Fischingen – Neuschüür – Ootenegg – Hell – Wasserfall – Au – Fischingen

Den Hinterthurgau neu entdecken

Wer Wälder liebt, das Zwitschern der Vögel, das gemächliche Weiden der Kühe und Rinder, wer Ruhe zu geniessen versteht und an sanften, zuweilen auch leicht steileren Auf- und Abstiegen seine Freude findet, der wird auf dieser Wanderung die Schönheiten des Hinterthurgaus in vollen Zügen geniessen können.
05. September 2013, 09:15
Wer Wälder liebt, das Zwitschern der Vögel, das gemächliche Weiden der Kühe und Rinder, wer Ruhe zu geniessen versteht und an sanften, zuweilen auch leicht steileren Auf- und Abstiegen seine Freude findet, der wird auf dieser Wanderung die Schönheiten des Hinterthurgaus in vollen Zügen geniessen können. Der Weg führt teils auf geteerten, teils auf Naturstrassen, mal auf engeren, mal breiteren Wanderwegen durch abwechslungsreiche Landschaft. Aber auch auf Anhöhen, die einen schönen Ausblick auf die Region bieten. Und wer mag, entdeckt den höchsten Punkt im Thurgau. (hs)



 

 


 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Fischingen
Wanderzeit: ca. 2 3⁄4 Stunden
Weglänge: 8,6 km
Gesamtaufstieg: 479 m
Gesamtabstieg:  479 m
Ausrüstung: fester Turnschuh, Trekkingschuh oder leichter Wanderschuh
Gaststätten: Au: Alp-Holenstein Besenbeiz, Telefon 0719772407; Fischingen: Restaurant Kloster, Telefon 07197871 20; Sternen, Telefon 07197716 17; Traktir Irina, Telefon 0719772810; Ochsen, Telefon 0719771305
Parkplätze:südlich des Klosters
Öffentlicher Verkehr: WilMobil, Linie 734, Haltestelle Kloster
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1093 Hörnli
 
1 Ausgangspunkt zu dieser Wanderung ist das Kloster Fischingen. Der gelbe Wanderwegweiser führt einige Meter der geteerten Strasse entlang in Richtung Au. Sodann geht es nach links weg in Richtung Mettle. Hier beginnt der erste Aufstieg. Ein Blick zurück offenbart immer wieder eine reizvolle Aussicht auf Fischingen und die prächtige barocke Klosteranlage.
 
2 Nach dem Erreichen der ersten Anhöhe zeigt sich der Weiler Neuschüür. Ein innovativer Bauernhof, wo unter anderem Beeren kultiviert werden. Beim Hof führt der Weg links weg der Strasse entlang bis zum Waldrand. Dort geht man links in den Wald hinein, wo sich schon nach einem kurzen Aufstieg die Kapelle Ootenegg zeigt.
 
3 Die kleine Waldkapelle wurde 1890 erbaut und der heiligen Idda geweiht. Sie bietet 20 Personen Platz. Bemerkenswert ist, dass der damalige Bischof von Basel, Leonhard Haas, die Waldkapelle am 13. Juni 1890 persönlich weihte. 1984 wurde die Kapelle umfassend restauriert. Erfrischend die kleine Quelle am Fuss der Treppe.
 
4 Nun führt der Weg hoch zur Ootenegg, wo sich nicht nur ein schöner Ausblick bietet, sondern auch eine schöne Statue zu entdecken ist. Sie wurde wie die Kapelle Ootenegg 1890 errichtet. Nach kurzer Rast führt die Wanderung hinunter zum Gehöft Hell (Höll). Wer den höchsten Punkt des Kantons Thurgau kennenlernen mag, der macht nun einen gut halbstündigen Abstecher zum Grat und anschliessend wieder zurück nach Hell. Alternativ liesse sich die Wanderung von Hell nach Allenwinden fortsetzen, wo man auf die vorgesehene Wanderroute in Richtung Au zurückfindet.
 
5 Wer vom Grat zurück nach Hell wandert, biegt dort an der Weggabelung links ab und folgt der Strasse in den Wald. Inmitten kühlespendender Bäume im Ooteholz führt die Wanderung vorbei an einem Wasserfall und dann hoch bis kurz vor Allenwinden. Von hier aus geht es nur noch kurz einen sanften Hügel hinauf. Danach beginnt der Abstieg in Richtung Au. Im kleinen, zu Fischingen gehörenden Dorf Au lohnt der Besuch der einfachen, aber doch schmucken Kirche. Ein Blick auf das 1913 erbaute Schulhaus ruft als Zeitzeuge den Lauf der Dinge in Erinnerung: Genau 100 Jahre nach der Eröffnung wurde das Schulhaus zu tiefer Schülerzahlen wegen geschlossen.
 
6 Nun führt die Wanderung der Murg entlang zurück nach Au. Wer mag, dem bietet sich unterwegs ein herrlicher Picknickplatz mit toller Ausstattung: Feuerstelle, Tische und Bänke, Brunnen mit fliessendem Wasser. Zurück in Fischingen angelangt, darf ein Beusch der barocken Klosterkirche nicht fehlen. Ebenso ist ein Besuch der Klosterschenke empfehlenswert, wo im Klostergang zugleich das bekannte Früchtebrot erworben werden kann. Das Benediktinerkloster wurde 1138 vom Konstanzer Bischof Ulrich II. als bischöfliches Eigenkloster gegründet. Es sollte Pilgern auf dem Weg von Konstanz nach Einsiedeln Obdach und Zuflucht bieten. Der Einsiedler Gebino wurde im Jahr 1138 zum ersten Abt von Fischingen geweiht. In einer Bauzeit von nur sechs Jahren liess er einen Glockenturm, je ein Haus für Mönche und Schwestern sowie eine Herberge errichten. Zur Zeit der Hochblüte um 1210 zählte das Kloster gegen 150 Mönche und 120 Nonnen. Die Vogtei über das Kloster übten die Grafen von Toggenburg aus. Die heilige Idda von Toggenburg, die um 1200 in einer Klause beim Kloster lebte, ist in einer Kapelle neben der Klosterkirche begraben. Während der Reformation erlosch das Kloster während mehrerer Jahre, da der Abt und die noch verbliebenen vier Mönche 1526 zum reformierten Glauben übertraten. 1977 wurde das Kloster Fischingen nach einer Gesetzesänderung von 1973 in den alten Gebäuden wieder errichtet. (hs)
 

 
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