Lohnen sich Einkäufe in die Pensionskasse noch?

GELD ⋅
15. September 2017, 14:25

Die mageren Anlageerträge und steigende Lebenserwartung machen den Pensionskassen schwer zu schaffen. Viele haben deshalb ihren Umwandlungssatz gesenkt. Mit diesem Satz wandeln sie das angesparte Kapital in eine Rente um. Auch müssen sie 2017 nur noch 1 Prozent Zins auf dem im Obligatorium angesparten Geld gutschreiben. Trotzdem sind PK-Einkäufe eine gute Möglichkeit, um seine Rente aufzubessern und Steuern zu sparen.

Deckungsgrad prüfen

Selbstverständlich sollten Sie vor einem Einkauf die finanzielle Situation der Pensionskasse berücksichtigen. Bei Kassen mit einer bestehenden oder drohenden Unterdeckung können Sie einen Teil des einbezahlten Geldes verlieren, falls Ihr Arbeitgeber die Firma restrukturiert, einen grossen Teil der Belegschaft entlässt oder die Pensionskasse wechselt.

Zudem sollten Sie vor dem Einkauf abklären, was nach dem Tod mit dem einbezahlten Geld geschieht. Manche Pensionskassen finanzieren mit den normalen Beiträgen und den freiwilligen Einkäufen nur die Hinterbliebenenrente, die dem überlebenden Partner ohnehin zusteht. Das heisst: Bei diesen Pensionskassen erhöhen die freiwilligen Einkäufe die Rente für die Hinterbliebenen nicht. 

Hinterlassen Sie niemanden, der von Hinterbliebenenleistungen profitiert, verfällt Ihr Altersguthaben nach dem Tod unter Umständen zu Gunsten der Pensionskasse – das gilt auch für die freiwillig einbezahlten Beiträge.

Anlagestrategie wählen

Wichtig ist auch, zu wissen, dass Sie für Lohnbestandteile über 126900 Franken Einzahlungen in eine Kader- oder Zusatzvorsorge tätigen können, sofern Ihre Pensionskasse eine separate Stiftung dafür führt. In einer solchen Zusatzvorsorge können Sie die Anlagestrategie oft selbst wählen. Das gilt auch für die Höhe der Sparquote. So können Sie nicht nur Einkommenssteuern sparen, sondern häufig auch das Potenzial für freiwillige PK-Einkäufe zusätzlich erhöhen.

Ob sich ein PK-Einkauf lohnt, hängt auch von der Steuerersparnis ab und vom Zeitpunkt der Einzahlung. Der Einkauf lohnt sich umso mehr, je höher Ihr Einkommen ist und je schneller Sie das Kapital wieder beziehen. Die höchste Rendite erzielen Sie mit einem Einkauf in den letzten Jahren vor Ihrer Pensionierung. 

Fristen beachten

Wenn Sie Ihr Altersguthaben oder einen Teil davon bei der Pensionierung als Kapital beziehen möchten, müssen Sie sich spätestens drei Jahre vorher einkaufen. Sonst werden die Steuern fällig, die Sie durch den Einkauf gespart haben. Grössere Beträge zahlen Sie am besten gestaffelt ein. Wegen der Progression ist die Steuerersparnis dadurch grösser, als wenn Sie den ganzen Betrag auf einmal einzahlen. 


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