Wildhaus–Schönenbodensee–Letzibach–Hinterwald–Hardegg–Gams

Auf der glücklicheren Seite des Herbstnebels

In der kritischen Zeit zwischen Herbst und Winter, wenn zäher Nebel oft zu einer Zweiklassengesellschaft aus Pechvögeln und Sonnenverwöhnten führt, ist diese Wanderung ein ziemlich sicherer Wert.
05. November 2014, 13:40
Sie startet auf 1100 Metern in Wildhaus und führt ostwärts am idyllischen Schönenbodensee vorbei zu Füssen der Kreuzberge in Richtung Rheintal. Die Aussicht ist atemberaubend, mit dem oberen Toggenburg und den Churfirsten im Rücken und dem sich in Marschrichtung immer imposanter öffnenden Panorama von Alviermassiv, Bündner, Liechtensteiner und Vorarlberger Bergen. Im Idealfall (der nicht selten ist) ist auch das Rheintal nebelfrei. (Hn.)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Wildhaus, Gams
Wanderzeit: 2 1⁄2 Stunden
Weglänge: 8,8 km
Gesamtaufstieg: 185 m
Gesamtabstieg:  795 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk (einzelne feuchte Stellen)
Gaststätten: Zahlreiche Restaurants in Wildhaus und Gams
Parkplätze: Dorfzentrum Wildhaus
Öffentlicher Verkehr: Postautolinie 80.790 von Wattwil oder Buchs nach Wildhaus Post
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt Buchs
 
1 Bei der Haltestelle Wildhaus Post zeigt der Wegweiser nach Gams in gerader Richtung, ein ebenes Strässchen führt talauswärts. So direkt, wie das wirkt, wollen wir aber nicht runter ins Rheintal. Wir nehmen die Strasse an der «Sonne» vorbei, die bald eine Linkskurve macht, es ist der Weg zur Talstation der Gamplüt-Bahn – und zu einem Seelein.
 
2 Linkerhand steigt das Gelände steil an, rechts fällt es hinter einigen Häusern zu einem Tobel ab, das von einem baumbestandenen Känzelchen mit Fahne überragt wird. Darüber hinweg geht der Blick in die verschneiten Gipfel und Kämme des Alviergebiets.

3 Der Schönenbodensee liegt zu dieser Jahreszeit unberührt, die hölzernen Badekabinen sind bis zum nächsten Sommer zugesperrt, der Parkplatz ist leer. Dem Ufer entlang läuft ein Schilfgürtel, Reste vom ersten Schnee des Jahres brechen die herbstliche Farbpalette von Grün und Braun auf. Ein schönes Plätzchen.
 
4 Unmittelbar nach dem Seelein zweigen wir links von der Teerstrasse ab und nehmen einen Wiesenweg. Der Blick zurück zeigt die Silhouette von Wildhaus mit den Churfirsten, und aus dieser Perspektive wird deutlich: Der oberste Teil des Toggenburgs ist nicht ein enges Tal, sondern ein weites Hochplateau. Beäugt von drei neugierigen Schafen passieren wir einen Bauernhof, und unter dem Gebell eines Hundes drehen wir 90 Grad nach rechts ab, bis wir wieder auf der Schönenbodenstrasse sind, in die wir links einbiegen. Bald erreichen wir einen kleinen Weiler. Die Gewächshäuser einer Gartenbaufirma bilden einen hübschen Kontrast zu den verschneiten Bergrücken im Hintergrund.
 
5 Ausserhalb des Weilers zweigt der Wanderweg schräg rechts ab. Von jetzt an erübrigen sich genaue Beschreibungen von Abzweigungen und Richtungsänderungen. Der Wanderweg nach Gams ist mustergültig ausgeschildert, an keiner Stelle kommen Zweifel auf, wo es lang geht. Das ist entspanntes Wandern. Einfach immer den Weg nehmen, der mit «Gams» angeschrieben ist.
 
6 Der fällt nun leicht ab, links tauchen die zackigen Gipfel der Kreuzberge auf, rechts öffnet sich immer weiter der Blick in die Bündner, Liechtensteiner und Vorarlberger Berge. Wir passieren ein waldiges Schlüchtlein mit einem veritablen kleinen Wasserfall. Am Ausgang des Waldes amüsiert uns ein Wohnwagen, der da im stotzigen Gelände abgestellt ist.
 
7 An schön erhöhter Lage geht es weiter über Wiesland. Da grasen Ziegen vor prächtiger Bergkulisse, dort geniessen Hühner die frische Bergluft. Und wir auch.
 
8 Nun führt das Strässchen in den Hinterwald. Es wird dunkel, fast andächtig ist einem zumute zwischen den mächtigen Bäumen, die wie Säulen dastehen und erst nach einer Weile und einer scharfen Kurve Blicke hinaus, in die Weite der Berge jenseits des Rheintals, zulassen.
 
9 Nach dem Verlassen des Waldes steht das ganze imposante Bergpanorama vor uns, in der Tiefe sind Grabs und Buchs und auf der anderen Talseite die Dörfer des Fürstentums Liechtenstein erkennbar, links guckt der Hohe Kasten hervor. Noch sind wir hoch über dem Tal.
 
10 Der Wanderweg führt nun raffiniert die Talflanke hinunter, wir überqueren Bergstrassen, nehmen Abkürzungen (wie gesagt: alles fein säuberlich und präzis beschildert) und denken immer wieder bei diesem oder jenem Haus: Was sind das für Wohnlagen!
 
11 Durch Wohnquartiere am oberen Dorfrand von Gams führt uns der Weg direkt zur erhöht stehenden Kirche und über den Friedhof hinunter zur Post. Da gibt es Postautoverbindungen nach Buchs – oder wieder zurück nach Wildhaus.
 
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