Brülisau–Plattenbödeli–Sämtisersee–Töbelihütten–Bollenwees–Fälensee– Brülisau

Sommerhitze entflohen – in Bergseen abgekühlt

Im heissen Sommer sind Bergseen eine willkommene Erfrischung. Doch der Weg dorthin ist oft steil und beschwerlich, so wie zum Sämtiser- und Fälensee.
05. August 2015, 06:00
Gestartet wird bei der Kastenbahn in Brülisau. Beim Pfannenstiel geht es dann in den Wald hinein. Beim Plattenbödeli gelangt man schliesslich wieder hinaus. Steil bergab geht es weiter zum Sämtisersee, wo das Wasser erfrischend kalt ist. Je nach Route führt der Weg später beim Stiefel steil bergab oder -auf. Auf der Bollenwees angekommen, zeigt sich schliesslich der Alpsteinfjord: der Fälensee. Der Anblick entschädigt für die Strapazen des Aufstiegs. Das Wasser ist angenehm frisch. Vor dem Abstieg die perfekte Abkühlung. (ibr)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Brülisau, Kastenbahn
Wanderzeit: 4 1⁄2 Stunden
Weglänge: 14,3 Kilometer
Gesamtaufstieg: 780 Meter
Gesamtabstieg: 780 Meter
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Badehosen oder Badeanzug und Badetuch
Gaststätten: Brülisau: Berggasthaus Plattenbödeli 0717991152; Berggasthaus Bollenwees 0717991170
Parkplätze:Brülisau, Kastenbahn
Öffentlicher Verkehr: Von St.Gallen/Appenzell mit Bahn und Postauto bis Brülisau, Kastenbahn
Kartenmaterial:Landeskarte 1:25000 Blatt 1115 Säntis, Wanderkarte Appenzellerland 1:25000
 
1 Der Ausgangspunkt der Wanderung ist die Kastenbahn in Brülisau. Dorthin gelangt man problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, es hat aber auch Parkplätze. Das erste Stück ist eine Strasse. Man blickt sozusagen dem Alpsteinmassiv ins Auge: links der hohe Kasten, rechts die Alp Sigel. Und dazwischen führt der Wanderweg hindurch. Nach dem Strassenstück geht es beim Pfannenstiel hinein in den Wald. Dem Brüelbach entlang geht es steil bergauf. Hier sind gutes Schuhwerk und eine kräftige Lunge gefragt. Der Aufstieg zieht sich hin, doch oben – nach knapp über einer Stunde Wanderzeit – gibt es die erste Möglichkeit für eine Zwischenverpflegung.
 
2 Das Bergrestaurant Plattenbödeli liegt 1284 Meter über Meer, und bis zum Sämtisersee ist es nur noch ein kleiner Abstieg, welcher knapp zehn Minuten dauert. Auch drei Esel fühlen sich in einem Gehege auf dem Plattenbödeli heimisch. Für die Kinder gibt es neben dem Berggasthaus einen Spielplatz. Im Plattenbödeli kann auch übernachtet werden.

3 Am Sämtisersee angekommen, fällt als erstes das klare grüne Wasser auf. Es lädt förmlich zum erfrischenden Bad darin ein, vor allem in der Sommerhitze eine willkommene Abkühlung, bevor die Wanderung weitergeht. Der See am Fusse des hohen Kastens hat einen unterirdischen Ablauf; das Wasser tritt erst im St.Galler Rheintal wieder zu Tage. In den heissen Sommermonaten trocknet der Sämtisersee jeweils beinahe vollständig aus, weil sein wichtigster Zufluss, der Sämtiserbach, selber zu wenig Wasser zu führen vermag.
 
4 Nach der Abkühlung im Bergsee geht es tiefer hinein ins Alpsteinmassiv. Hier oben hört man die Kuhglocken der Kühe, die den Sommer in der Höhe verbringen – genauso wie die Ziegen. Die Bauernfamilien sind derweil mit Feldarbeit beschäftigt. Bei Töbelihütten gibt es eine Weggabelung, an der links weitergegangen wird. Beide Wege führen jedoch zur Bollenwees, dem höchsten Punkt dieser Wanderung. Auf dem linken Weg führt die Wanderung in Serpentinen hinauf zur Bollenwees. Auch dieser Aufstieg ist anspruchsvoll.
 
5 Auf der Bollenwees steht das gleichnamige Berggasthaus, das für seine Rösti bekannt ist. Von der Terrasse aus kann man den Fälensee sehen. Ein faszinierender Anblick, der für die Strapazen des Aufstiegs mehr als entschädigt: Eingebettet zwischen den steil abfallenden Felsflanken der Widderalpstöcke und dem Hundstein, dem Altmann und dem Saxerfirst sticht die dunkelgrüne Farbe des Wassers ins Auge. Die Oberfläche bewegt sich kaum.
 
6 Nicht nur der Anblick des Sees und der umliegenden Felswände, die sich darin spiegeln, lohnt sich, auch das Bad im Wasser zahlt sich aus. Im Sommer erwärmt sich das Wasser des Bergsees bis maximal 18 Grad. Abkühlung ist also garantiert. Im Hochsommer versuchen auch Fischer im Fälensee ihr Glück. Wie der Sämtisersee hat auch dieser Bergsee keinen sichtbaren Abfluss und bahnt sich seinen Weg ins Rheintal unterirdisch. Hier ist der Wendepunkt der Wanderung erreicht.
 
7 Die Route des Rückwegs nach Brülisau unterscheidet sich leicht vom Aufstieg. Die Wanderung führt den Stiefel hinab. Dieser Weg ist sehr steil, die Tritte sollten mit Bedacht gewählt werden. Am Fusse des Stiefels geht es dann schnurstracks Richtung Sämtisersee und hoher Kasten. Bis zum Sämtisersee ist der Weg eben und ziemlich angenehm zu bewältigen. Wer dennoch ins Schwitzen kommt, kann sich im Bergsee noch ein letztes Mal abkühlen. Steil geht es dann zuerst im Wald bergauf zum Plattenbödeli und von dort noch steiler bergab zurück nach Brülisau. (ibr)
 
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