Schänis–Ziegelbrücke–Rittersberg–Tutz–Gufler–Hundsiten–Weesen

Auf geologischer Spur in der Linthebene

Die Linthebene bietet so manch schönes Wandererlebnis. Diese Wanderung ist zweigeteilt. Zuerst führt der Weg der Linth entlang. Geradeaus und immer in Wassernähe bis zum Bahnhof Ziegelbrücke. Dort folgt dann der zweite, umso anstrengendere Teil.
09. Dezember 2015, 16:42
Bis zum Rittersberg geht es über 450 Höhenmeter teils steil hinauf. Doch je höher der Weg bergaufwärts führt, desto schöner wird die Aussicht auf die Linthebene. Auf dem höchsten Punkt der Wanderung folgt dann die Belohnung für den Aufstieg: Der Blick auf den Walensee. Auf der ganzen Wanderung erklären Tafeln des «Geo-Wegs», wie die Linthebene über die Jahrtausende entstanden ist. (ibr)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Bahnhof Schänis, Hafen Weesen
Wanderzeit: 3 Stunden 20 Minuten
Weglänge: 10 km
Gesamtaufstieg: 498 m
Gesamtabstieg: 487 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, für Kinderwagen ist die Wanderung nicht geeignet
Gaststätten: Parkhotel Schwert, Weesen, 055616 14 74/75 (täglich geöffnet. Hotel Walensee, Weesen, 055616 16 04, täglich geöffnet
Parkplätze: Beim Bahnhof Schänis und am Hafen in Weesen.
Öffentlicher Verkehr: Zugverbindungen in Schänis, Busverbindungen ab Weesen Hafen
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1133 und 1134
1 Der Startpunkt der Wanderung ist der Bahnhof Schänis. Von dort führt der Weg als erstes in Richtung Linth.
 
2 Auf der Biltnerstrasse gelangt man schliesslich an die Kantonsgrenze zwischen St.Gallen und Glarus, welche die Linth bildet. Kurz vor der Brücke folgt man dann dem Wander- und Veloweg entlang der Linth. Auf diesem Teilstück sind viele Velofahrer und Fussgänger unterwegs. Aber auch Fischer versuchen ihr Glück im grossen Fluss.

3 Nach einem relativ langen Teilstück von rund vier Kilometern erreicht der Wanderweg seinen Wendepunkt. Ab dem Bahnhof Ziegelbrücke geht es nicht mehr gemütlich geradeaus, sondern steil hinauf in Richtung Rittersberg, Tutz und Gufler. Ab hier beginnt auch der «Geo-Weg». Das ist ein erdgeschichtlicher Erlebnispfad, der den Wanderern näherbringt, auf welchem Boden sie überhaupt stehen. Da wäre beispielsweise die Nagelfluh bei Ziegelbrücke, die vor 25 Millionen Jahren entstand, als das warme Klima in ein kühleres umschlug und die Waldgrenze in den werdenden Alpen um über 1500 Meter absank. Dadurch wurde der Boden den Angriffen des Wassers ausgesetzt; Bergstürze donnerten zu Tal und Schuttströme wurden ins Alpenvorland hinausgeschwemmt. Dabei rundeten sich Bergsturztrümmer zu verschieden grossem Geschiebe ab und wurden mit Feingut (Sand, Ton) zusammengebacken und es entstand Nagelfluh, so wie jene von Ziegelbrücke.
 
4 Vor allem der erste Aufstieg in Richtung Rittersberg verlangt einiges vom Wanderer ab. Umso idyllischer ist die Umgebung. Nur wenigen Passanten begegnet man hier. Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Nach rund 450 Metern Aufstieg ist dann der Rittersberg erreicht. Oben angekommen, zeigt sich dann der wunderbare Ausblick auf den Walensee. Doch nicht nur das, auch der Weitblick über die Linthebene macht die Strapazen des steilen Aufstiegs fast vergessen. Ein idealer Platz für eine kurze Zwischenverpflegung. Auch gibt es wieder geologische Informationen. Vor gut zwei Millionen Jahren begann die Eiszeit. Das Gebiet zwischen Linth und Rhein lag noch in der letzten Eiszeit unter einer mächtigen Eisdecke. Die Eisoberfläche im Mündungsbereich von Linth- und Walensee/Rhein-Gletscher reichte bis auf 1300 Meter Höhe und stieg alpenwärts, ins Glarnerland und in der Walensee-Talung, weiter leicht an. Nur steile Südflanken und windexponierte Bergkämme waren stets eisfrei.
 
5 Vom Rittersberg führt der Wanderweg dann weiter in Richtung Tutz. Ab diesem Zeitpunkt der Wanderung geht es nur noch geradeaus oder gar bergab. Teilweise bewegt man sich auf Wanderwegen und teilweise auch auf Strassen. Was bleibt, ist der Blick auf die Linthebene.
 
6 Weiter geht es bergab bis zum Gufler. Von gewissen Punkten aus kann man bereits das Ziel sehen.
 
7 Immer weiter führt der Weg in Richtung Seeufer des Walensees. In Hundsiten folgt eine kleine Abwechslung, denn dort hat es für die Kinder einen «Geissenweg», der zum Spielen animiert.
 
8 Am Schluss der Wanderung gelangt man an den Hafen in Weesen. An der letzten Geo-Tafel wird ein Bergsturz beschrieben. 1972 hat sich am Schwarzberg eine Masse von 500000 Kubikmeter gelockert und begonnen, pro Monat fünf Zentimeter talabwärts zu rutschen. Durch die übertriebene Berichterstattung ist der Tourismus damals fast komplett zusammengebrochen. Im Jahr 1974 ist es so weit: Teile des Berges stürzen das Tal hinunter. Hier ist die einzige Möglichkeit, etwas zu essen oder zu trinken. Von hier aus kann man den Bus nach Hause nehmen.
 

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