Ratgeber

3a: Welches ist die beste Lösung für das Sparen?

RECHT ⋅ Ich bin 25 Jahre alt, trete nach dem Studium nun ins Berufsleben ein und möchte mit dem Sparen 3 beginnen. Was raten Sie mir? Kontosparen oder Wertschriftensparen mit einem Säule-3-Anlagefonds? Oder wäre eine Versicherungslösung geeigneter?
02. Oktober 2017, 18:20
Dominic Odermatt MSc, Produktmanager Anlegen und Vorsorgen bei der Luzerner Kantonalbank, www.

Ihr Vorhaben, mit dem Berufsstart auch mit dem Sparen in der Säule 3a anzufangen, kann ich nur begrüssen. Das ist einerseits wichtig, um nach der Pensionierung den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Andererseits lassen sich mit dem Aufbau des Vorsorgeguthabens Steuern sparen. 3a-Gelder können Sie ausserdem auch für die Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum (Vorbezug WEF) oder einer selbstständigen Erwerbstätigkeit verwenden.

Bank- oder Versicherungslösung?

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage «Bank oder Versicherung?» gibt es nicht, weil die persönlichen Bedürfnisse entscheidend sind. Eine Versicherungslösung punktet zwar beim Aspekt der Sicherheit (garantierte Leistungen bei der Pensionierung, im Todesfall oder bei Erwerbsunfähigkeit), hat aber nicht zu unterschätzende Nachteile in Bezug auf Kosten, Transparenz und Flexibilität. Vor allem die fehlende Flexibilität der Versicherungslösung dürfte in Ihrem Alter ein ausschlaggebendes negatives Kriterium sein. Bei Banklösungen können Sie dagegen Einzahlungen flexibel gestalten und auch mal aussetzen. Dies im Gegensatz zu Versicherungsverträgen, bei denen Sie die vertraglich festgelegten Prämienzahlungen meist nicht beliebig verändern oder unterbrechen können. Bei einer Versicherungslösung ist zudem im Vergleich zu einer Banklösung mit erheblichen negativen Kostenfolgen zu rechnen (tiefe Rückkaufswerte), wenn Sie die Police für den Vorbezug WEF oder die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit auflösen möchten.

Abschluss einer separaten Risikoversicherung

Das häufig zitierte Motto «Sparen bei der Bank und versichern bei der Versicherung» ist daher ein guter Ratgeber. Falls Sie neben der Banksparlösung Bedarf für eine Absicherung von Risiken bei Erwerbsunfähigkeit oder im Todesfall haben, empfehle ich Ihnen den Abschluss einer separaten reinen Risikoversicherung.

Was lohnt sich mehr: Konto oder Anlagefonds?

Neben dem Kontosparen gibt es auch die Möglichkeit, über ein Vorsorgedepot in Anlagefonds zu investieren. Damit haben Sie die Chance, langfristig eine Rendite zu erzielen, die über dem Zins des Vorsorgekontos liegt. Das ist im aktuellen Tiefzinsumfeld besonders attraktiv und gerade für jüngere Sparer mit einer gewissen Risikobereitschaft und einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren empfehlenswert. Je länger der voraussichtliche Anlagehorizont ist, desto höher sollte auch der Aktienanteil im gewählten Fonds sein.

Die meisten Banken bieten eine breite Fondspalette an. Wenn Sie einen Fonds wählen, achten Sie besonders auch auf die damit verbundenen Kosten, da diese die Rendite empfindlich schmälern können.

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