Walenstadt – Walenstadtberg Reha-Klinik – Schönegg – Alp Schrina – Obersäss – Alp Tschingla – Vorderbüls – Wissenberg – Walenstadt

Auf alten Alp-Pfaden hoch über dem Walensee

Hoch über dem Walensee bieten sich herrliche Ausblicke. Allerdings muss man sich diese Panoramapracht hart erwandern. Den ersten Anstieg übernimmt der Bus für einen, mit welchem man nach Walenstadtberg fährt. Von dort folgt man dem Kulturweg Schrina.
28. Oktober 2015, 16:36
Ein kleiner Teil ist mit Kinderwagen machbar (bis zur Alp Schrina), doch die grosse Rundwanderung bis hinunter nach Walenstadt ist nur für Wanderer geeignet. Und nur bei gutem Wetter zu empfehlen. Die Alpen sind jetzt nicht mehr bewirtschaftet, aber wer nichts gegen Selbstversorgung aus dem Rucksack hat, der kann auf dieser Tour noch eindrückliche Aussichten erleben. (miz)

 

 




 

 

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Reha-Klinik Walenstadtberg / Walenstadt
Wanderzeit: 5 1⁄2 Stunden
Weglänge: 13,5 km
Gesamtaufstieg: 870 m
Gesamtabstieg: 1415 m
Ausrüstung: Festes Schuhwerk
Gaststätten: Alpbeizli Schrina und Alp Tschingla sind beide schon in der Winterpause. Unterwegs ist also Selbstverpflegung angesagt. Diverse Restaurants gibt es in Walenstadt.
Parkplätze: Walenstadt; Walenstadtberg Hochrugg
Öffentlicher Verkehr: Von Walenstadt mit Bus Nr. 443 nach Walenstadtberg Reha-Klinik
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blatt 1134 Walensee
1 Die Berge verstecken sich im Nebel. Von den Churfirsten ist keine Spitze zu erhaschen. Doch die Bedingungen sind gut, die Wege sind trocken, so wagen wir die grosse Tour auf dem Kulturweg Schrina. Die ersten der vielen Höhenmeter legen wir bequem im Bus Nummer 443 zurück vom Bahnhof Walenstadt zur Reha-Klinik Walenstadtberg.
 
2 Ab der Reha-Klinik heisst es: selber wandern, selber die Höhenmeter bezwingen. Zuerst der Strasse entlang, hoch über dem Walensee. Der Kulturweg ist bestens ausgeschildert, unsere Karte lassen wir im Rucksack. Immer wieder sind weiss-blau alpine Wege ausgeschildert. Obwohl einer deutlich schneller zur Alp Tschingla führt, schlagen wir ihn nicht ein. Auch das Friedensdenkmal «Paxmal» des Zürcher Künstlers Karl Bickel lassen wir links liegen. Mittels Smartphone könnte man an etlichen Stationen per QR-Code Informationen zum Weg abrufen. Die finden sich auch im Prospekt, welchen man im Internet herunterladen kann (www.alp-schrina.ch). Wir haben nichts dabei, wir sind spontan hier gelandet. Die Informationen lesen wir später nach. Und ärgern uns ein bisschen. Der Prospekt enthält alles: über Geschichte und Geologie der Alpen, Flora und Fauna, und natürlich über Geschichte und Alltag auf der Alp.

3 Nach knapp einer Stunde erreichen wir die Abzweigung, an der ein Weg zur Alp Schrina führt. Die liegt schon im Winterschlaf. Im Sommer muss es ein herrliches Plätzchen sein, mit Bewirtung, Feuerstelle und Spielplatz mit Rutschbahn, Wippe und Slackline. Das «Alpbeizli Schrina» ist von Ende Mai bis Mitte September geöffnet, dann kann man auch im kleinen Massenschlag übernachten.
 
4 Kurz darauf wird der Weg anspruchsvoller – und nicht mehr kinderwagenkompatibel. Es geht hinauf, oft über Alpwiesen. Der Ausblick müsste phantastisch sein – allein, wir stochern im Nebel. Und geniessen die absolute Stille. Mal kommen wir an einem Brunnen vorbei, dann wieder ist der Weg mit Steinmauern befestigt. Im Prospekt lesen wir später, warum ein Platz «gföhrli Rüsli» heisst und was in der Gewitternacht vom 21. Juni 1954 passierte. Doch auch ohne Prospekt geniessen wir die Natur, entdecken schöne Pflanzen und wundersame Felsformationen.
 
5 Da, aus dem Nebel heraus erscheint die Alp Tschingla. Wir werden von drei Schweinen begrüsst, die genüsslich auf der Terrasse herumschnüffeln. Hühner nutzen die Querbalken unter den Tischen als Hühnerstange. Je nach Wetter ist die Alp Tschingla bis Ende Oktober/ Anfang November bewirtschaftet. Doch heuer war schon Mitte Oktober Schluss mit dem Alpleben. Erst nächsten Sommer kann man sich dort wieder verköstigen lassen oder Alpferien machen. Neben dem Massenschlag (40 Plätze) und vier Doppelzimmern gibt es draussen einen beheizbaren Badezuber. Und herrliche Aussicht: So langsam lichtet sich der Nebel, die Berge lugen hervor und der Walensee, der tief unter uns glitzert.
 
6 Bei Sonnenschein ziehen wir weiter, auf schmalen Pfaden Richtung Walenstadt. Der Abstieg hat es in sich. Wir sind froh um die Seilsicherung am Fels. Und dass es nicht nass und rutschig ist.

7 Über Vorderbüls und Wissenberg schlängelt sich der Weg hinunter. Ab und an erspähen wir Wasserfälle des Achenbachs. Hinab, hinab, hinab durch den Wald nach Walenstadt – das geht auf die Oberschenkel. Kaum verlassen wir den Wald, geht es schon auf Strassen durchs Städtchen zum Bahnhof. Wir sind zu müde, um noch einen Abstecher ans Seeufer zu machen. Aber schön war’s. Wenn die Alpsaison nächstes Jahr wieder startet, wandern wir hier nochmal. Dann mit Prospekt.

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