Gossau–Hohfirst–Tannenberg–Waldkirch–Ronwil– Hauptwil–Waldschenke–Bischofszell

Der Tannenberg – der unterschätzte Aussichtsberg

Es ist ein beglückender Moment, wenn man nordöstlich von Gossau hinter der A1 das Siedlungsgebiet verlässt. Ein abwechslungsreicher Weg führt durch Feld und Wald und an stattlichen Gehöften vorbei zum Hohfirst und Tannenberg – einem viel zu wenig geschätzten Aussichtsberg mit Blick in den Alpstein und zum Bodensee.
17. Oktober 2013, 09:57
Es ist ein beglückender Moment, wenn man nordöstlich von Gossau hinter der A1 das Siedlungsgebiet verlässt. Ein abwechslungsreicher Weg führt durch Feld und Wald und an stattlichen Gehöften vorbei zum Hohfirst und Tannenberg – einem viel zu wenig geschätzten Aussichtsberg mit Blick in den Alpstein und zum Bodensee. Durch sanftes Weideland geht es dann hinunter nach Waldkirch und vorbei am Golfplatz nach Hauptwil, das 1999 den Wakkerpreis bekam. Über dem Dorf lockt die Waldschenke, ein letztes waldiges Wegstück führt ins schmucke Rosenstädtchen Bischofszell. (Hn.)

 



 

 


 

 

Die Wanderung im Überblick

Start: Gossau
Ziel: Bischofszell
Wanderzeit: 4 3⁄4 Stunden
Weglänge: 19 km
Gesamtaufstieg: 415 m
Gesamtabstieg:  546 m
Ausrüstung: Alltagsschuhe
Gaststätten: Hohfirst (071433 1149, Di ab 14 und Mi geschlossen); Tannenberg (07143312 18, Mo ab 14 und Di geschlossen); Waldschenke (07142216 45, bis Ende Oktober täglich ab 10 Uhr offen); Restaurants in den Ortschaften
Parkplätze:Bahnhof Gossau
Öffentlicher Verkehr: SBB (S5), Postauto
Kartenmaterial: Landeskarte 1 :25000, Blatt 1094 Degersheim, 1074 Bischofszell
 
1 Beim Bahnhof Gossau lassen wir die Wegweiser vorerst unbeachtet. Ostwärts geht es über den Bahnhofplatz weg durch das städtische Strassennetz – und zuerst in die Negrellistrasse, die an den Ingenieur Alois Negrelli erinnert, der auch am Bau des Suezkanals beteiligt war. Via Mooswiesstrasse und Falkenstrasse gelangt man in die Andwilerstrasse.
 
2 Die Autobahn ist hier klare Grenz- und Trennlinie: Bis dicht an die Lärmschutzwände reichen die Gossauer Aussenquartiere, jenseits empfängt uns Natur – und ein impertinent kläffender Hund, der uns daran hindert, die Wegweiser zu studieren. Auf die Schnelle sehen wir: Ab hier sind die Etappenziele Hohfirst und Tannenberg angegeben. Leicht ansteigend führt der Weg in den Matterwald.
 
3 Abwechslungsreich geht es durch Feld und Wald. Erstmals öffnet sich rechter Hand der Blick zum Alpstein. Jenseits des waldigen Chellenbach-Tobels sind Geräusche vom Walter-Zoo zu hören, zwischendurch sind einzelne Gebäude der Kaserne Neuchlen-Anschwilen auszumachen. Zwischen Gruenholz und Hinterberg steigt der Weg auf offenem Gelände markant an. Das Panorama zur Rechten und in unserem Rücken weitet sich.
 
4 Nach einer weiteren Waldpartie erreichen wir die Hochebene des Andwiler Mooses, das wir aber links liegen lassen, um via Rötelbach zum Hohfirst zu gelangen. Die Stadt St.Gallen erklärt auf mehreren Infotafeln ein Energie-Bauprojekt, dann erreichen wir die Strasse Waldkirch–Engelburg und den stattlichen Weiler Hohfirst mit dem gleichnamigen Restaurant. Schon draussen scheint es verführerisch nach Metzgete zu riechen.
 
5 Vom Hohfirst geht es ein steiles Stück zum Tannenberg hoch. Die Aussicht zum Alpstein, über Fürstenland, Toggenburg und den Thurgau sowie ostwärts zu den Spitzen der Vorarlberger Berge wird immer grandioser – und auf dem Tannenberg kommt erstmals der Bodensee ins Blickfeld. Der Tannenberg, so nah und selbstverständlich vor den Toren St.Gallens und Gossaus gelegen, erscheint uns als grossartiger, aber viel zu gering geschätzter Aussichtsberg.
 
6 Nach dem Restaurant folgen wir ein Stück weit der Strasse nach Niderwil – immer die weite Landschaft zwischen Bodensee und voralpinen Hügeln vor Augen – und ziehen dann scharf rechts weg in Richtung Waldkirch. Nach dem Austritt aus dem Wald ist es wieder der See, der grad vor uns liegt. In Waldkirch staunen wir: Wie stimmig das Dorf wirkt, wenn man einmal zu Fuss quer unterwegs ist und nicht längs mit dem Auto durchfährt! Schönes Dorfensemble mit Kirche und Kapelle – sowie Hoteltower, der die Skyline leicht stört.
 
7 Westwärts geht es aus dem Dorf durch sanftes Wiesland zum Weiler Ronwil. Von dort erreichen wir nach einer Rechtsdrehung bald den östlichen Rand des Golfplatzes.
 
8 In Hauptwil wieder derselbe Eindruck wie in Waldkirch: Entschleunigt wirkt das Dorf stattlicher und hablicher. Da ist der westlichste der Hauptwiler Weiher, da sind schöne Häuserzeilen (Hauptwil bekam 1999 für seine Manufaktur-Siedlungen den Wakkerpreis), da ist das Gonzenbach-Schloss, wo Friedrich Hölderlin kurze Zeit als Hauslehrer tätig war.
 
9 Über den Gonzenbachweg gelangen wir durch Wohnquartiere zum Bischofsberg hinauf – und stehen unvermittelt vor der legendären Waldschenke. Die hatten wir uns stets als Blockhütte im tiefen Wald vorgestellt. Nun werden wir eines Besseren belehrt: Sie liegt unmittelbar am Waldrand, mit prächtigem Blick zum Alpstein.
 
10 Das letzte Wegstück führt durch den Wald hinunter nach Bischofszell. Wo sich vor der Heimreise ein Rundgang durch die Altstadt unbedingt lohnt.
 

 
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