Wie organisiere ich Altersvorsorge bei mehreren Jobs?

(Bild: Archiv LZ/Philipp Schmidli)
GELD ⋅ Ich (w, ledig, 45) bin in Teilzeitpensen für drei Arbeitgeber tätig und verdiene pro Anstellung rund 15 000 Franken pro Jahr. Ich bin keiner Pensionskasse angeschlossen. Kann ich mich freiwillig einer PK anschliessen, oder welche weiteren Möglichkeiten zur Altersvorsorge sind sinnvoll?
19. Mai 2017, 05:00
Andreas Janser

Ein obligatorischer Anschluss an die Pensionskasse besteht erst ab einem Einkommen von 21 150 Franken (Eintrittsschwelle), was in Ihrem Fall bei keinem Arbeitgeber erreicht wird.

Auch wenn ein Einkommen die Eintrittsschwelle nur knapp übertrifft, ist der Beitrag für die Altersvorsorge üblicherweise gering: Es wird ein Koordinationsabzug von 24 675 Franken vom Salär in Abzug gebracht, und nur der Restbetrag (mindestens jedoch 3525 Franken) ist massgebend für den Aufbau der Altersvorsorge. Der Koordinationsabzug kann je nach Pensionskassenlösung jedoch kleiner sein, vom Pensum abhängen oder gänzlich weggelassen werden, was für Sie sehr vorteilhaft wäre.

Löhne zusammenlegen

Die Gesetzgebung sieht die Möglichkeit einer freiwilligen Zusammenlegung der Ein­kommen bei einem der Arbeitgeber vor. Voraussetzung ist, dass die reglementarischen Grundlagen der jeweiligen Pensionskasse dies auch zulassen. Besteht diese Möglichkeit bei mehreren Ihrer Arbeitgeber, prüfen Sie die Unterschiede sorgfältig: z. B. der Koordinationsabzug, die Höhe der Sparbeiträge oder die Verzinsung haben auf den Aufbau des Altersguthabens einen grossen Einfluss. Die Unterschiede können auch bei der Risikoab­deckung oder bei den Kosten massgeblich sein.

Besteht diese Möglichkeit des Einritts in eine PK bei keinem Ihrer Arbeitgeber, kann die Lohnsumme aller Arbeitgeber bei der Stiftung Auffangeinrichtung freiwillig versichert werden, sofern sie insgesamt die Eintrittsschwelle überschreitet. Die versicherten Leistungen basieren hier jedoch «nur» auf den gesetzlichen Mindestanforderungen, weshalb die Stiftung Auffangeinrichtung erst in zweiter Priorität geprüft werden sollte.

Sprechen Sie das Vorgehen mit Ihren Arbeitgebern ab: Mit der freiwilligen Versicherung und der vorgängigen Information würden diese verpflichtet, die entsprechenden Arbeitgeberbeiträge (anteilsmässig) zu leisten.

Möglichkeit ohne PK

Wenn Sie keinen Anschluss an eine PK finden, könnten Sie via die dritte Säule Ihre Vorsorge verbessern: Ohne PK-Anschluss können Sie 20 Prozent Ihres Einkommens (aktuell maximal 33 840 Franken) in die Säule 3a einzahlen und steuerlich in Abzug bringen. Geht man von Ihrem Einkommen von 3-mal 15 000 Franken aus, wären das insgesamt 9000 Franken, was höher liegt als das aktuelle Einzahlungsmaximum von 6768 Franken für pensionskassenversicherte Personen. ­ Die Möglichkeit individueller Wertschriftenanlagen im Rahmen des 3a-Kontos eröffnet zusätzliche Renditechancen. Doch dabei gilt es zu berücksichtigen, dass bei der Pensionierung aus dem 3a-Guthaben keine Pensionskassenrente, sondern das angesparte Guthaben als Kapital ausbezahlt wird.

Andreas Janser


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