Rüthi – Moolen – Inneralp – Unterkamor – Oberkamor – Kastensattel – Hoher Kasten – Brülisau

Vom Rheintal aus geht’s nur bergauf

Als Teil des Alpsteins wird der Hohe Kasten oft den Appenzellern zugeschrieben. Auch wenn der Berg auf der Kantonsgrenze zwischen St.Gallen und Appenzell Innerrhoden liegt – sein Gipfel auf 1795 Metern Höhe ist der höchste Punkt der Gemeinde Altstätten.
29. Oktober 2014, 12:48
Grund genug also, die Wanderung für einmal nicht in Brülisau zu beginnen, sondern in Rüthi. Die Bergwanderung ist ungefährlich, mit einer Wanderzeit von über fünf Stunden aber anspruchsvoll – auch, weil es konstant bergauf geht. Gute Kondition ist Voraussetzung. Im Winter empfiehlt es sich, den Zustand der Wanderwege auf www.hoherkasten.ch zu überprüfen.

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Rüthi, Brülisau
Wanderzeit: 5 Stunden 11 Minuten
Weglänge: 13,47 km
Gesamtaufstieg: 1494 m
Gesamtabstieg:  155 m
Ausrüstung: je nach Witterung Trekking- oder Wanderschuhe
Gaststätten: Diverse Restaurants in Rüthi; Drehrestaurant Hoher Kasten, 07179911 17, täglich bis 28. Februar 2015 geöffnet
Parkplätze: In Rüthi oder bei der Talstation der Luftseilbahn Hoher Kasten
Öffentlicher Verkehr: Von St.Gallen aus mit den SBB nach Altstätten, danach mit dem Bus bis Haltestelle Rüthi Dorf, Linie 300
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1115, Säntis
 
1 Schnell weg von hier. Grau in grau präsentiert sich Rüthi, jener Ort, von wo aus wir unsere Wanderung starten. Ein gelbes Schild weist den Weg Richtung Hoher Kasten. Fünf Stunden Wanderzeit! Davon lassen wir uns nicht entmutigen und beginnen mit dem zunächst leichten Aufstieg, der uns aus dem Dorf führt. Nach rund zehn Minuten erreichen wir eine Weggabelung bei Moolen, bei der wir nicht dem Wegweiser Hoher Kasten nach links folgen, sondern rechts abbiegen zum Tobelbach. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine Kuhwiese und eine erneute Gabelung. Nehmen wir den steilen Bergweg durch das romantische Bergtal oder überqueren wir die Wiese, um danach auf der weniger steilen Militärstrasse zu laufen? Beide führen zum ersten Etappenziel: der Inneralp. Wir entscheiden uns für den Weg durch die Kuhweide hin zum Strässchen. Dieses ist nur mit einer Spezialbewilligung befahrbar und wurde 1984 erbaut. Auf dem Weg zur Inneralp bietet sich ein Blick auf das Rheintal und Vorarlberg. Weil weiter oben der Hochnebel seine Schwaden zieht, gibt’s bei der Familienfeuerstelle Buoll eine erste Rast.
 
2 Nach eineinhalb Stunden zügigen Laufens auf der zugegeben eher ereignislosen Strasse erreichen wir die Inneralp auf 1200 Metern. Die Alp besticht in der Regel durch ihre wunderschöne Fernsicht ins Rheintal, ins Fürstentum und nach Österreich. Heute aber lässt die Sonne auf sich warten, der Nebel hängt zäh. Die Pause fällt deshalb kurz aus. Übrigens: Mit etwas Glück und richtigem Timing trifft man auf dem Weg nach oben den Alpsenn. In seinem Wagen kann er einen ein Stück weit mitnehmen – und Interessantes über die Alp erzählen. Die heutige Hütte und der Stall wurden in den frühen 1970er-Jahren erbaut. Rund 90 Tiere von verschiedenen Bauern finden während der Sommermonate auf der Inneralp ihr Zuhause.

3 Weiter geht’s. Das letzte Stück des Fahrsträsschens führt uns in einer guten halben Stunde zum Unterkamor. Dass sich der Hohe Kasten bis anhin nicht gezeigt hat, liegt nicht nur am Nebel: Beim Aufstieg vom Rheintal aus zeigt sich der Gipfel indes sehr spät. Beim Unterkamor verlassen wir die asphaltierte Strasse. Gleich nach den markanten Lawinenverbauungen biegen wir links auf den steinigen, steilen Bergpfad ab. Der Weg mutet wild an, doch die Gefahr, sich zu verlieren, ist klein; der Pfad ist gut markiert.
 
4 Rutschig und feucht ist es hier, je nach Witterung eignen sich nur Schuhe mit solidem Profil. Nach einem steilen Aufstieg erreichen wir den Kamor, den eigentlichen Höhepunkt der Wanderung. Der kleine, wilde Bruder des Hohen Kastens überzeugt mit seiner Flora, vor allem aber mit seiner Ruhe: Im Gegensatz zum Hohen Kasten ist es hier ruhig, idyllisch. Lediglich die Antennen auf dem Gipfel trüben das Bild etwas. Verantwortlich dafür ist die Schweizer Armee. Sie betreibt im Innern des Berges eine militärische Anlage. Wer hier noch kurz sein Sandwich verdrücken will, soll gewarnt ein: Auch die geselligen Alpendohlen haben Hunger.
 
5 Nach einem weiteren kurzen Aufstieg erreichen wir den Kastensattel. Bei guten Wind- und Wetterverhältnissen starten hier Deltasegler. Wir aber bleiben am Boden für den letzten Teil unserer Wanderung; der Hohe Kasten ist nur noch wenige Minuten entfernt.
 
6 Nach einer guten Viertelstunde erreichen wir unser Ziel. Der Hohe Kasten bietet eine phantastische Rundumsicht. Informationstafeln verraten, wie sich der Gipfel in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Mit der Drahtseilbahn gelangen wir nach Brülisau, von wo aus der öffentliche Verkehr zurück in die Heimat führt.
 

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