Langsam färbt sich der Himmel goldgelb, die Sonne geht unter. Hier zweigt ein Trampelpfad rechts ab. Der Wegweiser verheisst uns: Restaurant Höhe, Eggersriet, 15 Minuten. Wir bleiben aber auf dem Rabenweg. Jetzt geht es erstmals ein längeres Wegstück bergab. Ein Tellerschlitten würde sich allemal lohnen, gerade auch, wenn Kinder mitwandern.
 
4 Sennwaid. In Sennwaid steigt der Weg wieder etwas an, um danach links in Richtung Iltenriet, Goldach, abzuzweigen. Geradeaus ginge es weiter in Richtung Eggersriet, Vögelinsegg und St. Anton. Wir folgen weiter dem Raben. Jetzt führt der Weg steil bergab. Wegen des Tauwetters und des Laubs gibt es einige rutschige Stellen. Fussspuren führen wohl deshalb auch durch die Wiese nebenan. Unten angekommen, geht es auf einem Kiesweg weiter an der Waldschenke zur Alten Burg vorbei.
 
5 Altburg. Während des Winters ist das Restaurant geschlossen. Der Weg schlängelt sich weiter durch den dämmrigen Wald und zweigt dann nach links ab durch die verschneiten Felder in Richtung Vogtlüt, wo ein paar Häuser einen Weiler bilden.
 
6 Vogtlüt. Bald schon ist in der Ferne der Turm der katholischen Kirche Untereggen zu sehen. Dieser Streckenabschnitt ist geteert. Beim nächsten Mal beginnen wir den Rabenweg etwas später am Tag – mit einer Fackel in der Hand. Die schneebedeckten Wege und Bäume, die Rabengeschichten und die Hütte im Abendlicht würden bestimmt auch die Wartezeit aufs Christkind verkürzen. (jhe)



 

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