Wallhausen – Ruine Kargegg – Marienschlucht – Teufelstisch- Wallhausen

Das Verlobungsgeschenk des Grafen

Bilder zur Wanderung vom 02.08.2012 (Stefan Borkert)
Tourismus durch Liebe: Dank eines Verlobungsgeschenkes ist die Marienschlucht am Bodensee der Öffentlichkeit zugänglich. Sie zählt zu den beliebtesten Wanderzielen in der Konstanzer Umgebung und am Überlingersee.
02. August 2012, 07:33
Die Erschliessung der Schlucht geschah 1897, als sich Othmar von und zu Bodman mit der Gräfin Marie von Walderdorff verlobte. Die Schlucht wurde nach der Braut Maria benannt. Später hat sich der Name Marienschlucht eingebürgert. Noch heute ist die Schlucht im Besitz der Grafen von Bodman. Nach einem Erdrutsch an Ostern 2005 war die Schlucht nicht mehr passierbar. Seit Mai 2008 ist sie wieder geöffnet.
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Parkplatz beim Strandbad Wallhausen
Wanderzeit: ca. 3 Stunden
Weglänge: 9,3 km
Gesamtaufstieg: 477 m
Gesamtabstieg: 477 m
Ausrüstung: festes Schuhwerk
Gaststätten: Kiosk Marienschlucht, Ostern bis Oktober täglich bei gutem Wetter 10 bis 17 Uhr. Hafenrestaurant Orangerie Wallhausen; Strandbad-Restaurant Wallhausen; Restaurant Burghof +49 7533 934 555.
Parkplätze: Wallhausen
Öffentlicher Verkehr: ab Konstanz Buslinie 4, 13
Kartenmaterial: Kompass-Wanderkarte Bodensee West, 1:50'000.
 
Für die Rundwanderung empfiehlt sich der Start am Parkplatz des Strandbades Wallhausen. Von hier führt der Wanderweg südlich am Ortsrand entlang den Bodanrück hinauf. An der Abzweigung Ziegelhof hält man rechts und quert die Dettinger Landstrasse  zum Waldparklatz Eulenbach, der mit Brunnen und Grillhütte ausgestattet ist.
 
2 Wer mit dem Auto anreist, kann hier parkieren und die Tour von der Höhe aus beginnen.
Man folgt dem Weg durch den Wald nach Westen in Richtung Ruine Kargegg, Marienschlucht. Wenn es geregnet hat, ist Vorsicht geboten. Jedoch sind am steil abfallenden Molassefelsen stets Geländer angebracht. Kleine Schluchten und Tobel werden überquert. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Überlingersee bis man die Ruine Kargegg erreicht.
 
3 Von der Burg sind nur noch die Südmauer des Wohnturms sowie Steinüberreste des Mauerrings im Westen zu sehen. Die Anfänge der Burg lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Am 25. Mai 1525 brannten aufständische Bauern die Burg nieder. Seitdem ist sie unbewohnt und verfällt.
 
4 Nur wenige Meter weiter steigt man in die Marienschlucht ein. Auf älteren Karten heisst sie noch Maria-Schlucht. 1897 schrieb Freiherr Johann Franz von Bodman in sein Tagebuch: «Unsere schöne Gegend wurde durch eine weitere Merkwürdigkeit bereichert.» Die Erschliessung der Schlucht geschah, als sich dessen Sohn Othmar mit der Gräfin von Walderdorff verlobte. Die neu eröffnete Schlucht wurde nach dem Vornamen der Braut Maria benannt. Noch heute ist sie im Besitz der Grafen von und zu Bodman. 
In vielen Kehren und Wendungen schlängelt sich der Pfad durch die Marienschlucht auf dem Bodanrück. Mehr als 30 Meter hohe Felswände ragen immer wieder links und rechts auf, reichen manchmal bis auf knapp einen Meter an den Wanderer heran. Ein Bach rauscht unablässig die Klamm hinunter, um sich am Fusse der Schlucht in den Bodensee zu ergiessen. Gut 100 Meter hat sich der Bach in den Sand- oder Molassestein eingegraben. Teils senkrecht fallen die Felsen ab. 
Molassegestein ist nicht hart. Während es ein leichtes ist, sich mit einem Aststückchen oder Messer im Felsen zu verewigen, kommt es andererseits immer wieder zu Erdrutschen. Zuletzt im Jahr 2005. Die Schlucht wurde unbegehbar und geschlossen. Die Wiedereröffnung erfolgte im Mai 2008. Am Eingang der Schlucht liess 1986 Wilderich Graf von und zu Bodman durch den Radolfzeller Künstler Markus Daum ein Marienrelief anfertigen und anbringen. Die steilen Holztreppen hinab geht es schliesslich zum Ufer des Überlingersees.
 
5 Schon Anfang des 20. Jahrhunderts ist hier eine Schifflände errichtet worden. Auch heute noch wird die Marienschlucht von Kursschiffen via Bodman und Überlingen angefahren. In einem idyllischen Kiosk kann man sich stärken oder an einer Feuerstelle mitgebrachte Cervelats grillieren.
 
6 Schmal und teils sehr eng führt der Wanderweg nun am Seeufer entlang zurück nach Wallhausen. Kurz vor Wallhausen passiert man den «Teufelstisch», eine Felsnadel, die knapp 25 Meter vom Ufer entfernt gut 90 Meter tief in den See abfällt. Wegen zahlreicher tödlicher Tauchunfälle herrscht hier ein generelles Tauchverbot. Den Teufelstisch kann man vom Ufer aus nur bei Niedrigwasser sehen.

7 Durch ein Holztor gelangt man schliesslich zurück in die Zivilisation, geprägt vom zweifelhaften Charme der zahlreichen Ferienhäuser und -wohnungen, die den Gerüchten nach vor allem Stuttgartern gehören.
 
8 Vor der Heimfahrt empfiehlt sich im Sommer noch ein erfrischendes Bad im See im familienfreundlichen Strandbad Wallhausen.



Dateigröße : 225.79 KBytes.
Download : Jetzt herunterladen!

Leserkommentare

Anzeige: