Brülisau–Pfannenstil–Plattenbödeli–Sämtisersee–Seewees–Lawannen– Alp Soll–Ruhsitz–Brülisau

Der Feuersee im Herzen des Alpsteins

Wer in diesen Tagen im Alpstein unterwegs ist, kann beobachten, wie die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Die Wanderung startet in Brülisau und führt durch das verwunschene Brüeltobel hoch zum Berggasthaus Plattenbödeli.
08. Mai 2014, 10:07
Nach einem kurzen Abstieg präsentiert sich der Sämtisersee von einer unbekannten Seite: ausgetrocknet und feuerrot. Wo sonst ein blaugrüner Bergsee ruht, liegt ein Feuersee aus einer fremden Welt. Am nördlichen Seeufer steigen wir auf nach Lawannen und zur Alp Soll. Über die Alpweiden der Mädi-Hasenplatte wandern wir bis zum Berggasthaus Ruhesitz. Nach einer kurzen Rast folgt der Abstieg nach Brülisau. (mge)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Brülisau
Wanderzeit: 3 Std. 10 Min.
Weglänge: 9,4 km
Gesamtaufstieg: 571 m
Gesamtabstieg:  571 m
Ausrüstung: Trekking- oder Wanderschuhe
Gaststätten: Diverse Restaurants in Brülisau; Berggasthaus Plattenbödeli, 071 799 11 52, täglich offen; Berggasthaus Ruhesitz, 071 799 11 67, Mittwoch Ruhetag
Parkplätze: Bei der Talstation der Luftseilbahn Hoher Kasten in Brülisau
Öffentlicher Verkehr: Mit den Appenzeller Bahnen und dem Postauto bis nach Brülisau.
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000; Blatt 1115 Säntis
 
1 In Brülisau parkieren wir direkt vor der Talstation der Luftseilbahn Hoher Kasten. Dem Wegweiser Richtung Plattenbödeli folgen. Der Weg führt auf einer asphaltierten Strasse vorbei an Bauernhäusern. Am Talende befindet sich die Transportbahn auf die Alp Sigel. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist sie täglich in Betrieb und transportiert auch Wanderer.
 
2 Beim Pfannenstiel befinden sich letzte Parkplätze, das asphaltierte Gütersträsschen ist hier zu Ende. Eine Barriere zeigt an, dass für den normalen Verkehr eine Weiterfahrt nicht erlaubt ist. Auf einer Tafel sieht der Wanderer, welche Berggasthäuser geöffnet sind. Ein Kiesweg steigt nun langsam an. Die offizielle Wanderzeit bis zum Berggasthaus Plattenbödeli beträgt laut Wegweiser eine Stunde. Der Weg führt durch das Brüeltobel und wird zunehmend steiler. Nun folgt der anstrengendste Abschnitt dieser Wanderung. Während des Aufstiegs murmelt und gurgelt rechter Hand der Brüelbach. Die Natur erwacht hier erst allmählich aus dem Winterschlaf. Die Laubbäume tragen erste grüne Blätter, auf dem Waldboden wachsen vereinzelte Blümchen. Im Schatten der Tannen liegt noch Schnee. Vor dem letzten Aufstieg führt ein Wegweiser vom Hauptweg weg durch den Wald. Wer Lust auf einen kurzen Abstecher ins Gelände hat, folgt ihm und landet schliesslich beim Gasthaus Plattenbödeli.

3 Das Gasthaus ist von Anfang Mai bis Anfang November täglich geöffnet. Wer mag, kann hier eine knusprige Chäsrösti oder Appenzeller Siedwurst mit Chäshörnli essen. Gegenüber vom Berggasthaus liegt die schlichte Bergkapelle Maria Heimsuchung. Sie wurde im Jahre 1939 von Johannes Hugentobler erbaut und künstlerisch ausgestattet. Vor zwei Jahren wurde der Aussenbereich der Kapelle umfassend renoviert. Von Anfang Juni bis Ende August findet sonntags ein rege besuchter Berggottesdienst statt
 
4 Der Kiesstrasse leicht abwärts in Richtung Bollenwees folgen. Nach Verlassen des Waldes links in Richtung Hoher Kasten abbiegen und zum Sämtisersee hinabsteigen. Dem Uferweg östlich des Sämtisersees folgen. Dieser bot in den vergangenen Wochen einen ungewohnten Anblick. Wo normalerweise ein blaugrüner Bergsee liegt, ist ein ausgetrocknetes Seebecken zu sehen. Feuerrote Verfärbungen an den Ufern verwandeln den Bergsee in einen Feuersee aus einer fremden Welt. Es handelt sich wahrscheinlich um Überreste von Algen, die im vergangenen Sommer den Sämtisersee rot verfärbten. Laut eines Experten der Universität Konstanz ist das Auftreten von Algen in Bergseen ein Indikator für sauberes Wasser.
 
5 Bei der Seewees führt der Weg an drei Alphütten vorbei. Beim nächsten Wegweiser der Richtung Alp Soll und Ruhsitz folgen. Die Alpstrasse steigt nun langsam an.
 
6 Auf dem höchsten Punkt von Lawannen angelangt, zweigt der Wanderweg nach 60 Metern rechts von der Alpstrasse ab. Dem Wegweiser in Richtung Ruhsitz/Brülisau folgen. Über die Alpweiden der Mädi-Hasenplatte geht es weiter in Richtung Alp Soll.
 
7 Auf der Alp Soll (Steig) führt der Weg an einem Bildstock vorbei. Dort dem Wegweiser in Richtung Brülisau/Ruhsitz folgen. Auf einem Alpsträsschen geht es nun langsam abwärts. Linker Hand erscheinen die ersten drei Alphütten.
 
8 Beim Berggasthaus Ruhesitz kann man vor dem Abstieg innehalten und die Aussicht auf Brülisau und den Alpstein geniessen. Einheimische nennen das Gebiet um den Ruhesitz auch Risi. Über die Weiden des Rossbergs geht der Abstieg hinunter nach Brülisau. Langsam rücken Kirche und Talstation der Luftseilbahn näher.
 

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