Jakobsbad–Schöni–Klosterlauftegg–Blattendürren–Obere Petersalp–Nosshalden–Kronberg

Auf Widnauer Boden zum Kronberg

Beinahe noch schöner als auf dem Kronberg ist es auf der Oberen Petersalp. Der Blick auf den Säntis, den Kronberg und bis weit ins Toggenburg entschädigt für den teils steilen Aufstieg von Jakobsbad via Schöni, Klosterlauftegg und Blattendürren.
30. August 2012, 08:52
Dieser Platz auf knapp 1600 Metern über Meer ist geradezu dafür geschaffen, ein Picknicktuch auf der Wiese auszulegen und aus dem Rucksack zu vespern. Dieses Fleckchen Erde hat sich 1907 die Ortsgemeinde Widnau gesichert. Auf dem Weg über Wiesland, Kies- und Teerstrassen begegnen einem daher nicht nur zahlreiche Inner- und Ausserrhoder Kühe, sondern auch Rheintaler.
 









 


Die Wanderung im Überblick

Start: Jakobsbad
Ziel: Kronberg
Wanderzeit: gut vier Stunden
Weglänge: 10,2 km
Gesamtaufstieg: 1117 m
Gesamtabstieg: 343 m
Ausrüstung: Festes Schuhwerk
Gaststätten: Hotel Jakobsbad 071 794 12 33, Bergwirtschaft Blattendürren 071 364 17 63 (Mai bis Oktober Mittwoch Ruhetag, November bis April Samstag und Sonntag geöffnet), Berggasthaus Kronberg 071 794 11 30
Parkplätze: in Jakobsbad
Öffentlicher Verkehr: Mit der Appenzeller Bahn bis Jakobsbad
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 Blätter 1114 Nesslau und 1115 Säntis
 
1 Der Bahnhof Jakobsbad und die Kronbergbahn liegen in nächster Nähe voneinander. Die Anreise mit der Appenzeller Bahn bietet sich geradezu an. Aber auch für Autofahrer stehen – zumindest unter der Woche – genügend kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Vom Fusse des Kronbergs aus verzweigen sich viele Wanderwege in die Berglandschaft Appenzell Innerund Ausserrhodens. Unser Weg beginnt beim Kapuzinerinnenkloster Leiden Christi. Wir folgen den gelben Wegweisern in Richtung Schöni und Petersalp. Hinter den alten Mauern führt der leicht ansteigende Pfad auf festem Boden durch ein Waldstück, dann über die Wiese bis Klosterlauftegg.
 
2 Den Strassenlärm haben wir mittlerweile hinter uns gelassen, wir sind eingetaucht in die Berglandschaft. Nach dem ersten Anstieg werden wir belohnt von einer wunderbaren Aussicht. Hinab auf Jakobsbad und das Kloster. Hinauf zu unserem Zielort, dem Kronberg. Ein sanft auf- und absteigender Weg führt uns durch einzelne Höfe, diverse Viehzäune und Weiden. Kühe, Ziegen und Hofhunde heissen uns neugierig willkommen, lassen uns aber in Ruhe. Mittlerweile haben wir die Kantonsgrenze zwischen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden überschritten. Wieder auf befestigter Strasse gehen wir bergab nach Blattendürren, wo ein Berggasthaus die Wanderer erwartet. Aber aufgepasst: Mittwoch ist Ruhetag, verheisst uns ein rotes Schild von weitem.
 
3 Wir gehen an der Gartenwirtschaft vorbei weiter in Richtung Petersalp. Nach ein paar hundert Metern zweigt der Weg links ins Wiesland ab. Wir gehen auf einem Trampelpfad parallel zum Waldrand. Den Fussspuren nach zu urteilen, wird diese Strecke auch von Kühen rege genutzt. Die im nassen Boden eingesunkenen Hufe haben den Weg stellenweise in eine mühsam zu begehende Kraterlandschaft verwandelt. Immer wieder begegnen wir Kühen. Die Weiden sind weitläufig, man kommt gut aneinander vorbei. Der steile Anstieg treibt den Puls in die Höhe. Zuweilen führt der Weg über Viehzäune, die mit Hilfe der bereitgestellten Trittbretter aber leicht zu überwinden sind. Ab und zu bleiben wir stehen, um die Aussicht auf die Dörfer im Tal zu geniessen. Mittlerweile sind sie ziemlich weit weg. Dann erreichen wird das Plateau der Unteren Petersalp. Hier weiden zahlreiche Kühe, aber die Tiere sind entspannt und wir bahnen uns einen Weg durch die Herde. Auf der Mittleren Petersalp machen wir Rast. Die heimelige Sennhütte gehört genauso wie die Sennhütte mit Massenlager auf der Oberen Petersalp seit 1907 der Ortsgemeinde Widnau. Kühe, Rinder und Ziegen aus dem Rheintal verbringen hier den Sommer. Und einmal im Jahr besuchen wanderfreudige Widnauer ihre Alp. An diesem Samstag, jeweils Ende Juni/Anfang Juli, zieht hier das Rheintal ein. Wer idyllische Ruhe sucht, wählt einen anderen Wandertag.
 
4 Der Aufstieg durch die Wiese von der Mittleren Petersalp zur Oberen Petersalp ist happig. Doch je höher wir kommen, desto imposanter wird die Panoramasicht auf Säntis, Kronberg und weit ins Toggenburg. Hier lohnt es sich zu rasten – und zwar ausgiebig.
 
5 Nun ist es nicht mehr weit: ein paar leichte Auf- und Abstiege, den Kronberg stets in Sichtweite. Bei Nosshalden überqueren wir erneut die Grenze und wandern weiter auf Innerrhoder Boden. Ein alter Grenzstein zeugt davon. Der Weg führt der Krete entlang durch Wiesen und auf Schotter in Richtung Kronberg.
 
6 Oben angekommen, halten wir inne, um den Ausblick zu geniessen und Gleitschirmpiloten zu beobachten. So ruhig es während der Wanderung war, so belebt ist es hier. Wir stärken uns im Berggasthaus mit Chäshörnli und fahren mit der Bahn zurück ins Tal.


 


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