Grippe: Impfen trotz nur mässiger Schutzwirkung?

GESUNDHEIT ⋅ Ich (w, 71) habe gehört, dass die Grippeimpfung bei älteren Menschen nicht so gut wirkt. Trotzdem wird die Impfung unbedingt allen empfohlen. Ist das nicht ein Widerspruch? Impft man einfach auf gut Glück?
31. Oktober 2017, 18:27

Es ist richtig, dass die Grippeimpfung bei älteren Menschen weniger gut vor der Infektion schützt als bei jüngeren Erwachsenen und bei Kindern. Das ist unter anderem deshalb so, weil bei Senioren das Immunsystem vielleicht nicht mehr ganz optimal arbeitet und die Impfung deshalb weniger anschlägt.

Im Falle einer Influenzagrippe kommt es bei Betagten und anderen Risikogruppen häufiger zu Komplikationen wie Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, aber auch zu Herzkreislaufproblemen. Deshalb wird die Impfung trotz unvollständiger Schutzwirkung bei diesen Menschen empfohlen.

Wer sich impfen lassen sollte

Neben Personen über 65 empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit folgenden Gruppen unbedingt die aufgrund wechselnder Virenstämme jährlich zu erneuernde Grippeimpfung:

  • Neben Personen über 65 empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit folgenden Gruppen unbedingt die aufgrund wechselnder Virenstämme jährlich zu erneuernde Grippeimpfung:
  • Schwangere;
  • Frühgeborene ab dem Alter von sechs Monaten während der ersten beiden Grippesaisons;
  • Personen mit chronischen Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder Stoffwechselkrankheiten;
  • Personen mit einer Immunschwäche;
  • Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 40;
  • Menschen, die beruflich oder privat oft Kontakt zu oben erwähnten Personen oder zu Säuglingen unter 6 Monaten haben;
  • Gesundheitsfachpersonen sowie alle, die mit Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko (inkl. Säuglinge unter 6 Monate) arbeiten oder im gleichen Haushalt wohnen.

 

Auch andere schützen

Der letzte Punkt macht deutlich: Es geht bei der Grippeimpfung nicht nur um den eigenen Schutz, sondern auch um den seiner Mitmenschen. Weitere diesbezügliche Vorsichtsmassnahmen sind regelmässiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und in ein Papiertaschentuch oder in die Armbeuge niesen oder husten.

Wer mit Fieber grippekrank ist, soll zu Hause bleiben, bis die Erkrankung abgeklungen ist. Ansteckend ist man als infizierter Erwachsener oft schon am Vortag erster Symptome und dann über drei bis fünf Tage. Bei Kindern dauert die Ansteckungspase häufig länger.

Während einer fiebrigen Erkrankung soll man sich nicht impfen lassen. Dasselbe gilt für Menschen mit schwerer Allergie gegen Hühnereiweiss und bei allergischen Reaktionen nach einer früheren Grippeimpfung.

Mögliche Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen sind nicht zu verwechseln mit Nebenwirkungen, die manchmal nach der Impfung auftreten können. Am häufigsten sind mit rund einem Drittel aller Geimpften eine Rötung, leichte Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle, die nach Stunden oder ein, zwei Tagen abklingen, ohne dass eine Behandlung nötig wäre. Leichtere Allgemeinsymptome wie Fieber, leichtes Unwohlsein, Muskel- und Kopfschmerzen treten bei etwa 5 bis 10 Prozent der Geimpften auf. Diese Reaktionen klingen in der Regel innerhalb von zwei Tagen wieder ab.

Bis zum Aufbau des Impfschutzes braucht es eine bis zwei Wochen. (red/Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG)


Leserkommentare

Anzeige: