Flawil–Kloster Magdenau–Winzenberg–Sägentobel–Tufertschwil– Lütisburg Dorf–Lütisburg Station

Das Toggenburg aus ungewohnter Perspektive

Es ist nur ein Katzensprung von Flawil nach Magdenau, wo Zisterzienserkloster, Weiher und Klosterrestaurant ein idyllisches Ensemble bilden. Von Magdenau führt ein abwechslungsreicher Weg auf einem Höhenzug durch Wald und über Wiesen in Richtung Westen.
19. September 2013, 09:51
Es ist nur ein Katzensprung von Flawil nach Magdenau, wo Zisterzienserkloster, Weiher und Klosterrestaurant ein idyllisches Ensemble bilden. Von Magdenau führt ein abwechslungsreicher Weg auf einem Höhenzug durch Wald und über Wiesen in Richtung Westen. Die Tour erlaubt grossartige und ungewohnte Blicke quer ins Toggenburg und in die Ostschweizer Alpen. Höhepunkt der Wanderung ist der Weiler Winzenberg, wo ein Restaurant und Aussichtspunkt mit Rundblick locken. Spektakulär und überraschend ist nach Tufertschwil der Blick auf den Unterlauf des Neckers. (Hn.)



 

 


 

 

Die Wanderung im Überblick

Start: Flawil
Ziel: Lütisburg Station
Wanderzeit: 4 Stunden
Weglänge: 14 km
Gesamtaufstieg: 549 m
Gesamtabstieg:  561 m
Ausrüstung: Feste Alltagsschuhe oder Turnschuhe
Gaststätten: Klosterhof Rössli, Magdenau (Tel. 071 393 16 75, Mo Ruhetag); Frohe Aussicht, Winzenberg (Tel. 071 931 12 38, Di Ruhetag); Rössli, Tufertschwil (Tel. 071 932 01 00, täglich geöffnet). Weitere Restaurants in Flawil und Lütisburg
Parkplätze: Bei der Kirche in Eggerstanden
Öffentlicher Verkehr: SBB, SOB
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000; Blatt 1093 Hörnli, 1094 Degersheim
 
1 In Flawil lassen wir das rege Samstagmorgen-Treiben mit Marktständen und Musik rasch hinter uns. Beim Sportplatz wartet ein ausführlicher Wanderwegweiser, auf dem schon alle unsere Stationen aufgeführt sind. Das erste Etappenziel heisst Kloster Magdenau.
 
2 Ausserhalb des Dorfes steigt der Weg an. Es geht durch Wiesen, bei einem Bauernhof eilt eine Gruppe Schweine herbei, um uns zu begrüssen. Dann tauchen wir in den Wald und erreichen bald die Strasse von Flawil nach Magdenau, der wir auf den letzten paar hundert Metern bis zum Kloster folgen müssen. Was nicht allzu ärgerlich ist: Der Verkehr ist mässig. Nur kurz verweilen wir bei der Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert mit ihren markanten Riegelbauten und einigen eher kurios anmutenden neueren Gebäudeteilen. Auch den idyllischen Weiher und das Klosterrestaurant – das auf Tafeln seine Spezialität Fondue Chinoise anpreist – lassen wir bald zurück.
 
3 Das Wegweiser-Stichwort lautet von nun an «Winzenberg». Wir passieren das Holzlager der Klostersägerei und saugen den Duft des Holzes ein, werfen einen kurzen Blick auf den Turm der St.Verena-Kapelle, der rechts unten aus dem Baumgrün guckt. Für ein paar Schritte und Kurven bleiben wir auf der Teerstrasse, dann zweigt der Wanderweg, weiter ansteigend, rechts ab in den Wald. Nicht nur der Weg, auch die Vorfreude steigt: Wir ahnen, dass auf der Rückseite des Waldes der Blick nach Süden und Westen frei wird.
 
4 Nun läuft der Weg grossartig in der Höhe in Ost-West-Richtung. Wiesen, Wald und geschwungene Strässchen erinnern mal an den Jura, mal ans Emmental, dann wieder öffnet sich das ganze grandiose Ostschweizer Bergpanorama: von der Alpsteinkette über Churfirsten und Glarner Alpen bis zu den Hügeln im Grenzgebiet Toggenburg-Tösstal.
 
5 Unser Timing stimmt, wir treffen just zur Mittagszeit in Winzenberg ein. Dort setzen wir uns in den wunderbaren Garten des Restaurants, dessen Name wie ein Motto unserer Wanderung klingt: «Zur frohen Aussicht». Froh macht uns auch das Essen. Hier einfach vorbeizugehen oder nur einen Saft zu trinken, wäre eine Unterlassungssünde.
 
6 Vom Weiler Winzenberg führt in Richtung Nordwesten ein Weg hoch zu einer kuppelartigen Erhebung, auf der ein halbes Dutzend Bäume und einige Bänke stehen. Der Ort ist schlichtweg grossartig: Tolle Rundsicht, als Kontrast zum Alpenpanorama geht der Blick nun auch nordwärts über das Fürstenland zum Thurgau, selbst der Bodensee ist erkennbar. Und Toggenburg und Neckertal bekommt man nicht oft aus dieser Perspektive zu sehen.
 
7 Unterhalb der «Frohen Aussicht» nehmen wir den Weg via Sägentobel nach Tufertschwil. Ein prächtiger Waldweg, auf dem uns Daisy Duck, Asterix, Goofy und Homer Simpson begleiten. Der Comic-Weg ist nur einer von mehreren Themenwegen rund um Winzenberg. Es gibt auch einen Windrädliweg und eine Reihe von Infotafeln, die Berufe vorstellen.
 
8 Für die Teer-Etappe durch Tufertschwil werden wir bald entschädigt: In einer Kurve zweigt der Fussweg links in die Tiefe – und unten erblicken wir den Necker, der sich hier zwischen steilen Felswänden durchschlängelt.
 
9 Bei der Mündung des Neckers in die Thur begegnen uns zwei Brücken-Zeugen aus verschiedenen Epochen: die gedeckte Holzbrücke über die Thur und die imposante Eisenbahnbrücke, die sich über den Eingang zum Guggenloch schwingt. Wir passieren das Kinderdörfli Lütisburg und erreichen nach einigen Minuten die Station Lütisburg mit halbstündlichem Anschluss nach Wil oder Wattwil.
 

 
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