Ratgeber

Gruppe im Restaurant: Wie flexibel sind Gastgeber?

(Bild: Gaetan Bally/Keystone (4. September 2015))
STIL ⋅ Ich organisiere ein Abendessen für rund 30 Personen in einem Restaurant. Was kann ich von einem Gastgeber erwarten, etwa punkto flexibler Menüwahl? Darf er für Gäste, die nicht erscheinen, das Essen trotzdem berechnen? Kann ich wünschen, dass die Gäste individuell zahlen können? Worauf soll ich bei der Planung sonst noch achten?
22. Juni 2017, 05:00

Bei einem Restaurantbesuch mit einer Gruppe können tatsächlich unvorhergesehene Probleme auftreten. Das Erfolgsrezept lautet in diesem Fall: Definieren Sie von Anfang an Ihre Bedürfnisse, und kommunizieren Sie diese dem Gastgeber klar. Oft läuft man in der organisatorischen Rolle Gefahr, sich zu verzetteln und am Abend selber über Unklarheiten zu stolpern.

Definiertes Menü von Vorteil

Tatsächlich ist es üblich, dass bei Gruppenreservationen in dieser Grössenordnung ein vorgängig besprochenes Menü serviert wird. Mancherorts gilt bereits eine Formation von 10 Personen als Kleingruppe, in anderen Lokalitäten können sogar bis zu 20 Personen frei von der Karte wählen. Für die Küchenbrigade aber ist es eine oft unterschätzte Herausforderung, das gesamte Angebot in ausreichender Quantität und Qualität vor Ort zu haben. Ein festgelegtes Menü vereinfacht die Aufgabe. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Zeitplanung, denn eine Vielzahl unterschiedlicher Gerichte in einem engen Zeitfenster aus den Pfannen zu zaubern und den Gästen dann möglichst gleichzeitig zu servieren, ist auch für Profis kein leichtes Unterfangen.

Ist Ihnen die auf ein Gericht reduzierte Wahl zu eng, sprechen Sie den Verantwortlichen auf eine kleine, aber feine Auswahl an Gerichten an. Oftmals lässt die Kreativität der Kochkünstler es zu, dass ein geschmälertes Angebot zur Auswahl steht, das allen Geladenen gefallen kann.

Ob vorbestellte Menüs bei Nichterscheinung in Rechnung gestellt werden, liegt im Ermessen des Wirtes. Wenn es die Planung erlaubt und die Zutaten in einem anderen Kartengericht als Beilage oder gar im Mittagsmenü des Folgetages Verwendung finden, wird sicherlich gerne ein Auge zugedrückt. Werden die Gerichte aber ausschliesslich für diesen Anlass zubereitet, kann man es dem Gastgeber nicht verübeln, dass er bezüglich Warenaufwand zumindest eine Entschädigung will. Um dieser beidseitig unangenehmen Situation auszuweichen, sollte man diesen Sachverhalt vorgängig klären. Gastgeber schätzen es zudem, wenn die definitive Anzahl Gäste sowie der aktuelle Stand hinsichtlich des zeitlichen Eintreffens und des Ablaufs am Vortag kurz bestätigt wird.

Ansprechpartner klären

Auch die Frage nach den Inkassooptionen sollte man im Vorfeld besprechen, denn sind die Mitarbeitenden vorinformiert, können sie sich klar darauf einstellen.

Geben Sie sich beim Eintreffen kurz zu erkennen, suchen Sie den Kontakt zum Gastgeber oder den betreuenden Mitarbeitenden, sodass beidseitig geklärt ist, wer die Rollen der Ansprechpartner übernimmt.

Generell: Arbeiten Sie mit einer Checkliste, die Ihnen wie Gastgeber hilft. Je vorbereiteter Sie sind und je entspannter Sie sich fühlen, desto unkomplizierter und reibungsfreier wird der Abend ablaufen. Und sollten dennoch Stolpersteine auftauchen, lassen sich diese mit entsprechender Gelassenheit einfacher aus dem Weg räumen.

Michèle Ségouin


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